Energiewende Nachtspeicher sollen schwankenden Ökostrom ausgleichen

Elektroheizungen sollten eigentlich ab 2019 verboten werden, doch nun planen Stromkonzerne ihr Comeback. Die als veraltete Stromfresser geltenden Speicherheizungen sollen künftig als Energiespeicher für schwankende Strommengen aus Windkraftwerken genutzt werden und so die die Energiewende vorantreiben.

Gut funktionierende und günstige Stromspeicher sind heute noch immer nicht realisierbar. Nun sollen die alten Nachtspeicheröfen als Ökostromspeicher genutzt werden. - © Foto: Thomas Jansa/Fotolia

Da Energie bislang sehr schlecht gespeichert werden kann und bislang vorhandene Technik sehr teuer ist, versucht der Energieversorger RWE nun mit neuen Methoden, die ungleichmäßige Stromproduktion der erneuerbaren Energien auszugleichen. Er möchte alte Nachtspeicherheizungen mit neuer Regeltechnik ausstatten und als Speicher für den Ökostrom nutzen.

Versorgern würden Milliarden sparen

So sollen die als Stromfresser kritisierten Heizungen helfen, die Energiewende vorantreiben. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtete, will neben RWE auch der Versorger EnBW die elektrischen Heizungen wiederbeleben und spiele ein solches Modell durch.

Der Technik-Chef der RWE-Effizienztochter, Norbert Verweyen, sagte der Zeitung, ein Praxistest mit 50 Wohnungen sei erfolgreich verlaufen, technisch funktioniere das System schon heute. "Wenn wir nachweisen können, dass es sich wirtschaftlich rechnet, wollen wir 2014 damit auf den Markt kommen." Dazu solle das ab 2019 geplante Verbot für den Verkauf von Speicherheizungen fallen.

Zwar sind die meisten Elektroheizungen längst aus den Wohnungen verschwunden, doch die 1,4 Millionen noch eingebauten Heizungen genügen laut RWE, um Pumpspeicher mit zehn Gigawatt Leistung zu ersetzen und damit den Versorgern Milliarden an Investitionen zu ersparen. dapd/dhz