Mit Preissteigerungen umgehen Preisgleitklausel: Das müssen Handwerker beachten

Gestiegene Kosten an Kunden weitergeben? Das geht! Sogenannte Preisgleitklauseln machen es möglich. Allerdings sind sie kein Freifahrtschein für undurchsichtige Kostenaufschläge. Was Handwerker beachten sollten.

Rechnung
Handwerksbetriebe sollten in Neuverträge Preisgleitklauseln integrieren. - © Torbz - stock-adobe.com

Der Krieg in der Ukraine macht Baumaterialien deutlich teurer und schwer erhältlich. So sind bestimmte Holzarten, Stahl, Aluminium, Kunststoffe, Dämmstoffe oder Fliesen derzeit Mangelware. In Kombination mit den stark steigenden Energiepreisen wird es für Handwerksbetriebe zunehmend schwieriger, realistische Angebote zu schreiben. Eine falsche Kalkulation führt dazu, dass die Summe auf der Rechnung die entstandenen Kosten am Ende nicht abdeckt. Wer die Möglichkeit haben will, Preissteigerungen an den Kunden weiterzugeben, muss eine Preisgleitklausel in seine Verträge einbauen. Doch wie geht das? Und wie steht es mit laufenden Verträgen?

Preisgleitklausel muss transparent sein

Die Preisgleitklausel ist ein Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Damit sie vor Gericht standhält, muss sie transparent formuliert sein, erklärt Hendrik Hunold, Fachanwalt für Baurecht im Gespräch mit dem Handwerker Radio. Das bedeutet, dass Handwerker definieren müssen, unter welchen Bedingungen die Klausel greift. Für den Kunden muss außerdem ersichtlich sein, wie sich der Preis zusammensetzt. Die Berechnungsgrundlage dafür sollte der Betrieb offenlegen, rät der Experte.

Laufende Verträge im Dialog nachjustieren

Verträge sind grundsätzlich bindend. Möchte ein Betrieb einen unterschriebenen Vertrag nachjustieren, hilft nur das Gespräch mit dem Klienten. Wenn die Notwendigkeit sachlich begründet wird, bestehe eine gute Chance auf Einigung. Wenn dies nicht der Fall sei, helfe nur der Gang vor das Gericht, so Hunold. Eine Preisgleitklausel hat ab einer 20-prozentigen Preissteigerung Aussichten auf Erfolg, schätzt der Fachanwalt. Bei geringeren Preissteigerungen sei der Anlass für eine Preisanpassung fragwürdig. aul