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Steuerspielregeln zu Geschenken Geschenkaufwendungen im Betrieb: 7 Steuertipps

Geschenke erhalten die Freundschaft. Eine Weisheit, die längst auch in Handwerksbetriebe Einzug gehalten hat. Möchte man sich bei langjährigen Geschäftspartnern bedanken, sind großzügige Geschenke die beste Form, das zum Ausdruck zu bringen. Doch steuerlich sind Geschenke in der Regel kaum absetzbar. Diese Steuerspielregeln zu Geschenken sollten Unternehmer beachten.

1. Grundsatz: Geschenke nur bis 35 Euro absetzbar

Als Grundsatz gilt: Aufwendungen für Geschenke an Geschäftspartner, Kunden oder Mitarbeiter von Geschäftspartnern dürfen nicht als Betriebsausgabe vom Gewinn abgezogen werden (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG). Ausnahme: Nur wenn die Präsentaufwendungen pro Jahr und Empfänger netto nicht über 35 Euro liegen, ist ein Betriebsausgabenabzug erlaubt.

Beispiel: Unternehmer Huber schenkt einem Geschäftspartner eine Flasche Champagner zu Ostern und eine Flasche zu Weihnachten. Koten je Flasche 30 Euro zzgl. 5,70 Euro Umsatzsteuer. Folge: Da die Nettoausgaben bei 60 Euro und damit über dem Jahresbetrag von 35 Euro liegen, darf Unternehmer Huber die Geschenkaufwendungen nicht als Betriebsausgabe verbuchen.

Praxis-Tipp: Kippt das Finanzamt den Betriebsausgabenabzug für Geschenkaufwendungen, ist übrigens auch die Vorsteuererstattung ausgeschlossen.

2. Besonderheit: Geschenk zur betrieblichen Nutzung

Es gibt jedoch die Möglichkeit, richtig großzügig zu sein und das Finanzamt trotzdem an den Geschenkaufwendungen beteiligen zu können. Denn kann der Beschenkte die Geschenke nur für betriebliche Zwecke nutzen, spielt der Wert des Präsents beim Betriebsausgabenabzug keine Rolle (Richtlinie 4.10 Abs. 2 Einkommensteuerrichtlinien).

3. Getrennte Aufzeichnung der Geschenkaufwendungen

Halten Sie sich bei Geschenken an die 35-Euro-Grenze pro Empfänger und Jahr oder schenken Sie Präsente, die ausschließlich betrieblich genutzt werden können, ist das für den Betriebsausgabenabzug nur die halbe Miete. Sie müssen die Geschenkaufwendungen getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufzeichnen bzw. verbuchen.

Beispiel: Sie erfüllen die Voraussetzungen dafür, Geschenke an Kunden und Geschäftspartner als Betriebsausgaben abziehen zu dürfen. Sie verbuchen die Geschenkaufwendungen in dem Ausgabenposten "Werbeaufwendungen", "Sonstige Aufwendungen" und "Repräsentationsaufwendungen". Folge: In diesem Fall kippen der Betriebsausgaben- und der Vorsteuerabzug. Sie hätten die Aufwendungen getrennt von den übrigen Betriebsausgaben auf dem Konto "Geschenke" erfassen müssen.

4. Aufwendungsersatz von Herstellern

Beschenken Sie Geschäftsfreunde und Kunden und der Hersteller der Geschenke erstattet Ihnen später Ihre Präsentausgaben als so genannten Werbekostenzuschuss, ändert das leider nicht am bestehenden Abzugsverbot für die Präsentaufwendungen. Die Aufwendungen für Geschenke und die Einnahmen für Werbekostenzuschüsse sind getrennt voneinander zu beurteilen.

Beispiel: Sie schenken verschiedenen Geschäftspartner jeweils einen Grill im Wert von 299 Euro. Der Hersteller des Grills erstattet Ihnen die Präsentkosten später. Folge: Bei der Erstattung handelt es sich um Betriebseinnahmen, bei den Präsentaufwendungen um nicht abziehbare Betriebsausgaben.

Weitere Steuerinfos zu Geschenkaufwendungen in Kurzform

5. Kein Beschenkter: Kaufen Sie eine Flasche Champagner für 100 Euro, die sie einem Geschäftsfreud schenken möchten und die Flasche fällt Ihnen herunter, können Sie die 100 Euro als sonstige Betriebsausgaben abziehen. Es handelt sich um keine Geschenkaufwendungen, weil es keinen Beschenkten bzw. Bereicherten gibt.

6. Einnahmen: Bei den Beschenkten handelt es im Wert des Geschenks um einkommensteuerpflichtige Einnahmen. Das lässt sich vermeiden, in dem der Schenker nach § 37b EStG eine Pauschalsteuer von 30 Prozent des Geschenkwerts ans Finanzamt abführt.

7. Steuerregeln zur Pauschalsteuer: Die vom Schenker ans Finanzamt abgeführte Pauschalsteuer erhöht den Wert des Geschenks nicht. Zum Betriebsausgabenabzug gilt Folgendes: Die Pauschalsteuer ist abziehbar, wenn die Geschenkaufwendungen abziehbar sind. Kein Betriebsausgabenabzug für die Pauschalsteuer kommt in Frage, wenn das Betriebsausgabenabzugsverbot für das Präsent greift.

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