Flutkatastrophe Unfallversicherung: Das gilt für Hochwasser-Helfer

Viele Betriebe und Freiwillige aus dem Handwerk leisteten in den ersten Stunden nach der Flutkatastrophe Nothilfe. Noch immer sind einige von ihnen vor Ort und helfen bei der Beseitigung von Trümmern. Ein mitunter gefährlicher Einsatz. Wann und wie Helfer versichert sind.

Sandsäcke lagern auf Paletten. - © Alexandr Blinov - stock.adobe.com

Der Damm der Steinbachtalsperre in Euskirchen drohte zu brechen, was eine Überschwemmung der darunter liegenden Ortschaften bedeutet hätte. Tiefbauer Huber Schilles zögerte nicht und baggerte den Abfluss der Talsperre frei. Mit dieser Aktion rettete er womöglich viele Leben.

Schilles ist sicherlich eines der spektakulärsten Beispiele für den unermüdlichen und unerschrockenen Einsatz von Helfern, die in den vergangenen Tagen in den Krisengebieten aktiv waren. Neben dem Bauunternehmer gab es aber noch viele weitere Handwerker, die dabei halfen, Dämme zu sichern und Menschen aus ihren überfluteten Häusern zu retten. Dieser Einsatz ist nicht ungefährlich, deshalb ist es gut, dass alle Helfer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen.

Versicherungsschutz für alle Ersthelfer, auch Ersatz von Sachschäden möglich

"Wer Hilfe leistet und versucht, andere aus einer Gefahr zu retten oder eine Gefahr für die Allgemeinheit abwendet, ist gesetzlich unfallversichert", informiert die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Dies gelte für alle Ersthelfer – ob bei Unfällen auf der Autobahn, bei Bränden oder bei Überschwemmungen, wie der aktuellen Hochwasserkatastrophe. Wer in Hochwassergebieten Hilfe geleistet hat und dabei selbst zu Schaden kam, kann sich an die Unfallkassen der jeweiligen Bundesländer wenden.

Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung umfassen Heilbehandlung sowie psychologische Betreuung. Darüber hinaus sind auch Hilfen zur beruflichen und sozialen Wiedereingliederung möglich, informiert die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Bei bleibenden Gesundheitsschäden können Betroffene eine finanzielle Entschädigung erhalten. Im Rahmen der Nothilfe sei ausnahmsweise auch der Ersatz von beim Einsatz aufgetretenen Sachschäden möglich.

Hilfe bei Aufräumarbeiten: Vorab bei Unfallkasse informieren

Inzwischen haben in den Hochwassergebieten die Aufräumarbeiten begonnen. Dabei sind auch Handwerksbetriebe und Freiwillige mit Berufserfahrung im Handwerk vielerorts im Einsatz. "Wer beispielsweise freiwillig Schutt und Trümmer beseitigt, Wasser- und Energieleitungen repariert oder Zufahrtswege frei räumt, kann als Helferin oder Helfer versichert sein", erklärt die BG BAU. Wann und wie freiwillige Hilfeleistungen bei ihnen versichert sind, entscheiden die Unfallkassen der einzelnen Bundesländer.

Unfallverhütungs- und Arbeitsschutzvorschriften einhalten

Ein Versicherungsschutz über die BG BAU liegt vor, wenn Bauunternehmer ihre Beschäftigten anweisen und diese damit im Rahmen ihres Beschäftigungsverhältnisses tätig werden. "Auch bei Aufräumarbeiten müssen Unfallverhütungs- und Arbeitsschutzvorschriften beachtet werden", so die Berufsgenossenschaft. fre