Butter, Zucker und Eier sind in diesem Jahr besonders teuer. Dazu kommen die hohen Energiekosten. Bäcker müssen daher die Preise für Plätzchen anpassen oder sogar ganz auf das Weihnachtsgebäck verzichten.

Ein halber Lebkuchen, ein Viertel Zimtsterne und ein Brösel Spritzgebäck – so mag womöglich eine Einkaufsliste für Plätzchen in diesem Jahr lauten, wenn man für das gleiche Geld wie im Vorjahr Plätzchen kaufen möchte. Denn die Lebensmittel- und Energiepreise sind stark gestiegen und die Bäcker müssen diese Kosten – zumindest in einem gewissen Umfang – an ihre Kunden weitergeben.
Bis zu 55 Prozent mehr bezahlen die Bäcker in diesem Jahr für die Zutaten ihrer Weihnachtsplätzchen. Laut Statistischem Bundesamt war Butter im Oktober 55 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, Eier waren rund 20 Prozent, Zucker 42 Prozent und Schokolade zehn Prozent teurer.
Für das energieintensive Bäckerhandwerk spielen außerdem die Heizkosten eine große Rolle. Wie das Statistische Bundesamt angibt, war Erdgas im Oktober doppelt so teuer wie im Vorjahr. Für Strom mussten die Kunden etwa 26 Prozent und für Erdöl gut 83 Prozent mehr bezahlen. All diese Faktoren spielen nun eine Rolle bei der Preiskalkulation der Weihnachtsplätzchen.
Kleinere Auswahl an Plätzchen
Viele Bäcker haben in den vergangenen Wochen mit der Produktion des Weihnachtsgebäcks begonnen. Im Hinterkopf stets die Überlegung: Wie kann ich die Kosten für meine Kunden gering halten? Denn keiner möchte nachher auf den Plätzchen sitzen bleiben.
Hier ist Kreativität gefragt. Manch ein Bäcker bietet in diesem Jahr daher ein kleineres Sortiment an. So zum Beispiel Bernhard Kuhn, stellvertretender Kreishandwerksmeister der Bäckerinnung Heilbronn. Um Kosten zu reduzieren, hat er außerdem mit seinen Mitarbeitern einen Samstag lang gebacken – unentgeltlich. "Es hat uns allen viel Spaß gemacht, die Plätzchen zu backen. Meine Frau hat einen Braten gemacht und es gab noch Kartoffelsalat", sagt Kuhn.
Er möchte seinen Kunden nicht die gesamten Kosten weitergeben und verkauft seine Zimtsterne und Co. daher nur mit einem Preisaufschlag von fünf Prozent. Aber ganz ohne Preiserhöhung gehe es nicht. Die Bäcker müssten schließlich wirtschaftlich bleiben und am Ende des Monats ihre Mitarbeiter bezahlen können.
Kuhn weiß, dass viele Bäcker nun sehr genau kalkulieren müssen. Gerade auch wegen der hohen Energiekosten seien staatliche Hilfen so wichtig. "Ich weiß von einem Bäcker in der Region, der in diesem Jahr keine Plätzchen verkauft", sagt Kuhn. Besser so, sagt der Bäckermeister, als die Ware zu günstig anzubieten und nachher seine Rechnungen nicht mehr bezahlen zu können.
Bäcker hoffen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft
Dass in diesem Jahr besonders viele Bäcker auf das "wichtige Jahresendgeschäft verzichten", ist dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks nicht bekannt. Allerdings mache sich die eingetrübte Konsumlaune der Verbraucher bemerkbar. Die Bäcker hoffen, dass sich dies zumindest zum Weihnachtsfest nicht zu sehr auf die Umsätze auswirkt. Gerade zum Fest sei es in der Regel so, dass sich die Menschen etwas gönnen und vor allem bei Lebensmitteln und leckeren Dingen nicht beziehungsweise weniger gespart werde. Der kleine Luxus gehöre einfach im Advent dazu.
Das Bäckerhandwerk erwartet, dass das Weihnachtsgeschäft zwar nicht überragend, aber doch zufriedenstellend ausfällt. Bäckermeister Kuhn ist überzeugt, dass er all seine Plätzchen verkaufen wird. Seine Kunden zeigten viel Verständnis für die etwas höheren Preise. "Beschwert hat sich bisher keiner", sagt Kuhn.