Ausgaben reduzieren Kein Geld verschenken: 6 Sparmethoden für Ihren Betrieb

Die Baukrise greift um sich. Für viele Handwerksbetriebe rückt damit die eigene Liquidität in den Mittelpunkt. Als Alternative zu teuren Krediten bieten sich Sparmöglichkeiten an. Hier einige Tipps, die in der Hektik des Alltags leicht übersehen werden.

Verbrennen Sie kein Geld. Verzichten Sie stattdessen auf unnötige Mehrausgaben und überprüfen Sie Ihre Einnahmen. - © Rebel - stock.adobe.com

Einkaufskonditionen kontrollieren

Oft hat man sich an "seinen" Lieferanten gewöhnt, hat ein gutes Verhältnis aufgebaut – aber hat er auch immer noch für Sie günstige Konditionen? In regelmäßigen Abständen sollte man Vergleichsangebote einholen und mit den Bedingungen des eigenen Lieferanten vergleichen.

Haben Sie einen günstigeren Anbieter gefunden, konfrontieren Sie Ihren bisherigen Lieferanten mit den neuen Angeboten. Häufig kommt er Ihnen entgegen, um Sie als Kunden zu behalten.

Nicht nur der Preis zählt

Achten Sie neben dem Preis auch auf das Zahlungsziel. Hier geht es nicht nur um den Skonto, der Ihnen auch noch bei Zahlung nach einer Woche eingeräumt wird. Wichtig ist auch die Zeitspanne, die zwischen Ihrer Zahlung und dem Verbrauch des Materials und der Zahlung Ihres Kunden vergeht. Je kürzer dieser Zeitraum ist, umso weniger Kapital ist gebunden. Handeln Sie im Zweifelsfall längere Zahlungsziele aus, um diesen Zeitraum zu verkürzen.

Rabatte nutzen

Prüfen Sie auch, ob beim Einkauf Mengenrabatte sinnvoll ausgenutzt werden. Sinnvoll heißt, dass der Vorteil nicht durch höhere Lagerkosten aufgefressen wird. Dabei müssen Sie aber auch die Entwicklung der Preise – insbesondere bei Rohstoffen – im Auge behalten. Prüfen Sie auch, ob es sich lohnt, Einkäufe zusammen mit anderen Handwerkern zu tätigen, um gemeinsam bessere Konditionen zu erreichen.

Leistung, die man sich leisten kann

Wenn größere Anschaffungen, etwa ein neues Auto, anstehen, prüfen Sie erst einmal, was Sie sich langfristig leisten können. Gehen Sie dabei besser von schlechter werdenden Zeiten aus – das ist realistischer und gibt Ihnen zusätzliche Sicherheit. Wenn das Fahrzeug nicht ohne Fremdkapital angeschafft werden kann, stellt sich die Frage, ob man es besser leasen sollte. Mit Leasingverträgen lässt sich die Gewinn- und Verlustsituation besser steuern, da sich Laufzeit und Raten von Leasingverträgen an der tatsächlichen oder zu erwartenden Einsatzdauer des Fahrzeuges orientieren. Außerdem werden normalerweise Ratenanzahl und -höhe für die gesamte Vertragsdauer fest vereinbart, sodass Zins- oder Prolongationsrisiko entfallen.

Firmen müssen bei der Gewerbesteuer einen Teil der Leasing-Raten dem Gewinn hinzurechnen. Bei beweglichen Wirtschaftsgütern 20 Prozent und bei Immobilien 50 Prozent, allerdings nur, wenn die Summe aller Beträge aus Zinsen sowie der Finanzierungsanteile von Mieten und Leasing-Raten 100.000 Euro im Jahr übersteigt, was nur selten der Fall sein dürfte.

Einnahmen unter der Lupe

Meist wird bei den Einnahmen noch mehr Geld verschenkt als bei den Ausgaben. Ein Standardfehler: Rechnungen gehen viel zu spät an den Kunden. Ein bis zwei Wochen zwischen Auftragserledigung und Rechnungsstellung sind keine Seltenheit. Rechnen Sie einmal nach: Rechnungsstellung zwei Wochen nach Auftragserledigung, vier Wochen bis zum Zahlungseingang – schon bei zehn Kunden kommt da über ein Jahr Wartezeit zusammen. Deshalb muss die Rechnung sofort nach Erledigung der Arbeiten gestellt werden. Sie haben ordentliche Arbeit geleistet und einen Anspruch darauf, nun möglichst bald Geld zu sehen. 

Zur schnellen Rechnungsstellung gehört auch ein konsequentes Mahnverfahren. Wenn Kunden gewohnt sind, erst nach acht Wochen eine Mahnung zu erhalten, darf man sich über die schlechte Zahlungsmoral nicht wundern. Oft fehlen aber die wichtigsten Grundlagen für ein optimales Forderungsmanagement. Auf folgende Punkte sollten Sie besonders achten:

  • Befinden sich die juristisch korrekten Adressen in der Kundendatenbank? Werden die Geschäfte mit dem aktuellen gesetzlichen Vertreter abgewickelt?
  • Wird die Zahlungsfähigkeit von Neukunden grundsätzlich und bei Bestandskunden in Abständen geprüft?
  • Werden branchenunübliche Zahlungsziele gewährt?
  • Werden bei größeren Beträgen Sicherheiten verlangt?
  • Werden ausstehende Forderungen und die eigene Kreditlinie bei der Hausbank regelmäßig geprüft?

Inkassobüro hilft

Immer, wenn es um viele kleine Rechnungen geht, sollte man über die Zusammenarbeit mit einem Inkassobüro nachdenken. Die für Sie dabei anfallenden Kosten halten sich in Grenzen, weil das Inkassobüro auch vom Schuldner Gebühren verlangen kann. Arbeiten Sie aber nur mit einem seriösen Inkasso-Unternehmen zusammen. Empfehlenswerte Institute finden Sie im Internet unter www.inkasso.de auf den Seiten des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BDIU).