Umweltschutz im Betrieb Investition in Umweltschutz: So klappt's mit der Förderung

Investitionen in den Umweltschutz werden oftmals gefördert. Aber viele Betriebsinhaber fühlen sich von der Programmflut überfordert. Zu Unrecht.

Sabine Hildebrandt-Woeckel

Strom aus Sonnenenergie: Nicht nur Umweltschutz oder Energieeffizienz werden gefördert. Auch für Investitionen in erneuerbare Energien bietet die KfW Programme. - © Foto: Federico Rostagno/Fotolia.com

Ein metallverarbeitender Betrieb möchte neue Filter einsetzen, eine Bäckereikette ihren Fuhrpark um mit Biomethan betriebene Fahrzeuge ergänzen. Eine Schreinerei plant, neue, energieeffizientere Maschinen einzusetzen. Drei Vorhaben – ein Problem. Alle drei würden gerne Förderprogramme nutzen, wissen aber nicht, welche es gibt, und vor allem welche für sie passen.

Einen Gesamtüberblick hat niemand

Handwerksexperten kennen das Problem. Viele Betriebsinhaber fühlen sich überfordert. Und tatsächlich ist es auf den ersten Blick nicht einfach, Ansprechpartner zu finden. Vor allem den Gesamtüberblick hat niemand. "Zu viele Anbieter von der EU bis zu den Kommunen, zu viele Programme, zu unterschiedliche Verfahren", heißt es beim Zentralverband des Deutschen Handwerks. Selbst Betriebsberater kennen oft nicht alle Programme – und allenfalls die aus dem eigenen Bundesland. Denn was in Bayern möglich ist, gilt für Baden-Württemberg noch lange nicht.

Wer für seine Investition Fördermittel braucht, der kommt um ein paar eigene Recherchen nicht herum. Das sieht auch Markus Merzbach, Abteilungsdirektor bei der KfW-Bankengruppe, so. Dennoch stellt der Experte klar: "So schwierig, wie oft vermutet, ist es nicht." Mittlerweile gibt es verschiedene Internetportale, die gute Übersichten bieten und auch die KfW selbst, einer der größten Anbieter von Förderkrediten, arbeitet kontinuierlich daran, Angebot und Service zu verbessern.

Webseite bietet Überblick

Zwar gibt es auch bei der KfW gleich mehrere Programme, die bei Investitionen in den Umweltschutz relevant sein können, allerdings auch diverse Möglichkeiten, das passende zu finden. Zum einen über eine deutlich verbesserte Webseite, zweitens durch kostenfrei zu erreichende Info-Center und zum dritten auf vielen Präsenzveranstaltungen, die die KfW mit den Handwerkskammern durchführt.

Vor allem zwei große Programme unterstützen Betriebe: das Umweltprogramm und das Energieeffizienzprogramm. Ersteres wäre sowohl für oben erwähnten metallverarbeitenden Betrieb relevant als auch für die Bäckereikette, denn es finanziert die Reduzierung von Emissionen aller Art. Geht es dagegen um den Austausch alter Maschinen oder um die Sanierung von Gebäuden, ist das Energieeffizienzprogramm das Mittel der Wahl. Wobei hier zur Beantragung ein Gutachter hinzugezogen werden muss, beim Umweltprogramm dagegen kann das Unternehmen den Erfolg selbst dokumentieren. Die KfW prüft dann nur noch.

Einzelfallprüfung ist entscheidend

Wem beides zu aufwendig ist, der kann alternativ auch auf den ganz normalen KfW-Unternehmerkredit zurückgreifen, der auch alle Umweltmaßnahmen finanziert, von den Zinssätzen allerdings nicht ganz so günstig ist. "Wobei sich das", wie Merzbach betont, "in der derzeitigen Niedrigzinsphase in vielen Fällen nicht viel nimmt." Entscheidend ist die Einzelfallprüfung.

Doch egal für welchen Kredit man sich letztlich im Einzelfall entscheidet, die Beantragung läuft über die Hausbank. Auch aus diesem Grund, so noch einmal Banker Merzbach, sei es für Betriebsinhaber wichtig, sich selbst einen groben Überblick zu verschaffen. Wer informiert ist, dem fällt es leichter, den Bankberater zu überzeugen, bei entsprechenden Investitionen auf Fördermittel zuzugreifen. Nicht immer, weiß der Fachmann, kommen diese von alleine darauf.

Onlineprüfung bald beim Bankgespräch möglich

Und vermutlich schon ab kommenden Jahr ist es möglich, direkt im Bankgespräch online nachzufragen, welches Projekt in welchem Programm förderfähig ist. Wobei die Onlineanfrage nur die Förderfähigkeit klärt, für die Sicherheiten bleibt die Hausbank zuständig.

Zur eigenen Recherche

Fürs Handwerk relevante Umweltprogramme der KfW
EnergieeffizienzprogrammNeubau und Sanierung von GewerbegebäudenInvestitionen bis 25 Mio. Euro, ab 1 Prozent effektiver Jahreszins je mehr Energieeffizienz, desto mehr Förderung, bis zu 17,5 Prozent Tilgungszuschuss, für Unternehmen ohne Umsatzbeschränkung
Energieeinsparung im laufenden BetriebInvestitionen bis 25 Mio. Euro, ab 1 Prozent effektiver Jahreszins, anwendbar ab Energieeinsparungen von 10 Prozent, für Unternehmen ohne Umsatzbeschränkung
Umweltprogramme Reduzierung von Emissionen aller ArtBis zu 10 Mio. Euro pro Vorhaben, ab 1 Prozent effektiver Jahreszins, Zinsbindung bis 20 Jahre, Zinsvorteil für kleine Unternehmen, für Unternehmen ohne Umsatzbeschränkung
Innovative UmweltschutzmaßnahmenKeine festgelegte Obergrenze, Zins oder Investitionszuschüsse (bis zu 30 Prozent), tilgungsfreie Anlaufjahre, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen