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Kunden zu Fans machen "Ich komme wieder": Kunden gewinnen und Gutes tun

Seine Stammkundschaft wächst beständig. Der Clou: Er setzt auf gut vernetzte Vereinsmitglieder. Der Augenoptikermeister, Sven Empen, verrät wie es geht.

Treue Kunden und Fans haben eines gemeinsam: Nichts geht über "ihren Laden". Erfolgreiche Handwerksbetriebe bauen sich eine Stammkundschaft auf und gewinnen Neukunden durch Weiterempfehlung. Dies gilt vor allem für Unternehmen, die sich mit Filialketten messen müssen. Ein Augenoptikermeister vom Bodensee macht es vor: Fußballspieler, Blasmusiker und Feuerwehrleute werden zu Fans von Empen Optik.

Stammkundenbindung gehört zum Kerngeschäft

Sven Empen lockt Kunden in Tettnang und Friedrichshafen mit einem Bonusprogramm für Vereine in seinen Laden. Das Ergebnis: Regelmäßig wiederkehrende Kundschaft, die genau deswegen bei Empen Optik kauft. "Viele Betriebe haben einen regional eng begrenzten Kundenkreis", sagt Dirk Haid, Leiter der Betriebsberatung bei der Handwerkskammer für Oberfranken. "Stammkundenbindung zählt deshalb im Grunde zum ureigenen Geschäft." Der Ladeninhaber, Sven Empen, startete "Empen für Vereine" vor fünf Jahren. Mittlerweile genießen mehr als 400 Vereine aus der Region die Vorteile des Bonusprogramms.

Sven Empen hat das Kundenbindungsprogramm immer wieder verfeinert. Kunden, die gleichzeitig Mitglied in einem Verein sind, erhalten bis zu zehn Prozent Rabatt auf ihren Einkauf bei Empen Optik. Wer teilnehmen möchte, füllt die Vereinskarte aus. Auf dieser wird der Vereinsname vermerkt, zum Beispiel TSV Tettnang. Mit jeder Kundenkarte, die sich die Mitglieder des TSV Tettnang holen, steigt der Rabatt. Der Anreiz, den Vereinskollegen Empen Optik zu empfehlen und dort zu kaufen, steigt. Mehr als 4.000 Vereinsmitglieder wurden so zu Empens Kunden. Der größte Verein in seiner Kundendatenbank zählt 300 Mitglieder.

Vereinskarte

Nähere Informationen finden Sie auf der Aktionshomepage.

Vereinsaktionen für den guten Zweck

"Wer gibt, gewinnt" lautet Empens Motto. Der Mehrumsatz durch das Bonusprogramm fließt zum Großteil wieder in Aktionen und Veranstaltungen, von denen "seine Vereine" profitieren. Beim Tettnanger Stadtfest, dem Bähnlesfest, versteigerte er öffentlich alte Übersee-Koffer. Auch eine passende Geschichte ließ er sich dazu einfallen: Die Gepäckstücke wurden unter dem stillgelegten Tettnanger Bahnhof in einer maroden Wirtschaft entdeckt. Die Koffer füllten er und weitere Sponsoren mit Preisen. Unter anderem: ein iPad. Empens "Top-Vereine", also die mit den meisten Vereinskarten, ernannte er zu Kofferpaten. Der Erlös aus der Versteigerung stockte die jeweilige Vereinskasse um durchschnittlich 250 Euro auf.

Aber nicht nur Koffer füllt Sven Empen mit Gewinnen. Aktuell liegen 1.000 Plastikbälle in seinem Lager. Ihre Fracht: Ein Computerchip, so groß wie ein 50-Cent-Stück. Darauf gespeichert: Preise von der Eiskugel bis zum Warengutschein über 500 Euro. Mitte Juli rollen die Bälle auf der abschüssigen Straße vor dem Optikergeschäft um die Wette. Bis dahin werden Lose mit den Kugelnummern in seinem Laden verkauft. Die Organisatoren, darunter auch der Lions-Club, verteilen den Erlös unter den örtlichen Kindergärten.

Empen mit bunten Plastikbällen

Finanzielle Unterstützung für die "Top-Vereine"

"Es ist ein Geben und Nehmen", betont Sven Empen. Aus diesem Grund unterstützt "Empen für Vereine" auch mit Geld- und Sachspenden. Mal übernimmt der Ladeninhaber die Kosten für eine Zeitungsanzeige. Das nächste Mal spendiert Empen Optik den Turnierpokal. Die Höhe der Unterstützung macht Sven Empen aber abhängig von der Anzahl der hinterlegten Vereinskarten. Noch ein Grund alle Vereinsmitglieder zu mobilisieren.

Profi-Geräte verleiht Empen kostenfrei an Vereine. Zum Beispiel die "Strobo-Brille". Mit dieser trainieren auch Fußball-Bundesliga-Profis. Die Brillengläser werden abwechselnd hell und dunkel. Das Training mit der Brille fördert somit eine schnelle Wahrnehmung und steigert die Reaktionsgeschwindigkeit der Spieler. Weitere Informationen zur "Strobo-Brille".

Aber auch der Unterstützer, Sven Empen, braucht Unterstützer. Für die Vereinsaktionen gewinnt der Optikermeister Sponsoren aus der Umgebung. "Wichtig ist, dass das Unternehmen zur Aktion passt." So konnte er den FC St. Pauli von einer seiner Ideen überzeugen. Der Zweitligist sponserte ein Fußball-Benefizspiel für Flüchtlinge. Das passte gut. Auch der FC St. Pauli hilft geflüchteten Menschen mit Spenden.

Bei "Empen für Vereine" profitieren Kunde, Verein und Betrieb gleichermaßen. Mit diesem Ansatz begeisterte er auch die Jury des Goldenen Bulli. Der Goldene Bulli zeichnet ehrenamtlich engagierte Handwerksbetriebe aus. Der Gewinner erhält einen neuen VW Transporter T6. Bereits zwei mal kam Empen in die Top 10 und flog zur Preisverleihung nach Berlin. Beide Male fuhren Andere mit dem neuen Bulli nach Hause. Jedoch brauchen die Tettnanger keinen neuen Transporter als Beweis für das Engagement des Optikers in seiner Region. Außerdem steht ja noch Empens alter VW Bulli T1 in der Garage, den er ab und zu noch ausfährt.

So bewerben Sie sich für den Goldenen Bulli 2018

Ihr Betrieb packt ehrenamtlich an, wo Helfer gebraucht werden? Erzählen Sie Ihre Geschichte beim Goldenen Bulli. Informationen und Bewerbung unter www.der-goldene-bulli-2018.de

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