Kolumne Keine leeren Versprechungen in der Ausbildung

Was draufsteht, das sollte auch drinstecken. Dieser Satz gilt ebenso für die Ausbildung. Ausbildungsberater Peter Braune erklärt, wie sich bei jungen Menschen die Begeisterung für den Beruf wecken lässt – und das ganz ohne leere Versprechungen.

Holzbrett mit aufgeschnittener Orange, die innen eine Tomate enthüllt.
Was draufsteht, das sollte auch drinstecken: Dieser Satz gilt für Lebensmittel genauso wie für die Ausbildung. - © New Africa - stock.adobe.com

In diesen Tagen habe ich ein neues Wort gelernt, es heißt "Lebensmittelbetrug". Da gibt es Menschen, die vorsätzlich Lebensmittel herstellen, um Kundinnen und Kunden zu täuschen und daraus einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Erreicht wird das durch unerlaubte Zusätze, die zu einer Änderung der Zusammensetzung des Lebensmittels führen, oder durch eine absichtliche Verwendung falscher Bezeichnungen beziehungsweise das Weglassen von Angaben auf dem Etikett. Wer so etwas kauft hat kaum die Möglichkeit, diesen Betrug zu erkennen.

Was Lebensmittelbetrug mit der Ausbildung zu tun hat

Durch den Zusatz eines lebensmittelfremden Stoffes wird eine bessere Qualität vorgetäuscht oder die Zusammensetzung verdünnt. Da kann doch ganz leicht eine Verbindung zu Ausbildenden hergestellt werden, die für den "Ausbildungsbetrug" in manchen Betrieben verantwortlich sind.

Sie locken die jungen Menschen mit ihren Versprechungen in den Betrieb. Dann bilden sie vorsätzlich nicht richtig aus, um einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Sie pflegen keinen menschlichen Umgang. Sie sorgen nicht für die geeigneten Bezugspersonen, die verantwortungsvoll alle einschlägigen Gesetze und Rechtsvorschriften einhalten. Sie stellen nicht die Ausbildungsmittel zur Verfügung, die zum Erwerb der Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten nach dem Ausbildungsplan erforderlich sind. Sie vermitteln in der geplanten Zeit nicht die im Ausbildungsplan festgelegten Fertigkeiten und Kenntnisse. Sie übertragen den Auszubildenden Aufgaben, die nicht dem Ausbildungszweck dienen. Sie führen keine Lernerfolgskontrollen durch. Sie stellen nicht zum Besuch der Berufsschule frei. Sie erstellen keine Dienstpläne.

Begeisterung statt Betrug

Also liebe Meisterinnen, Meister, Gesellen und Gesellinnen – bitte kein Lebensmittelbetrug im Verlauf Ausbildungszeit. Das Ziel ist nicht ohne die entsprechende Begeisterung erreichbar. Das ist eine sehr starke Form der Freude und in unserem Fall verbunden mit den jungen Menschen. Diese Fähigkeit steckt in allen. Sie wird allerdings durch die Erziehung und Erfahrungen unterschiedlich entwickelt. Man kann auch lernen, sich für die Lehrlinge mit der entsprechenden Begeisterung einzusetzen. Die Verantwortlichen haben viele Möglichkeiten, diese Begeisterung zu wecken. Die begeisterten Auszubildenden wiederum haben ein starkes Interesse an allem, was mit dem Lernen zu tun hat. Für die positive Entwicklung ist es hilfreich, wenn bei allen Beteiligten eine Grundhaltung für die Begeisterung vorhanden ist.

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.