Handwerkswirtschaft Handwerk: Konjunktur festigt sich weiter

Das Handwerk hat den konjunkturellen Rückschlag endgültig überwunden. Fast alle Indikatoren liegen wieder auf dem hohen Niveau des Vorjahres, wie die Umfragen der Handwerkskammern im vierten Quartal 2013 zeigen.

Marco Wenz und Lothar Semper

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    Die Betriebe waren zum Jahresende gut ausgelastet – vor allem das Ausbauhandwerk zeigt sich robust.
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Die Deutsche Handwerks Zeitung hat die Antworten von rund 3.800 Betrieben zusammengefasst: Demnach ist die durchschnittliche Auslastung seit dem Sommer nur um einen Punkt auf 79 Prozent gesunken. Sie stellt damit das Ergebnis aus dem Herbst 2012 ein. Die Geschäftslage, mit der die Betriebe ihre aktuelle Gesamtlage beurteilen, zeigt nur leichte Spuren einer saisonalen Eintrübung. Binnen Jahresfrist verharrte das Stimmungsbarometer bei 86 von 100 Punkten.

Immobilienboom und Konsum helfen Gewerken

Zwei Dinge prägen den Erholungsprozess im Handwerk. In der Hauptsache ist es das grassierende "Immobilienfieber". Zusammen mit dem Wunsch, die Flutschäden rasch zu beseitigen, treibt es die Baukonjunktur an. Der dämpfende demografische Effekt läuft derzeit ins Leere; sowohl die Zahl der Haushalte wie deren Größe nehmen zu.

Zweitens gilt: Wer gerade keine Wohnung baut oder saniert, sucht nach anderen Möglichkeiten, sein Geld sinnvoll auszugeben. Die Bundesbürger sind in Kauflaune und setzen auf steigende Einkommen.

Auch deshalb schildern viele Handwerker ihre Umsatzentwicklung positiv. 22 Prozent setzten im Schlussquartal mehr um, 55 Prozent hatten gleichbleibende Einnahmen. Verglichen mit der Einschätzung im Herbst 2012 (22/53) zeichnete sich zwar keine Aufwärtstendenz ab. Die Deutsche Handwerks Zeitung schätzt aber, dass die nominalen Umsätze im Berichtszeitraum wie schon im Quartal zuvor etwas höher lagen als im Vorjahreszeitraum.

2013 schloss das Handwerk dadurch voraussichtlich mit einer roten Null ab. Ein besseres Ergebnis scheiterte vor allem daran, dass in Deutschland zu wenig investiert wurde; dementsprechend mager fielen die Umsätze der Zulieferer und gewerblichen Ausrüster aus.

Weniger Personal im Handwerk

Das Handwerk hat Mühe, das Personal weiter aufzustocken. Das wird deutlich, wenn man die Betriebe mit Beschäftigungszuwächsen denen mit -verlusten gegenüberstellt. Nicht nur im saisonal schwächeren Schlussquartal lag der Saldo aus den prozentualen Anteilen im roten Bereich (minus vier Punkte). Auch der Jahresschnitt 2013 verfehlte die Nulllinie. Ersten Schätzungen zufolge dürfte die Zahl der tätigen Personen 2013 leicht gesunken sein.

Der Auftragseingang entwickelte sich fast spiegelbildlich zum Vorjahresquartal. Damals bekamen 18 Prozent der Betriebe mehr Aufträge herein, jetzt 19 Prozent. Zudem war die Bestelltätigkeit bei 52 Prozent konstant. Die Auftragsreserven schrumpften im Herbst und erreichten Ende Dezember 1,4 Monate. Kein schlechter Wert: Nur im Rekordjahr 2011 waren die Orderbestände zum Jahresausklang größer.

Wie die Konjunktur zum Jahresende in einzelnen Handwerksbranchen verlaufen ist, lesen Sie hier.>>>