Spendenaufruf und Leichenwagen-Mangel Nach Hochwasser: Kfz-Betriebe machen alte Autos wieder fit

Ein Bündnis aus Kfz-Betrieben kündigt an, alte Fahrzeuge kostenlos in Stand setzen und in die Hochwassergebiete überführen zu wollen. Hierzu rufen sie zu Fahrzeugspenden auf. Ein anderes Handwerk beklagt derweil selbst einen Mangel. Den Bestattern in den betroffenen Regionen fehlt es an Transportwagen.

Autos in Hochwasser-Gebiet
Hochwasser und Überschwemmungen haben unzähligen Fahrzeugen zugesetzt. - © irontrybex - stock.adobe.com

Die Solidarität nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seitens des Handwerks ist groß. Handwerker und Betriebe leisteten vielerorts Nothilfe, einige sind noch immer bei den Aufräumarbeiten im Einsatz. Zudem unterstützt die Branche mit zahlreichen Spendenaktionen.

In diese reiht sich nun auch ein Angebot der Kfz-Rockstars ein. Das Bündnis aus Kfz-Werkstätten will deutschlandweit mithilfe der Autofahrer ihrer Regionen neben Geldspenden auch im Kfz-Bereich aushelfen: Dazu sammeln sie Autos, die sie kostenlos reparieren und Betroffenen zur Verfügung stellen wollen. 

Infolge des Hochwassers erlitten zahlreiche Autos einen Totalschaden. Wann und ob die Versicherer für neue Autos sorgen, ist in vielen Fällen noch unklar und kann dauern. Um den Geschädigten zügig wieder ihre Mobilität zurückzugeben, bitten die teilnehmenden Werkstätten um Fahrzeugspenden. Die ersten Autos würden aktuell bereits flott gemacht. Freiwillige Fahrer der jeweiligen Autofahrer-Gemeinschaften wollen die Autos anschließend den Betroffenen übergeben.

42.500 Euro aus dem Kfz-Gewerbe

Mit einer Spende in Höhe von 25.000 Euro leistet auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) einen Beitrag, die Auswirkungen im besonders betroffenen Altenahr zu lindern. Spontan angeschlossen haben sich der Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes, der sich mit weiteren 10.000 Euro an der Spendenaktion beteiligt, sowie die TAK Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe mit weiteren 7.500 Euro.

Bestattern fehlt es teils an Transportwagen

Hilfsbereitschaft seitens des Handwerks auf der einen Seite, große Not in den Betrieben vor Ort. Viele haben mit dem Verlust oder schweren Schäden an Werkstätten, Maschinen, Material, Fuhrpark oder Geschäftsräumen zu kämpfen. Vor Schwierigkeiten stehen aktuell auch einige Bestatter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Wie ein Sprecher des Bestatterverbands Nordrhein-Westfalen mitteilt, fehlt es nach der Hochwasserkatastrophe offenbar an Transportwagen. "Es gibt nur eine sehr begrenzte Anzahl von Bestattungsfahrzeugen, die sind erstmal unersetzlich", sagte er dem Nachrichtendienst dpa. Viele der betroffenen Autos standen etwa bei den verheerenden Fluten in der Garage neben Bestattungsinstituten und seien dann - genauso wie die Geschäfte - mit Wasser vollgelaufen.

Allerdings "fehlen die dann nur in einzelnen Unternehmen". Man könne sich untereinander gut unterstützen, indem Kollegen etwa unbeschädigte Transportwagen ausleihen. Die Fahrzeuge sind den Angaben des Sprechers zufolge Einzelanfertigungen und werden nur auf Anfrage hergestellt. Deshalb sei es schwierig, diese zu ersetzen. Der gesamte Schaden sei noch nicht klar.

Bestattungsunternehmen des Landesverbands hatte das Hochwasser besonders in Wuppertal, Ahrweiler, Euskirchen und Hagen stark getroffen. "Wir hatten Wasser bei mehreren Kollegen in den Geschäftsräumen", berichtete der Sprecher. Es wurden aber keine Kühlräume oder dort untergebrachte Verstorbene von den Fluten getroffen. In Orten, die von Stromausfällen betroffen waren, hätten Kollegen die Verstorbenen zum Beispiel abgeholt und bei sich in den Bestattungshäusern untergebracht, um sie zu kühlen.

Mit Inhalten von dpa