Lange waren Nachtspeicheröfen als teure Stromfresser verpönt. Nun sollen sie als flexible Stromspeicher dienen, um das schwankende Ökostromangebot aufzufangen. Der Bundestag hat das Verbot, das ab 2019 gelten sollte, gekippt.
Die rund 1,5 Millionen Nachtspeicherheizungen in Deutschland können auch über das Jahr 2019 hinaus betrieben werden. Der Bundestag kippte am frühen Freitagmorgen ein entsprechendes Verbot aus den Zeiten der großen Koalition mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP.
Die einst massenhaft installierten Nachtspeicheröfen waren lange Zeit als teure Stromfresser verpönt. Neuerdings gelten sie jedoch als flexible Stromspeicher, die in den Zeiten der Energiewende besser auf das schwankende Ökostromangebot reagieren sollen.
Neue Regeltechnik benötigt
Da Energie sehr schlecht gespeichert werden kann und bislang vorhandene Technik sehr teuer ist, machte der Energieversorger RWE vor einiger Zeit den Vorschlag, die ungleichmäßige Stromproduktion der erneuerbaren Energien auf diese Weise auszugleichen. Er möchte alte Nachtspeicherheizungen mit neuer Regeltechnik ausstatten und als Speicher für den Ökostrom nutzen.
Zwar sind die meisten Elektroheizungen längst aus den Wohnungen verschwunden, doch die 1,4 Millionen noch eingebauten Heizungen genügen laut RWE, um Pumpspeicher mit zehn Gigawatt Leistung zu ersetzen und damit den Versorgern Milliarden an Investitionen zu ersparen. dhz/dpa
