Eine Alternative zum klassischen Heizkörper und der Fußbodenheizung ist die Raumklimadecke. Sie beheizt Räume mit Wärmestrahlen und kann zudem überschüssige Wärme im Raum abführen. Auch im Hinblick auf die Energiekosten kann sich der Einsatz lohnen.
Steffen Guthardt
Herkömmliche Heizkörper sind in Deutschland immer noch der Standard, wenn es um die Beheizung von Räumen geht. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Fußbodenheizungen, besonders im Bäderbereich.
Eine noch weniger bekannte Alternative ist die Raumklimadecke. Sie eignet sich für Beton- und Ziegeldecken im Wohnungs- und Gewerbebau. Die Klimadecken können werkseitig vorgefertigt eingebaut werden. Neben den Heiz- und Kühlleitungen werden Elektro- und Lüftungsinstallationen, Aussparungen und deckengleiche Stürze vormontiert. Die Raumklimadecke lässt sich damit direkt an den Verteiler und die Energiequelle im Objekt anschließen.
Wärme kommt von oben
Das Prinzip der Klimadecke heißt Wärmestrahlung. Ähnlich wie bei der Sonne werden die Oberflächen im Raum durch die von oben direkt oder indirekt auftreffenden Wärmestrahlen aufgeheizt. Trifft der Wärmestrahl auf eine kalte Oberfläche, wird von ihr mehr Energie aufgenommen, als sie selbst an ihre wärmere Umgebung abgeben kann. In der Folge erwärmt sich die Oberfläche.
Die Abstrahltemperatur der Klimadecke liegt zwischen 25 und 28 Grad Celsius. Damit ist sie etwas kälter als die Oberflächentemperatur des Kopfes, die bei 32 Grad Celsius liegt, und wird als angenehm empfunden. Die Raumtemperatur kann genauso wie bei einem herkömmlichen Heizkörper nach oben und unten reguliert werden. In jedem Zimmer können die Temperaturen individuell mit „Raumreglern“ eingestellt werden. Da sich die Wärme im Raum sehr gleichmäßig verteilt, liegt bei gleichen Einstellungen die gefühlte Raumtemperatur zwei bis drei Grad Celsius höher als bei einem herkömmlichen Heizkörper. Das Prinzip ist vergleichbar mit dem Temperaturempfinden an einem kalten, aber sonnigen Wintertag bei Windstille.
Mit der dauerhaft niedrigeren Temperatur-Einstellung können pro Jahr ein paar Prozent Energie eingespart werden. Die Faustformel lautet: sechs Prozent weniger Energieverbrauch pro Grad Celsius. Hinzu kommt die relativ geringe Menge an Energie, die nötig ist, bis der Raum die gewünschte Temperatur erreicht hat.
Abkühlung im Sommer
Die Raumklimadecke eignet sich auch als Ersatz für eine Klimaanlage zum Abkühlen von Räumen im Sommer.
Das Prinzip funktioniert dabei genau umgekehrt wie beim Aufheizen. Die Decke nimmt die Wärmestrahlung des Raumes auf und führt diese über die integrierten Kühlleitungen ab. Die Raumtemperatur sinkt.
Die laufenden Betriebskosten sind dabei geringer als bei einer herkömmlichen Klimaanlage. Zudem entsteht keine Zugluft, die schnell zu Erkältungen führen kann.
