Gas-Gewinnung Kabinett verabschiedet Gesetzentwurf zu Fracking

Das Gesetz zur Nutzung der neuen Fracking-Technologie ist auf den Weg gebracht worden. Zuerst soll es nur ein Probebetrieb sein, bald aber könnte die Technik großflächig zum Einsatz kommen.

Das Gesetz zum Fracking ist auf den Weg gebracht worden - © Foto: Colourbox.de

Nach einer kontroversen Debatte über das Für und Wider ist der vom Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium eingebrachte Gesetzentwurf vom Kabinett beschlossen worden. Fracking soll demnach unter anderem in Wasser- und Naturschutzgebieten verboten, aber nicht grundsätzlich untersagt werden.

Bislang gab es keine gesetzliche Regelung zur neuen Fracking-Methode. Ein erster Anlauf war 2013 gescheitert, da der damalige Entwurf nach Ansicht einiger Parlamentarier einen unzureichenden Schutz vor Verunreinigungen des Grundwassers bot. Auch mit dem nun beschlossenen Gesetz zeigen sich viele Abgeordnete unzufrieden und fordern bereits Nachbesserungen. Sie drohen mit einer Ablehnung des Entwurfs. Unter anderem dürfe es ab 2019 keine kommerzielle Förderung der Technik geben.

Unabhängigkeit von Russland

Wenn es nach 2018 jedoch tatsächlich zu einer großflächigen Förderung kommen sollte, wird die Technologie nur in bestimmten Gebieten erlaubt sein. Alle Bereiche, die mit der Wasserversorgung zusammenhängen sind außen vor. Zudem müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden: Das Gebiet muss auf mögliche Gefahren erprobt und von unabhängigen Experten (Geologen, Umweltbeamten, Geoforscher) als unbedenklich bewertet werden. Bergbau- und Wasserbehörden sind dann aber nicht an das Votum gebunden. Besonders diese geplanten Expertenkommissionen sind jedoch umstritten. Sie seien ein Zugeständnis an die Gasunternehmen und ein Automatismus zur Genehmigung von Förderarbeiten. Teile der Opposition werfen der Regierung ebenfalls vor, den Weg für ein flächendeckendes Fracking zu ebnen. Fracking sei, so Grünen-Chef Anton Hofreiter, eine Rückwärtsrolle in der Energiepolitik .

Doch Fracking bietet auch Chancen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe schätzt die technisch gewinnbare Menge an Schiefergas auf 1,3 Billionen Kubikmeter. Ein riesiges Potenzial. Bei einem jährlichen Verbrauch von 85 bis 90 Milliarden Kubikmeter könne der Bedarf in Deutschland für 14 Jahre gedeckt werden. Zudem könnte Deutschland so in diesem Bereich unabhängiger von Russland werden. Das wiederum wird nur gelingen, wenn eine Bundesweite Fördererlaubnis zustande kommt, denn nur dann werden Unternehmen auch investieren.

Schon seit dem 60ern wird "gefrackt"

Fracking in Deutschland an sich ist nichts Neues. Bereits seit 1961 wird mit der Technik Gas aus unterirdischen Hohlräumen gefördert. Was die neue Methode von dieser unterscheidet, ist dass das Gas nicht aus Hohlräumen sondern nun aus dem Inneren von Gesteinen gewonnen wird. Zu diesem Zweck wird ein speziell vorbereitetes Wasser mit hohem Druck in die Gesteinsschichten gepresst.