Einzelne Porträts reichen nicht – Websites brauchen eine erkennbare Linie. Fotograf Jan-Timo Schaube erklärt, wie Handwerksbetriebe mit einer Mischung aus Porträt und Arbeitsszene eine Geschichte erzählen, die Kunden, Geschäftspartner und neue Mitarbeiter anspricht.

Handwerksbetriebe haben einen großen Vorteil, wenn es um gute Mitarbeiterfotos für die eigene Website geht. "Man kann die Menschen bei der Arbeit zeigen, bei dem, was den Betrieb ausmacht und was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können und tatsächlich tun", sagt Fotograf Jan-Timo Schaube. Menschen hinter Bildschirmen sind dagegen nicht gerade die Motive, die Aufmerksamkeit erzeugen und motivieren, mehr über den Betrieb erfahren zu wollen.
Gute Mitarbeiterfotos: "Die Menschen bei der Arbeit zu zeigen"
Zwar muss sich der Fotograf in seinem täglichen Handwerk auch dieser Herausforderung stellen und Mitarbeiterfotos von denjenigen machen, die nicht auf interessanten Baustellen, in Werkstätten, Friseursalons oder Backstuben arbeiten. Umso mehr genießt er es aber, wenn ein Betrieb von sich aus schon tolle Kulissen liefert.
So lautet sein wichtigster Tipp für gute Mitarbeiterfotos: "Die Menschen bei der Arbeit zu zeigen." Um einzelne Persönlichkeiten herauszuheben – wenn das denn gewollt ist –, seien natürlich gute Porträts ebenfalls relevant. Aber ausschließlich darauf zu setzen oder gar eine eher künstliche Umgebung zu schaffen, die nicht zum Betrieb passt, würde sich auch im Ausdruck der Bilder zeigen.
Jan-Timo Schaube rät zu einer Mischung. "Um den Betrieb ansprechend darzustellen und damit potenzielle neue Mitarbeiter, Geschäftspartner und Kunden zu gewinnen, ist ein Blick hinter die Kulissen kombiniert mit guten Porträts ideal", sagt der Profi. Dabei müssten allerdings trotz Abwechslung eine gewisse Ordnung und ein Ziel erkennbar sein. "Es darf nicht chaotisch wirken, sondern sollte einen roten Faden haben und eine Art Geschichte erzählen", sagt Schaube.
Planung von Mitarbeiterfotos: So kann man sie langfristig nutzen
Dieser rote Faden sei deshalb auch wichtig im Vorfeld bei der Planung eines Fotoshootings. Schaube empfiehlt Handwerksbetrieben, sich vor dem eigentlichen Fototermin mit der Fotografin oder dem Fotografen zu treffen und den Ablauf zu besprechen. Dabei legt man fest, welche Art von Fotos gemacht werden soll, wo sie zu sehen sein sollen, und kann auch die Orte besichtigen, an denen fotografiert werden soll.

Der Fotograf sieht die Mitarbeiterfotos, die er macht, nicht als kurze Momentaufnahmen. "Wenn wir von Websites sprechen, die Fotos aus dem Betrieb und Menschen, die dort arbeiten, zeigen sollen, bestehen diese ja meistens doch einige Jahre und sollten entsprechend hochwertig und zeitlos sein", sagt er. Er gibt zu bedenken, dass die Fotos von Suchmaschinen automatisch angezeigt werden und meistens von den Betrieben auch in sozialen Medien genutzt werden sollen. So bietet es sich an, im Vorfeld auch anzuschauen, was bisher dargestellt wird, und zu besprechen, welche Art von Bildern man dort zeigen möchte.
Eine gute Planung im Vorfeld und genaue Absprachen würden den Betrieben beim Buchen eines Profi-Fotografen insgesamt Kosten sparen, sagt Schaube. So hätte man nach einem einzigen intensiven Fototag alles abgedeckt und könne aus dem entstandenen Foto-Portfolio langfristig schöpfen.
"Ich sehe online leider von vielen kleinen Betrieben immer noch sehr viele Fotos auf Webseiten, die viel zu dunkel, unscharf und zu klein in der Auflösung sind", zählt der Profi häufige Fehler auf, die auch im Zeitalter von KI und in einer Welt, in der sich kaum ein Betrieb noch ohne gute Online-Darstellung behaupten kann, zu sehen sind.