Energiewende Netzentgelt: Rund 1.500 Unternehmen stellen Antrag auf Befreiung

Immer mehr Unternehmen beantragen eine Befreiung von den Netzentgelten. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag. Die übrigen Stromverbraucher müssen den Einnahme-Ausfall zahlen.

Immer mehr Unternehmen wollen sich von den Netzentgelten befreien lassen. Den Preis dafür zahlen Privatkunden und kleine Betriebe. - © Foto: Gina Sanders/Fotolia

Immer mehr Unternehmen wollen sich von den Netzentgelten befreien lassen oder zumindest einen verringerten Beitrag zahlen. Nach ersten Schätzungen stellten für 2013 etwa 1.500 Firmen einen solchen Antrag, teilte Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Kapferer auf eine Grünen-Anfrage im Bundestag mit.

Die Netzentgelte machen derzeit etwa ein Fünftel des Strompreises aus. Sie dienen zur Erhaltung und zum Ausbau der Stromnetze. Firmen, die sehr viel Energie verbrauchen und im internationalen Wettbewerb stehen, können sich nach derzeitiger Gesetzgebung vom Netzentgelt befreien lassen oder einen Nachlass erhalten.

Praxis in der Kritik

Die kritischen Stimmen mehren sich jedoch, weil bei atypischen Netznutzungen unter anderem auch Unternehmen wie ein Golfclub und Mastställe, Schlachtereien, Autohäuser oder Theater begünstigt werden.

Im Jahr 2012 waren bereits 1.322 Nachlässe genehmigt worden, 2011 gab es insgesamt 1.007 Fälle. Die Gesamtsumme, die sich die Industrie bereits 2012 damit sparte, betrug 416 Millionen Euro. Auch von der EEG-Umlage können sich energieintensive Unternehmen befreien lassen.

Oft gelten einmal beschiedene Ausnahmen über mehrere Jahre. Die neu von den Netzentgelten befreiten Unternehmen kommen also zu den bereits gewährten Nachlässen hinzu. Die Folge: Für die übrigen Stromkunden steigen die Energiekosten, da sie durch höhere Netzentgelte für die Ausfälle aufkommen müssen. dhz/dpa