Geringfügige Beschäftigung Minijobs: Was sich 2013 geändert hat

Dass das monatliche Minijobgehalt 2013 statt 400 nun 450 Euro betragen darf, hat sich längst herumgesprochen. Doch auch in puncto Rentenversicherung sind Neuerungen in Kraft getreten. Hier die wichtigsten Neuerungen aus zwei Blickwinkeln – dem des Minijobbers und dem des Arbeitgebers.

Bernhard Köstler

Die Zahl der geringfügig Beschäftigten im gewerblichen Bereich sank nach Angaben der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn See von September 2011 bis September 2012 um 0,8 Prozent. - © Quelle: Tobif82/Fotolia - dhz

Minijob aus der Sicht des Minijobbers

Für Minijobber, die bereits im Jahr 2012 als Minijobber in einem Handwerksbetrieb angestellt waren, ändert sich bei der Rentenversicherung nichts. Sie können über den Arbeitgeber bei der Minijobzentrale den Antrag stellen, eigene Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzubezahlen, aber sie müssen nicht. Der Eigenbeitrag beträgt 3,9 Prozent des monatlichen Minijobgehalts und bringt später für jedes Beschäftigungsjahr rund einen Euro mehr Rente im Monat.

Neuregelung für Minijobs ab 2013
Minijobber, die 2013 neu eine geringfügige Beschäftigung als Minijobber aufgenommen haben, sind zwingend rentenversicherungspflichtig mit 3,9 Prozent des Minijobgehalts. Auf Antrag können sich Minijobber allerdings von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Der Antrag muss schriftlich beim Arbeitgeber gestellt werden.

Riester-Zulagen retten
Stellt ein selbstständiger Handwerker seinen Ehegatten als Minijobber auf 450-Euro-Basis an, kann der eigene Rentenversicherungsbeitrag von 17,55 Euro im Monat einen enormen Vorteil bedeuten (450 Euro Minijobgehalt x 3,9 Prozent). Denn durch die Rentenversicherungspflicht erhält der angestellte Ehegatte einen Riesteranspruch. Zahlt der Minijobber seinen Mindestbeitrag, bekommt der selbstständige Handwerker einen abgeleiteten Riesteranspruch (§ 79 Satz 2 EStG).

Folge: Schließt nun der Selbstständige auch einen Riestervertrag ab und zahlt im Jahr 60 Euro in den Vertrag ein, winken zweimal Zulagen. Zum einen die staatliche Grundzulage von jährlich 154 Euro und zum anderen die Kinderzulagen von 185 Euro je Kind (bei Geburt ab 2008: 300 Euro).

Minijob aus der Sicht des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber muss 30 Prozent pauschale Abgaben neben dem Minijobgehalt einkalkulieren und ein paar minimale Abgaben für verschiedene Umlagen. Die Abrechnung ist einfach zu handhaben. Stellt ein 2013 eingestellter Minijobber einen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht, muss der Antrag spätestens nach sechs Wochen der Bundesknappschaft gemeldet werden.

Minijob-Knowhow

  • Frührentner: Wer vor dem gesetzlichen Rentenalter eine Frührente bezieht, dürfte 2012 maximal 400 Euro im Monat verdienen, ohne dass Rentenkürzungen drohten. Im Jahr 2013 klettert die maximale Hinzuverdienstgrenze auf 450 Euro pro Monat.
  • Gehaltsextras: Minijobber dürfen neben den 450 Euro im Monat auch steuerfreie Gehaltsextras beziehen (Kindergartenzuschuss, Zuzahlungen zu Fortbildungen, Benzingutschein, etc.).
  • Beliebt I: Besonders beliebt sind Minijobber, die privat krankenversichert sind. Denn hier spart sich der Arbeitgeber die 13-prozentige Pauschalabgabe zur Krankenversicherung.
  • Beliebt II: Immer mehr Betriebsinhaber stellen ihre Ehegatten und Kinder als Minijobber an.
    Vorteil: Sämtliche Minijobausgaben mindern den Gewinn. Jedoch müssen die Minijobber nichts mehr versteuern.
  • Gleitzone: Auch die Midijob-Gehälter mit der Begünstigung in der Sozialversicherung klettern 2013 von bislang 800 monatlich auf 850 Euro.
  • Minijob & Ehrenamt: Wird eine Behindertenwerkstatt von einer gemeinnützigen Organisation betrieben, können Minijobber monatlich bis zu 650 Euro auf die Hand verdienen. Das sind 450 Euro aus einem Minijob und 200 Euro Übungsleiterpauschale für die Ausübung eines Ehrenamts.