Energiewende Heizung: Hydraulischer Abgleich spart Kosten

Mit dem sogenannten hydraulischen Abgleich können Hausbesitzer Energie und Kosten sparen. Für einige Wohngebäude ist die Maßnahme zur Heizungsoptimierung sogar Pflicht. Wer bis wann einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen muss – und warum auch hier die Ausgestaltung der Förderkulisse zum Heizungsgesetz mit Spannung erwartet wird.

Heizungsthermometer, Schrauben und Gebäudeplan.
Der hydraulische Abgleich wird für einige Hausbesitzer staatlich gefördert. - © maho - stock.adobe.com

Ein wichtiger Schritt hin zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz in den eigenen vier Wänden ist der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage. Bei 31 Prozent der 15,5 Millionen zentral beheizten Wohngebäude in Deutschland wurde diese Maßnahme schon umgesetzt, zeigt eine aktuelle Auswertung der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft "co2online". Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass genau die Menge an Heizungswasser durch die Heizkörper fließt, die tatsächlich benötigt wird. So kann der Heizenergieverbrauch laut der Experten durchschnittlich um zehn Prozent reduziert werden.

Während über die Hälfte (56 Prozent) der Neubauten bereits über ein optimiertes Heizsystem verfüge, bestehe bei älteren Bauten hingegen Aufholbedarf – hier sei erst ein Drittel entsprechend ausgestattet: "Unterm Strich lassen weiterhin über zehn Millionen Gebäude in Deutschland dieses Potenzial ungenutzt."

Für einige Immobilienbesitzer ist der hydraulische Abgleich Pflicht

Für Häuser mit sechs bis neun Wohneinheiten ist die Maßnahme bis zum 15. September 2024 sogar Pflicht. Bevor in diesem Jahr das Gebäudeenergiegesetz (GEG) beschlossen wurde, hatte die Bundesregierung nämlich Ende 2022 zwei Energiesparverordnungen erlassen. Darin ebenfalls verpflichtend festgelegt: ein Heizungscheck für mit Erdgas betriebene Gasheizungen (ebenfalls bis 15. September 2024 durchzuführen).

Die Umsetzung der heizungsoptimierenden Maßnahmen können beispielsweise Schornsteinfeger oder Betriebe des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks (SHK) übernehmen. Wie Andreas Schuh, Obermeister der Innung SHK Berlin, berichtet, seien nach Beschluss der beiden Energiesparverordnungen vor allem große Wohnungsunternehmen auf die ansässigen SHK-Betriebe zugekommen. Es habe aber auch Anfragen von Eigenheimbesitzern gegeben. "Die Maßnahme haben die Installateure meist während der Heizungswartung mitgemacht", berichtet er. Bei den Schornsteinfegern wiederum habe sich dafür die Feuerstättenschau angeboten.

Hydraulischer Abgleich spart Energie

Hauseigentümer können laut "co2online" mit einem hydraulischen Abgleich im Durchschnitt 190 Euro pro Jahr sparen. Die Kosten für die Maßnahme können sich dadurch bereits nach rund fünf Jahren amortisieren. Bis zu 20 Prozent können durch staatliche Förderungen abgedeckt werden.

Zuschüsse in Höhe von 15 Prozent der Kosten gibt es über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) im Programmteil Einzelmaßnahmen, fünf Prozent Förderung gibt es extra, wenn die Maßnahme in einem ein höchstens 15 Jahre alten Sanierungsfahrplan enthalten ist. Dadurch sollen Energieverschwendung und CO₂-Emissionen gesenkt werden. Optional kann ein zertifizierter Energieberater bei der Planung helfen.

Allerdings: Die Förderung kann nicht für Häuser ab sechs Wohneinheiten in Anspruch genommen werden. Damit ist genau die Gruppe von der Förderung ausgeschlossen, die aufgrund der Energiesparverordnung zum hydraulischen Abgleich verpflichtet ist. Gespannt ist Obermeister Andreas Schuh deshalb auch auf die geplanten Förderungen rund um das neue GEG. Das Gesetz enthalte ebenfalls Pflichten zum hydraulischen Abgleich. "Soweit wir wissen, sieht die aktuelle Planung zu den Förderungen aber vor, dass wieder nur Häuser mit bis zu sechs Wohneinheiten von einer Förderung profitieren sollen, darüber hinaus aber nicht mehr", kritisiert Schuh.

Die Energieverschwendung in Gebäuden, wo noch kein hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde, beträgt laut "co2online" jährlich 30 Terawattstunden Energie, was über drei Milliarden Euro Heizkosten entspricht. Zudem würden rund acht Millionen Tonnen CO₂-Emissionen freigesetzt. dpa/ew