Die Bundesregierung setzt sich für mehr energetische Gebäudesanierungen ein und hat eine Informationskampagne gestartet. Umweltministerin Hendricks möchte die Sanierungsquote mehr als verdoppeln. Statt auf neue Fördergelder setzt die Regierung auf Aufklärung.

Viele Häuser in Deutschland wurden zu Zeiten billigen Öls bis in die 1970er Jahre hinein gebaut, als es noch keine Vorgaben zum Wärmeschutz gab. Zudem sind rund 80 Prozent der 20 Millionen Heizungsanlagen veraltet. Der Sanierungsbedarf ist riesig. Die Politik versucht seit langem, die Sanierungsrate bei Wohngebäuden zu steigern. Doch bislang wird nur ein Prozent des Bestands jährlich saniert.
Bis 2015 60 Prozent Energie einsparen
Um das zu ändern, setzt die Bundesregierung nun auf mehr Aufklärung. Benötigt werde eine Verdoppelung auf mindestens zwei Prozent, um die Ziele der Bundesregierung bei Energiesparen und Klimaschutz zu erreichen, erklärte der Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Stephan Kohler.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wünscht sich sogar 2,5 Prozent. Daran waren aber schon frühere Umweltminister gescheitert, obwohl der Staat aktuell für die Gebäudesanierung Fördermittel von bis zu 1,8 Milliarden Euro bereitstellt. Die Bundesregierung will bei Gebäuden bis 2050 bei Raumwärme und Warmwasser 60 Prozent Energie einsparen.
Millionen Hausbesitzer sollen deshalb besser über die Vorteile einer Öko-Sanierung ihrer eigenen vier Wände informiert werden. Dazu wurde am Dienstag die bundesweite Aktion "Hauswende" von Politik und Wirtschaft gestartet. "Wir verschwenden jede Menge Energie für Heizen und Warmwasser", sagte Hendricks. Um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen, müsse dringend mehr getan werden. Fast zwei Drittel der 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser bräuchten neue Fassaden, Fenster oder Heizkessel. So könnten Eigentümer bis zu 80 Prozent Wärmeenergie sparen.
Kampagne kostet drei Millionen Euro
Mit der Kampagne will der Bund gemeinsam mit 23 Verbänden aus der Wirtschaft Hauseigentümer verstärkt aufklären. So soll auch eine Liste des Bundes und der staatlichen Förderbank KfW bekannter werden, auf der rund 7.500 geprüfte Energieberater zu finden sind. Eine komplette Öko-Sanierung eines normalen Wohnhauses kostet im Schnitt etwa 50.000 Euro. Es gibt aber viele verschiedene Förderprogramme.
Beteiligt an der Aktion "Hauswende" sind aus der Industrie auch Marktführer wie Buderus, Vaillant, Bosch oder Viessmann. Bei der Aktion sind bundesweit zunächst 100 Infoveranstaltungen geplant. Die Kampagne kostet drei Millionen Euro, davon übernimmt der Bund 1,3 Millionen Euro. Der Präsident des Branchenverbandes Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH), Manfred Greis, betonte, der Wärmemarkt sei ein schlafender Riese. Wenn man das Sanierungstempo erhöhen könnte, würde Deutschland auch unabhängiger von ausländischem Gas und Öl. dpa
Weitere Informationen zur Kampagne "Hauswende" bekommen Sie unter die-hausw e nde.de.