Spendenaktionen Hochwasserkatastrophe: So können Handwerker helfen

Die Bilder aus den Hochwasserregionen sind erschütternd. Viele Handwerker möchten helfen. Handwerksorganisationen, Verbände und auch private Gruppen haben Spendenaktionen gestartet. Nicht nur Geld ist gefragt, sondern auch Dienstleistungen und Material. Ein Überblick.

helfende Hände
Nach der Flutkatastrophe sind zahlreiche Menschen auf Hilfe angewiesen. Handwerker können sie nicht nur mit Geld, sondern auch mit ihrem Know-How unterstützen.

Notfallhotlines, Koordination von Hilfsangeboten und Spendenkonten – für Handwerker gibt es einige Möglichkeiten den Opfern der Hochwasserkatastrophe zu helfen. Ein Überblick über verschiedene Hilfsaktionen aus dem und für das Handwerk.

1. Handwerk hilft Handwerk – Hilfsportal der Kreishandwerkerschaft Ahrweiler / Mittelrhein / Rhein-Lahn

Mit "Handwerk hilft Handwerk“ hat die Kreishandwerkerschaft Ahrweiler / Mittelrhein / Rhein-Lahn auf der Internetseite www.fachhandwerk.de eine zentrale Anlaufstelle zur gegenseitigen Hilfe ins Leben gerufen.

Dort können Betriebe unkompliziert und schnell Hilfe anbieten. Wie die Handwerkskammer Koblenz mitteilt, sind personelle Unterstützung, Sachspenden, aber auch Leihgaben wie Maschinen, Schaufel, Eimer, Stromaggregate bis hin zur Kaffeemaschine willkommen.

Hilfsangebote können unter folgendem Link abgegeben werden.

Außerdem hat die Handwerkskammer Koblenz die E-Mail Adresse – hochwasserhilfe@hwk-koblenz.de – eingerichtet, unter der Handwerker ihre Hilfe anbieten können. Das Angebot wird an die zuständigen Koordinatoren in den betroffenen Regionen weitergeleitet.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Handwerkskammer Koblenz.

2. Umfrage der Handwerkskammer Trier

Die Handwerkskammer Trier bittet betroffene Handwerker sich zu melden und zu schildern, welche Hilfen sie benötigen. Auch Handwerker aus der Region, die nicht betroffen sind, sollen an der "Blitzumfrage" teilnehmen. Zur Umfrage.

Kontakt zur Kammer:

E-Mail: hochwasser@hwk-trier.de,

Telefon-Hotline: 0651 207-161 (auch am Wochenende)

Weitere Informationen, zum Beispiel auch zur Schadensmeldung bei der Versicherung, gibt es auf der Website der Handwerkskammer.

3. Spendenaktion "Handwerk hilft"

Die Handwerkskammer zu Köln hat stellvertretend für die Handwerkskammern in allen betroffenen Regionen ein Spendenkonto eingerichtet, um die in Not geratenen Handwerksbetrieben gezielt zu unterstützen. Zusammen mit den Handwerksorganisationen in den anderen betroffenen Regionen wird sich die Handwerkskammer zu Köln um eine Verteilung der Mittel kümmern.

Weitere Informationen zur Spendenaktion "handwerk hilft".

4. Spendenkonto des sächsischen Handwerks

Sachsens Handwerkstag-Präsident Jörg Dittrich appelliert in einer aktuellen Pressemitteilung an die Solidarität des sächsischen Handwerks: "Durch die verheerende Macht des Wassers sind in den vergangenen Tagen faktisch von einem Augenblick auf den anderen Existenzen von Handwerkern weggespült worden. Die Schäden an Hab und Gut sind enorm." Umso wichtiger sei es jetzt, den Betroffenen mit einer Spende ein Zeichen der Hoffnung zu senden.

Dittrich ruft daher zum Spenden auf: "Als die Jahrhundertfluten in den Jahren 2002 und 2013 Sachsen heimsuchten, erlebten wir die Solidarität der Menschen in ganz Deutschland. Jetzt ist Gelegenheit sich ebenfalls solidarisch zu zeigen.“

Informationen zum Spendenkonto des sächsischen Handwerks.

5. "Bäcker helfen Bäckern" – Hilfsaktionen des Deutschen Bäckerhandwerks

Spendenkonto für das Bäckerhandwerk

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks hat gemeinsam mit den Bäckerinnungsverbänden Rheinland, Südwest und Westfalen-Lippe die Aktion "Bäcker helfen Bäckern" ins Leben gerufen. Betriebe des Bäckerhandwerks sollen so schnell und unbürokratisch finanzielle Unterstützung bekommen. Betroffene Bäcker können sich ab sofort an den jeweiligen Landesinnungsverband wenden.

