Der Winter ist da, die verpuffte Wärme in unzähligen Kubikmetern der großen Hallen aber auch. Ausweg bietet meist nur eine energetische Sanierung, um auf Dauer sinnvoll Kosten einzusparen.
Maren Sudahl
Sie sind der Ort, an dem sich nicht nur Mitarbeiter, sondern auch wertvolle Maschinen und empfindliches Material befinden: Die Gewerbehallen. Um die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit für Mensch, Maschine und Material zu gewährleisten, bleibt den meisten Handwerkern keine andere Wahl als ein tiefer Griff in die Geldbörse.
Vor allem im Winter trauen sich die Meister deshalb gar nicht auszumalen, wie viel ungenutzten Raum sie beheizen. Abgesehen von der Energie, die durch veraltete Fenster und Dächer entweicht. Folge: Zum Jahresende kann sich der Gewinn durch die Endabrechnungen der Energielieferanten nochmal drastisch schmälern.
Hülle oder der Inhalt
Bei einer Sanierung hat der Betrieb generell zwei Aspekte, die er ganzheitlich betrachten sollte. Die Hülle als solche und die Technik im Inneren. Zur Hülle zählen Außenwände, Fenster, Türen und das Dach. Isolierung hilft hier, um die Temperatur möglichst gut innen zu halten und von der äußeren abzuschirmen.
Die Technik hingegen beinhaltet Wärmeerzeuger wie Heizung, Klima und Lüftung. Ziel ist es hier die Kosten der erzeugten Energie an sich gering zu halten. Doch Vorsicht: Bei älteren Gewerbehallen bringt es wenig, nur ein Problem zu beheben. Wichtiger ist, das gesamte thermische Zusammenspiel zu betrachten, um das Gleichgewicht zu halten.
In acht Wochen saniert
Gutes Beispiel für schnelle Sanierung einer Gebäudehülle ist die Multifunktionshalle in Ilshofen in Nordwürttemberg. Durch Pfusch am Bau verrottete dort über Jahre hinweg die Fassadenunterkonstruktion. Schimmel und Insektenbefall hatten ganze Arbeit geleistet. In nur acht Wochen wurden Fassade samt Unterkonstruktion saniert. Zum Einsatz kamen dabei 1700 m² hochwertige Fassadenbahn. Diese soll dank Wärmedämmung und Diffusionsoffenheit in Zukunft dafür sorgen, dass die Wärme im Gebäude bleibt und kein Schimmel wuchert.
Geliefert hatte sie inklusive Klebeprodukte der Hersteller BWK Dachzubehör aus dem Nachbarort Wolpertshausen. "Gutes Material kann teure Schäden vorbeugen. Denn die machen je nach Gebäudekonstruktion, Form und Baustoffqualität gut und gern bis zu 25.000 Euro aus", weiß Experte und BWK-Chef Michael Layer mit Blick auf die Arena. Dachziegel seien fürs Grobe. Doch nur hochwertige Unterspannbahnen, die UV-beständig und hitzestabil sind, schützen die darunterliegende Dämmung, Konstruktion und Bausubstanz.
Beraten lassen, Förderung einholen
Um kostensparend und effektiv zu sanieren, bedarf es eines Sachkundigen. Das kann ein Energieberater vor Ort im Detail übernehmen. Den allgemeinen Überblick aber gibt’s kostenlos bei der Handwerkskammer. "In einem Umweltkostencheck führen wir eine Art Bestandaufnahme durch. Das soll uns einen Querschnitt über die Prozesse und Technologien innerhalb der Gewerbehalle vermitteln", informiert Umweltberater Manfred Kleinbielen von der Stuttgarter HWK. So könne die Wirtschaftlichkeitsprüfung stattfinden. Schließlich solle sich die Technik-Sanierung innerhalb von fünf bis acht Jahren rechnen.
Eine rentable Förderung bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit dem Programm "Energieberatung im Mittelstand". Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von mehr als 10.000 Euro, beträgt die Zuwendung 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, jedoch maximal 8000 Euro.
