Kolumne Leistung der Azubis: Diese Einflussfaktoren bestimmen mit

Schlechte Leistung von den Azubis? Dafür gibt es eine ganze Reihe möglicher Ursachen. Welche im Betriebsalltag wichtig sind, erklärt Ausbildungsberater Peter Braune in seiner Kolumne.

Leistung von Azubis
Klar strukturierte Arbeitsabläufe, ein gutes Verhältnis zu den Kollegen und ein angenehmes Raumklima: Vieles hat Einfluss auf die Leistung von Azubis. - © Robert Kneschke - stock.adobe.com

Nicht überall ist das Wohlbefinden am wichtigsten. Wenn ein Schulungsraum nicht mit Stühlen sondern mit Betten und Sofas ausgestattet wäre, würden das sicher viele Lehrlinge gut finden. Das Lernen würde eher gehemmt. Für das Lernen im Betrieb sind andere Gestaltungen erforderlich als für das gemütliche Wohnen zu Hause. Die Gestaltung der Lernorte ist wichtig. Hier einige Tipps:

  • Sie müssen ergonomisch gestaltet sein.
  • Die Temperatur und Belüftung sind für die Arbeitsleistung förderlich.
  • Die Belastung durch Lärm sollte so weit wie möglich eingegrenzt sein.
  • Die Beleuchtung macht gute Arbeiten möglich.
  • Die technischen Fehlerquellen sind ausgeschaltet.
  • Die Arbeitssicherheit ist durch regelmäßige Belehrungen und durch entsprechende Schutzmaßnahmen gewährleistet.

Wichtig ist es für Azubis außerdem, praxisnah die Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben. Die Lehrwerkstatt ist ein eigenständiger Lernort.

Mehr Leistung des Azubis, wenn er gut eingebunden ist

Zweck und Ziel der Ausbildung ist es, auf der Grundlage bestimmter inhaltlicher Vorgaben eine breit angelegte berufliche Grundbildung und die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln. Um das zu erreichen, ist eine Eingliederung der Lehrlinge in die betrieblichen Aufgabenstellungen und Arbeitsgänge zweckmäßig und wünschenswert.

Dafür sind sie meist in eine Arbeitsgruppe eingebunden. Dort klappt die Zusammenarbeit gut, wenn der Umgangston freundlich ist. Eine Ausgrenzung gibt es nicht. Die persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse werden berücksichtigt. Und gegenseitige Erwartungen sind bekannt. Die private Umgebung wird geachtet, aber auch eine Benachteiligung aufgrund religiöser und kultureller Überzeugung ist ausgeschlossen. Das Temperament und der Charakter der Lehrling ist respektiert.

Gute Anweisung bringt Leistung des Azubis

Weisungsbefugt gegenüber den Lehrlingen sind nur die Personen, die im entsprechenden Arbeitsbereich eine Vorgesetztenfunktion haben und mit der Ausbildung beauftragt sind. So sollten die Vorgesetzten Anweisungen geben:

  • Die Anweisungen sind verständlich erklärt.
  • Der Ausbilder führt die Tätigkeit praktisch vor.
  • Es wird aktiv nachgefragt.
  • Die Tätigkeiten werden von den Lehrlingen praktisch nachgemacht.
  • Die Qualität des Arbeitsergebnisses wird gemeinsam bewertet.
  • Die Anweisungen werden, je nach Bedarf, mehrfach wiederholt.

Schon in der Probezeit werden die Aufgaben und dazu erforderlichen Fähigkeiten erklärt. Die Erwartungen der Vertragsparteien werden ermittelt. Dazu gehören auch die sozialen Punkte und die Art der Zusammenarbeit. Die Arbeitsabläufe sind sinnvoll und fließend gestaltet. Die zeitlichen Vorgaben sind angemessen. Die Geräte sind sicher. Die Maschinen sind gebrauchsfähig. Die Werkzeuge sind vollständig.

Der betriebliche Ausbildungsplan wird regelmäßig hinzugezogen. Die Führung des Ausbildungsnachweises wird unterstützt. Der AUsbilder verbessert ständig die Lehrmethoden. Und er beobachtet den Lernverlauf und den Lernerfolg.

Patensystem für mehr Leistung des Azubis

Ein Patensystem hilft bei der Klärung der Aufgaben und der dazu erforderlichen Fähigkeiten. Die Person unterstützt bei der Kontaktaufnahme zu anderen Beschäftigten, macht auf alle Regeln aufmerksam, betreut bei der fachlichen Einarbeitung und hilft auch bei Problemen im zwischenmenschlichen Bereich. Natürlich achtet sie auch darauf das alle Rechtsgrundlagen eingehalten werden.

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.