Wer spenden möchte, findet hier weitere Informationen zum Spendenkonto für die Bäcker.

Aktion "Flut-Brot"

Die Bäcker haben außerdem noch eine weitere Aktion gestartet. Mit der Aktion "Flut-Brot" soll noch mehr Geld für betroffene Bäcker in den Hochwasserregionen gesammelt werden. Pro verkauftes Brot geht ein Euro an den Karl-Grüßer-Unterstützungsverein.

Die Idee zur Aktion geht dabei auf den Düsseldorfer Bäcker Thomas Puppe und die Landesinnungsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland zurück. Für das entsprechende Marketing der Flut-Brot-Aktion in den Filialen stellt der Bäckerverband auf seiner Homepage Banderolen und weiteres Werbematerial zum Download und Drucken zur Verfügung. Bäckereien, die nicht selbst drucken können, können sich bis Mittwoch, 21. Juli, 12 Uhr an das Aktionsbüro der Werbegemeinschaft wenden (Kontakt: Tel. 030 - 20 64 55-55 oder aktionsbuero@baeckerhandwerk.de) und Banderolen und Plakate bestellen.

Weitere Informationen zum Flut-Brot.

6. Spendenkonto des Friseurhandwerks

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks und der Landesverband Friseure & Kosmetik Rheinland (LIV Rheinland) rufen ebenfalls zu Spenden auf. Das Geld soll den auch zahlreich betroffenen Friseursalons helfen. Die Auszahlung wird über die LIV Rheinland koordiniert.

Informationen zum Spendenkonto für die Friseure. 

7. Unterstützung durch das Bauhandwerk

Aktuell beteiligen sich bereits viele Bauunternehmen an den ersten Wiederaufbaumaßnahmen in den betroffenen Regionen. Wie der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes mitteilt, stehen die Bauunternehmen für akute Krisenhilfe bereit, um in den vom Hochwasser zerstörten Gebieten eine provisorische Infrastruktur für die weiteren Rettungs- und Hilfsarbeiten zu schaffen. Unterstützt wird mit Geräten und Maschinen sowie mit Baumaterialien.

Zum jetzigen Zeitpunkt gehe es darum, Schutzräume zu schaffen für die Menschen, deren Häuser und Wohnungen unbewohnbar geworden sind, sowie Straßen und Brücken für Hilfstransporte und Rettungsfahrzeuge nutzbar zu machen. Auch für die anstehenden Wiederaufbau- und Renovierungsarbeiten stünden die Betriebe des Baugewerbes bereit.

8. SHK-Gruppe "Handwerkerhelfen.de"

Eine Möglichkeit handwerkliche Dienstleistungen direkt anzubieten, besteht über die Website www.handwerkerhelfen.de. Hier können sich sowohl betroffene als auch hilfsbereite Handwerker melden.

Gesucht werden:

  1. Materialspenden (Pumpen, Werkzeuge, Regelungen, Material)
  2. Fachhandwerker, die bereit sind beim Wiederaufbau zu helfen
  3. Betriebe in der Nähe der Katastrophengebiete (für die Logistik, Koordination und eventuell Bauleitung)

Koordiniert wird die Aktion von den Administratoren der 24.000 Mitglieder großen SHK-Facebook-Gruppe "Heizungsbauer aus Leidenschaft". Gefragt sind ausdrücklich nur Material und Werkzeug, keine Geldspenden.

Die Initiatoren arbeiten, nach eigenen Angaben, zusammen mit Innungen, Handwerkskammern sowie THW, um den Aufbau nach den Aufräumaktionen zu stemmen und örtlich zu unterstützen.

Ziel ist es, den betroffenen Betrieben eine schnelle Hilfe zu geben, um schnell wieder einsatzfähig zu werden. Zum anderen will die SHK-Community den Neuaufbau der Wärme- und Wasserversorgung in den Häusern unterstützen.

Bislang seien schon hunderte E-Mails eingegangen, von Herstellern, Industrie, Betrieben und vor allem Installateuren und Heizungsbauer, die Hilfe angeboten haben.

Weitere Informationen zur Hilfsaktion.

