WorldSkills - Weltmeisterschaft der Berufe -

WorldSkills-Teilnehmer Simon Rehm im Interview "Ich bin Zimmerer aus Leidenschaft"

Simon Rehm ist bereits Europameister der Zimmerer. Nun will der 22-Jährige bei den WorldSkills noch einen drauf setzen und erneut auf dem Podium stehen. In seiner Familie hat der Zimmerer-Beruf große Traditon.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets WorldSkills - Weltmeisterschaft der Berufe
Simon Rehm
Zimmerer Simon Rehm, hier bei den EuroSkills, will bei den WorldSkills erneut ganz oben stehen. -

Zimmermann, einer der vielseitigsten Berufe am Bau. Der Auf- und Ausbau von Bauwerken und Bauwerksteilen aus Holzkonstruktionen bilden die Hauptaufgaben dieses traditionellen Handwerks. Die Tätigkeiten reichen von der Herstellung von Dachstühlen und einzelnen Holzbauteilen bis hin zur Erstellung kompletter Gebäude in Holzbauweise.

Allerdings hat sich durch die rasche Entwicklung von Werkstoffen sowie Werkzeugen, Maschinen und Anlagen der Aufgabenbereich für den Zimmerer in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Dadurch wurde der Beruf noch abwechslungsreicher.

Europameister will WM-Topplatzierung

Simon Rehm liebt diesen Beruf. Der 22-Jährige aus dem mittelfränkischen Hilpoltstein kommt aus einer Zimmermanns-Familie, seine Eltern führen einen eigenen Betrieb. Es war also schnell klar, wohin der Berufsweg führt. Europameister ist Rehm bereits, bei den WorldSkills soll es nun ebenfalls für einen vorderen Platz reichen. Wie sich der Zimmerer auf die anstehende Weltmeisterschaft vorbereitet, wer die größten Konkurrenten sind und in wessen Fußstapfen er tritt, erzählt Simon Rehm im Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung.

Deutsche Handwerks Zeitung:  Warum sind Sie Zimmerer geworden?
Simon Rehm: Das war ganz einfach. Meine Eltern haben einen eigenen Betrieb, mein Vater, meine Brüder und mein Onkel Gottfried sind Zimmerer. Trotzdem war ich in der vierten bis sechsten Klasse überzeugt, dass ich den Beruf niemals ergreifen werde.  Ab der siebten Klasse hat es dann doch Spaß gemacht und heute bin ich Zimmerer aus Leidenschaft.

DHZ: Das heißt Sie treten in große Fußstapfen?
Rehm: Ja, mein Onkel war auch schon auf einigen Berufswettbewerben. 1981 hat er bei der Weltmeisterschaft in York (Stadt in England, Anm. d. Red.) den fünften oder sechsten Platz gemacht.

Vorbereitungen fast abgeschlossen

DHZ:  Wie bereiten Sie sich speziell auf Ihren Wettbewerb in Sao Paulo vor?
Rehm: Weil kein Werkzeug mehr da ist, sind meine Vorbereitungen schon fast abgeschlossen. Ich habe mir für die Euro- und WorldSkills spezielles Werkzeug vorbereitet. Es wurden daran keine großen Veränderungen vorgenommen, aber beispielsweise Anschläge eingezeichnet etc. Das musste ich nun bereits nach Brasilien schicken, damit es rechtzeitig dort ankommt.
Seit Herbst 2014 bin ich alle sechs Wochen zu speziellen Trainings gefahren. Außerdem war ich in Ausbildungszentren, auf Messen oder auch einmal bei einem Sponsor in der Lehrwerkstatt. Die öffentlichen Trainings sind gut für die Nerven, aber natürlich übe ich auch viel zu Hause.

DHZ: Das heißt Sie haben jetzt gar kein Werkzeug mehr?
Rehm: Doch, ich habe mir von einem Kollegen Werkzeug geliehen, um noch weiter trainieren zu können.

"Ganz oben zu stehen wäre der Wahnsinn"

DHZ:  Was ist ihr Ziel für die World Skills?
Rehm: Ich möchte das Bestmögliche erreichen. Ich weiß, wenn alles passt und ich keinen Durchhänger habe, dann ist alles drin. Ein Platz auf dem Podest wäre toll. Mit Platz drei wäre ich auch zufrieden, aber man träumt natürlich von Platz eins. Vor allem, wenn ich an die EuroSkills denke. Noch einmal ganz oben zu stehen wäre schon der Wahnsinn. Aber wenn ich am Schluss mit meiner Leistung zufrieden sein kann und mir nichts vorwerfen muss, wäre ich auch zufrieden. Die internationale Konkurrenz, vor allem aus Japan oder Korea ist schon sehr hart.

DHZ:  An was denken Sie als erstes, wenn Sie an Brasilien denken?
Rehm: An den WM-Titel 2014 der  Fußball Nationalmannschaft, Samba, die Copacabana, an Rio de Janeiro und natürlich an Sao Paulo.

DHZ:  Ist Brasilien Ihre bislang weiteste Reise?
Reh m : Ja. Ich war zwar schon einmal auf Teneriffa, aber da war ich noch klein. In letzter Zeit bin ich auch nicht mehr viel gereist, schließlich bin ich für die Meisterschaften schon dauernd unterwegs. Im vergangenen Jahr war ich mit meiner Freundin allerdings Bergwandern in Österreich, das mag ich unheimlich gern. Und ich fahre auch gerne Ski. dhz

Mehr Interviews mit den Teilnehmern finden Sie auf dem DHZ-Themenpaket rund um die WorldSkills 2015.

Weitere Infos zu den einzelnen Berufen, den Wettbewerben und den Teilnehmern gibt es direkt auf der deutschen WorldSkills Seite.


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