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Finanzielle Unterstützung Höheres Aufstiegs-Bafög beschlossen: Mehr Geld für Lehrlinge und Meister

Wer sich beruflich weiterqualifizieren will, erhält künftig mehr Geld. Dies hat die Bundesregierung beschlossen.

Neben der Hochschulbildung will die Bundesregierung nun auch die duale Ausbildung vom Lehrling bis zum Meister stärker finanziell unterstützen. Wie Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Anschluss an die Kabinettssitzung sagte, will die Bundesregierung damit die Gleichwertigkeit zwischen Hochschulbildung und beruflicher Bildung unterstreichen. "Alle drei Fortbildungsstufen können aus dem Aufstiegs-Bafög heraus gefördert werden", betonte sie.

Keine volle Kostenübernahme für Meister-Ausbildung

Anders als bisher soll es das Aufstiegs-Bafög künftig für jede einzelne Fortbildungsstufe neu geben – angefangen vom "Berufsspezialist“, über den "Bachelor Professional“ bis zum "Master Professional“. Gefördert werden also alle drei Stufen: beispielsweise vom Gesellen zum Servicetechniker, vom Servicetechniker zum Meister und vom Meister zum Betriebswirt im Handwerk.

Darüber hinaus werden künftig bei vollzeitschulischen Fortbildungsmaßnahmen alle Kosten übernommen. Bisher war dies nur für die Hälfte der Kosten der Fall. Einer hundertprozentigen Kostenübernahme bei der Meister-Ausbildung erteilte die Ministerin eine Absage.

Neue Anreize für Existenzgründer

Außerdem will der Bund nach Karliczeks Worten die Kosten für Lehrgänge und Prüfungen stärker unterstützen. Derzeit gibt es 60 Prozent als zinsgünstiges KfW-Darlehen und 40 Prozent als Zuschuss.

Künftig soll der Staat mindestens die Hälfte der Kosten übernehmen. "Bei Bestehen der Prüfung wird es nochmals aufgestockt“, ergänzte die Ministerin. Wenn man sich nach einer bestandenen Prüfung selbstständig mache, werde das Restdarlehen erlassen.

Darüber hinaus sollen virtuelle Unterrichtsformen gefördert werden. Nicht zuletzt will man so die Flexibilität in der Weiterbildung erhöhen.

Das Aufstiegs-Bafög wird zu 78 Prozent vom Bund und zu 22 Prozent von den Ländern finanziert. Nach dem Koalitionsvertrag will die Bundesregierung dafür 350 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stellen. Am 1. August 2020 sollen die Neuregelungen in Kraft treten.

>> Meisterbafög: Die wichtigsten Fragen und Antworten <<

Bessere Förderung des Aufstiegs-Bafögs: Das sagt das Handwerk

Obwohl sich der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) über den Beschluss des Bundeskabinetts freut, sieht er , dass eine volle Gleichbehandlung zwischen akademischer und beruflicher Bildung damit noch nicht hergestellt sei. So sei es erforderlich, dass alle erfolgreichen Prüfungsabsolventen vom Restdarlehen für die Fortbildungskosten befreit werden. Nach dem neuen Gesetzesentwurf müssen Absolventen der Höheren Berufsbildung, die keine berufliche Selbständigkeit anstreben, 25 Prozent ihrer Fortbildungskosten selber tragen und würden damit im Vergleich zu kostenfrei Studierenden benachteiligt.

Die grundsätzliche Entscheidung, die berufliche Fortbildung im Rahmen des Aufstiegs-Bafög künftig besser finanziell zu fördern, erntet dagegen viel Lob. "Vor allem die Förderung von bis zu drei aufeinander aufbauenden Fortbildungen ist ein wichtiger Beitrag, um die dringend benötigten Fachkräfte zu sichern", kommentierte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke den Beschluss. Der vollständige Darlehenserlass für Existenzgründer sei darüber hinaus ein gutes Signal, um mehr junge Handwerker zur Betriebsgründung oder -nachfolge zu ermuntern. In den nächsten Jahren stehen zehntausende Unternehmensnachfolgen an.

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