Die Bundesregierung plant offensichtlich eine Abwrackprämie für alte Öl- und Gasheizungen. Hauseigentümer sollen eine Einmalprämie erhalten, wenn sie ihre alte Öl- oder Gasheizung gegen eine neue Anlage tauschen. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) begrüßt die Überlegung. Der Verband hatte bereits 2009 eine solche Prämie gefordert.
Einem Medienbericht der Bild-Zeitung zufolge verspricht ein Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes Hauseigentümern eine Einmalprämie, wenn sie ihre alte Öl- oder Gasheizung gegen eine neue Anlage tauschen. Nach Informationen des Blattes soll dies über eine Abgabe von Heizöl- und Gashändlern finanziert werden. Der Deutsche Mieterbund befürchtet, dass die Händler die Kosten direkt an die Verbraucher weitergeben.
"Das macht das Wohnen noch teurer", warnte der Bundesdirektor des Mieterbundes, Lukas Siebenkotten in dem Blatt.
Strafsteuer für Öl und Gas
Laut Zeitung heizen 30 Millionen Haushalte in Deutschland mit Gas oder Öl. Das sind 75 Prozent. Der Präsident des Eigentümerverbandes Haus & Grund, Rolf Kornemann, sagte dem Blatt: "Solche Fördermodelle sind nichts anderes als eine Strafsteuer für Öl und Gas."
Das SHK-Handwerk sieht bereits seit längerer Zeit einen enormen Modernisierungsbedarf bei Heizungsanlagen. In deutschen Kellern schlummern nach Ansicht des Zentralverbands Heizung Sanitär Klima (ZVSHK) daher hohe Energie- und CO2-Einsparpotenziale, wenn die Anlagen erneuert oder modernisiert werden, und damit mögliche Aufträge für die SHK-Betriebe. "Wir begrüßen daher grundsätzlich diese Überlegung der Bundesregierung", sagte Manfred Stather, der Präsident des ZVSHK.
Die Interessenvertretung der deutschen Heizungsbauer warnt aber ausdrücklich davor, es bei einer reinen Ankündigung zu belassen. "Wenn diese an sich gute Idee in den anstehenden Gesprächen zwischen den beteiligten Ministerien zerredet und nicht schnellst möglich umgesetzt wird, erleben wir das genaue Gegenteil des ursprünglich Beabsichtigten", sagt Stather. Kunden würden sehr sensibel auf solche Nachrichten über angeblich bevorstehende Förderungen reagieren. Schon heute hätten zahlreiche Kunden in Deutschland Aufträge zur Heizungsmodernisierung zurückgestellt, um abzuwarten, ob oder wann die Bundesregierung die Abwrackprämie tatsächlich einführt.
Hauseigentümer sind verunsichert
"Nur wenige Wochen vor Beginn der nächsten Heizperiode brauchen wir eine rasche Entscheidung der Politik. Ansonsten wird die Verunsicherung der Hauseigentümer über eine unklare Förderpolitik noch weiter zunehmen. Das kann niemand wollen", appelliert der ZVSHK-Präsident an die Adresse der Bundesregierung.
Lediglich ganze drei Prozent der Hauseigentümer haben nach Informationen des (ZVSHK) im vergangenen Jahr ihre veraltete Heizungsanlage ausgetauscht. "Die seit Jahren angestrebte Verdoppelung der Sanierungsquote auf sechs Prozent bleibt damit weiter unerreicht; und das im Jahr der Energiewende", sagt Präsident Stather. Stattdessen dominiere aktuell der Bäderbau das Geschäft des SHK-Handwerks. dapd /rh
