Nachhaltigkeits-Navigator ab sofort abrufbar Nachhaltigkeit im Betrieb: Online-Tool hilft bei Bestandsaufnahme

Ein neues kostenloses Online-Tool hilft Handwerksunternehmen die betriebliche Nachhaltigkeit auf den Punkt zu bringen. Welche Informationen und Bausteinelemente die digitale Browseranwendung bietet.

Karin Birk

Ein neues kostenloses Online-Tool hilft Handwerksunternehmen die betriebliche Nachhaltigkeit auf den Punkt zu bringen. – © j-mel – stock.adobe.com

Ab sofort können Handwerksunternehmen die Nachhaltigkeit ihres wirtschaftlichen Handelns mit Hilfe eines Online-Navigators auf den Prüfstand stellen und weiterentwickeln. „Der Navigator erfasst nachhaltiges Handeln im Betrieb systematisch und macht es sichtbar“, erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karlizcek (CDU), deren Haus das Projekt fördert. Damit leiste er einen wertvollen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit im Handwerk. Denn das Instrument soll Handwerksunternehmen nicht nur vor Augen führen, wie ressourcenschonend sie wirtschaften oder wie nachhaltig ihre Personalpolitik ist. Es soll auch als Anleitung für weitere Verbesserungen dienen und nicht zuletzt den Betrieben helfen, einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen, um Kunden, Geschäftspartner und potenzielle Mitarbeiter zu informieren.

Nachhaltigkeit gehört schon immer zum Handwerk

Für Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer ist Nachhaltigkeit im Handwerk kein kurzzeitiger Trend, sondern traditioneller und facettenreicher Bestandteil des Wertesystems. „Der gelebte Nachhaltigkeitsgedanke im Handwerk zeigt sich etwa in der Ausbildungsleistung, der Stärkung und Stabilisierung der regionalen Wirtschaft und dem effizienten Ressourceneinsatz“, betonte er. Mit dem Navigator stehe dem Handwerk jetzt ein vielseitiges Werkzeug zur Verfügung, um im eigenen Unternehmen die Vorteile und Entwicklungsmöglichkeiten nachhaltigen Wirtschaftens und Handelns systematisch zu erkennen und strategisch nachhaltig nutzbar zu machen.

Banken interessieren sich ebenfalls für die Nachhaltigkeit eines Unternehmens

Im Einzelnen orientiert sich der Navigator an den Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) und damit an einem branchenübergreifenden Transparenzstandard für Nachhaltigkeitsberichte. Je nach Antworten der Nutzer bei verschiedenen Themenkomplexen wie Lieferanten-Auswahl, Ressourcenverbrauch, Arbeitsbedingungen oder auch Gesundheitsschutz erzeugt der Navigator dann Bausteine, die in die eigene DNK-Nachhaltigkeitserklärung eingefügt werden können. Wie es in der gemeinsamen Mitteilung weiter heißt, könne damit das eigene Nachhaltigkeitsengagement bei Kundschaft, Auftraggebern, öffentlichen Institutionen und Finanzdienstleistern belegt werden.

Workshops runden Angebot ab

Dabei ist der Navigator nur eine von mehreren Möglichkeiten, die die Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk (ZWH) zusammen mit Handwerksunternehmen entwickelt hat, betont Juliane Kriese, zuständige ZWH-Projektleiterin. Angeboten würden auch praxisorientierte Workshops und digitale Management-Instrumente. Insgesamt wird das Projekt, „Handwerk – Nachhaltigkeit in Betrieben stärken!“ im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie mit rund 1,5 Millionen Euro durch das Bundesbildungsministerium gefördert.