In einem Forschungsprojekt loten Wissenschaft und Handwerk die Strukturen für den Erfolg der Energiewende aus. Vor allem Aus- und Weiterbildung von Unternehmern sind wichtig, damit Elektromobilität flächendeckend eingeführt und der Verbraucher gut beraten werden kann.
In einem Gemeinschaftsprojekt wollen das Deutsche Handwerksinstitut (D H I) und mehrere Handwerksbetriebe wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur aktuellen Lage und der Zukunft der Energiewende zusammenzutragen. Dabei soll vor allem herausgefunden werden, wie die Energiewende für den unternehmerischen Erfolg genutzt werden kann und was für ihren gesellschaftlichen Erfolg getan werden muss. Das Forschungsprojekt soll bis 2015 laufen.
Stimmen die Rahmenbedingungen? Sind die Betriebe und Mitarbeiter richtig vorbereitet? Wo stehen Umsetzer und Dienstleister, ist die Fortbildung fachgerecht, sind die Kosten im Griff? Diese Fragen sollen im Zuge dieses Projekts beantwortet werden.
Vier Schaufenster der Elektromobilität
Im Mittelpunkt steht die Elektromobilität . Sie gilt als Schlüssel für eine nachhaltige umwelt- und klimaverträgliche Mobilität der Zukunft. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) betont, dass insbesondere mit den Kraftfahrzeug- und Elektrohandwerken die Elektromobilität flächendeckend eingeführt werden könne.
Betriebe könnten dazu beitragen, dass die Möglichkeiten dezentraler Quelle n der erneuerbaren Energien genutzt werden und verbrauchergerechte Angebote für Fahrzeugwartung und Ladeeinrichtungen geschaffen werden. Vor allem sollen Handwerksbetriebe den Verbraucher beraten.
Bundesweit werden in vier Schaufenstern die Bedingungen für eine flächendeckende Einführung der Elektromobilität untersucht. Am Schaufenster Elektromobilität Niedersachsen ist das Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI Hannover) beteiligt. Im Teilprojekt "Qualifizierungsoffensive Elektromobilität" entwickelt das Institut Konzepte zur ganzheitlichen Fort- und Weiterbildung von Lehrpersonal. Diese Erkenntnisse wird das HPI auch in das D H I- Gemeinschaftsprojekt einbringen und anhand von Praxisbeispielen die Notwendigkeit für gewerkeübergreifende Qualifizierungsmaßnahmen in ausgewählten Handwerksberufen mit besonderem Fokus auf Elektromobilität belegen.
Das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh Göttingen) wird sich mit den Marktchancen beschäftigen, die für die Betriebe des Handwerks im Zusammenhang mit intelligenter Energienutzung entstehen. Das Institut für Technik der Betriebsführung (itb Karlsruhe) geht der Frage nach, wie Handwerksunternehmen zum "Energiedienstleister" werden können.
Anhand von Praxisbeispielen soll illustriert werden, wie dazu die vom itb speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickelten Methoden und Werkzeuge der systematischen Dienstleistungsgestaltung eingesetzt werden können. Der Rechtsbereich des Ludwig-Fröhler-Instituts für Handwerkswissenschaften (LFI München) wird sich mit der Rolle der unabhängigen Energieberatung in Förderprogrammen aus rechtlicher Sicht befassen.
Aus- und Fortbildung
Zum Forschungsprojekt gehört aber auch die Weiterbildung der Betriebe selbst. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn Handwerksbetriebe über die Rahmenbedingungen und Betätigungsfelder ausreichend informiert sind, heißt es vom ZDH. Deshalb sei gute Aus- und Fortbildung wichtig. Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts befasst sich das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH Köln) mit dieser Frage.
Energiekosten
Die Folgen gestiegener Energiekosten sind ein weiteres Untersuchungsobjekt dieses Forschungsprojektes. Damit beschäftigt sich der betriebswirtschaftliche Bereich des (LFI) München. Eine Analyse soll Handwerksunternehmern helfen, Risiken systematisch zu erkennen und Stärken und Schwächen des eigenen Betriebes zu identifizieren. dhz
