Umlage nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) Ökostrom wird geringfügig teurer

Nach einem deutlichen Anstieg in den vergangenen Jahren werden die Kosten für Ökostrom im Jahr 2012 geringfügig steigen. Erstmals wird eine Liquiditätsreserve eingeführt, um Schwankungen bei der Einspeisung von erneuerbaren Energien auszugleichen.

Die Kosten für Ökostrom werden 2012 geringfügig steigern. Foto: Gina Sanders/Fotolia

Ökostrom geringfügig teurer

Die so genannte EEG-Umlage steigt vom 1. Januar 2012 an um 0,062 Cent pro Kilowattstunde, von 3,530 ct/kWh auf 3,592 ct/kWh. Das haben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) bekannt gegeben. Der Wert wird von den ÜNB jährlich zum 15. Oktober für das kommende Jahr ermittelt.

"Nachdem die EEG-Umlage für das laufende Jahr gegenüber 2010 um über 70 Prozent gestiegen war, liegt sie für das Jahr 2012 weiterhin auf dem Niveau von 2011" sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Gründe für das stabile Niveau seien unter anderem der erwartete Anstieg der Preise an der Strombörse und ein geringerer Zubau an Photovoltaik-Anlagen.

Hohe Einspeisevergütungen

Die ÜNB erwarten für 2012 EEG-Einspeisevergütungen von circa 17,6 Milliarden Euro. Diese werden den Betreibern von EEG-Anlagen nach den Vorgaben des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes gezahlt. Dem stehen prognostizierte Vermarktungserlöse an der Strombörse von circa 4,9 Milliarden Euro gegenüber. Die Differenz zwischen den geschätzten Einspeisevergütungen und Vermarktungserlösen bilden den wesentlichen Bestandteil der EEG-Umlage. Die Kosten geben die Netzbetreiber in der Regel vollständig an die Verbraucher weiter.

Die Politik muss den Anstieg verantworten

"Solarenergie kann nicht länger als Buhmann für steigende Strompreise herhalten", betonte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar). Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) hätten ergeben, dass ab 2012 jedes in Deutschland zusätzlich gebaute Gigawatt Solarstrom-Leistung die EEG-Umlage nur noch um 0,03 ct/kWh Strom erhöhe.

Nach Ansicht des Bundesverbandes Erneuerbare Energien werden die Stromverbraucher durch den leichten Anstieg der Umlage unnötig belastet. "Für diesen Anstieg ist einzig und allein die Politik verantwortlich. Sie hat Ausnahmeregelungen für die Industrie erweitert, eine teure Marktprämie eingeführt und den Netzbetreibern zusätzliche finanzielle Rücklagen zugestanden. Die Kosten für den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren werden auf immer weniger Schultern verteilt", kritisierte BEE-Präsident Dietmar Schütz.

Starke Schwankungen

Da es von vielen Unwägbarkeiten abhängt, ob die Höhe der Umlage am Ende des Jahres ausreicht, enthält die EEG-Umlage erstmals eine Liquiditätsreserve von drei Prozent des 2012 erwarteten Differenzbetrags. Bei den Energieträgern Wind und Sonne könnten im Jahresverlauf starke Schwankungen auftreten, so dass das von den ÜNB geführte Umlagekonto schnell einmal ins Minus rutschen könne, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.