9. Hilfsaktion der Parkett- und Bodenleger

Wer Bautrockner, einen Stripper oder Arbeitskraft zur Verfügung stellen kann oder anderweitig helfen will, kann sich bei einer Aktion der Prakett- und Bodenleger beteiligen. Die Handwerker wollen in den Hochwassergebieten helfen Böden rauszureisen und zu erneuern. Denn als Folge des Hochwassers ist starker Schimmelbefall zu befürchten, der eine Gefahr für Bewohner und Helfer darstellt.

Gestartet ist das Projekt am 26. Juli in Meckenheim bei Bonn. In einem eigens eingerichteten Camp werden die Bodenprofis professionell von THW-Katastrophenhelfern auf ihren Einsatz vorbereitet, der in beschädigten Privathäusern ebenso vorgesehen ist wie in Schulen, Kindergärten und öffentlichen Gebäuden.

Kontakt zu den Initiatoren:

Als Scout vor Ort koordiniert Günter Bochenek den Einsatz. Er ist erreichbar unter 0176 84038434 oder per E-Mail: gbochenek@holzschwab.de
Rüdiger Dicke ist telefonisch erreichbar unter 0174 919 20 30, E-Mail: r.dicke@unifloor.info
Ansprechpartner im Camp ist Daniel Pieczkowski, Telefon 02225 94 26-0, E-Mail: d.pieczkowski@pieczkowski-gmbh.de

Weitere Informationen zum Projekt.

10. Hilfsaktion des Kfz-Handwerks

Ein Bündnis aus Kfz-Betrieben, die Kfz-Rockstars, kündigt an, alte Fahrzeuge kostenlos in Stand zu setzen und in die Hochwassergebiete zu überführen. Hierzu rufen sie zu Fahrzeugspenden auf.

Nach Angaben der Initiatoren sind aktuell schon die ersten Autos gespendet worden. Freiwillige Fahrer der jeweiligen Autofahrer-Gemeinschaften sollen die Autos zu den Betroffenen fahren.

Kontakt zum Initiator: Robert Merz GmbH, Zimmermannstr. 7, 12163 Berlin, Website

11. Handwerkskammer Region Stuttgart sucht Trocknungsgeräte und Notstromagregate

Thomas Rodens, Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Stuttgart, ruft Betriebe aus der Baubranche dazu auf, nicht benötigte Trocknungsgeräte und Notstrom-Aggregate zur Verfügung zu stellen - als Spende oder Leihgabe.

Der Rotary Club Stuttgart-Solitude wird ebenfalls Geräte beisteuern, den Transport in die Hochwassergebiete organisieren und die Kosten hierfür übernehmen. In den entsprechenden Regionen werden die Geräte dann über die Clubs vor Ort verteilt. 

Die Handwerkskammer Region Stuttgart bietet an, dass Handwerker ihre Bautrockner oder Aggregate von Montag bis Freitag zwischen 9 und 15 Uhr zur Zwischenlagerung bei der Handwerkskammer abgeben können. Weitere Infos.

Kontakt zum Initiator: Thomas Rodens, 0711 65222878, 0172 8008602, rodens@handwerkmitstil.de, Website

12. Hilfsaktion des Dachdeckerhandwerks

Dachdeckerbetriebe, die in Not geraten sind, aber auch Handwerker, die mit Material und Arbeitskraft helfen wollen, können sich direkt an den Zentralverband Deutsches Dachdeckerhandwerk (ZVDH) wenden. Der ZVDH hat dafür eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: fluthilfe@dachdecker.de

Außerdem bietet der Verband weiterführende Informationen etwa zu Versicherungsfragen und Fördergeldern auf seiner Website.

Spendenkonten des Dachdeckerhandwerks

Sowohl der ZVDH, als auch die drei Landesverbände - Nordrhein, Westfalen und Rheinland-Pfalz - haben Spendenkonten eingerichtet. Die Verteilung der Gelder erfolgt in enger Abstimmung mit den Landesverbänden aus den betroffenen Regionen.

Weitere Informationen zu den Spendenkonten.

13. Maschinen spenden über Online-Portal

Die Website Materialrest24.de bietet die Möglichkeit nicht benötigte Maschinen unkompliziert den Flutopfern zur Verfügung zu stellen. Wer eine Maschine spenden möchte, kann dies in dem Portal mit dem Stichwort Fluthilfe machen. Menschen, die diese Geräte gebrauchen können, können sich kostenlos über die Website melden und werden dann mit dem jeweiligen Anbieter in Kontakt gebracht.