Die Gasversorgung im Süden Deutschlands ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums derzeit teilweise eingeschränkt. Es gäbe jedoch kein Mengen- sondern ein Verteilungsproblem. Hingegen heißt es aus anderen Quellen, dass es bei den exportierten Gasmengen aus dem Ausland zu Lieferkürzungen gekommen sei. Ein Erdgasmangel könnte im schlimmsten Fall auch die Stromversorgung in Deutschland gefährden.

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, dass die Gasversorger Kunden im süddeutschen Raum derzeit nur eingeschränkt beliefern könnten, es aber bisher nur "wenige lokale Einzelfälle" seien. Das Ministerium führte die Probleme auf ein Verteilungsproblem vom Norden in den Süden der Republik zurück und dementierte damit Berichte über mangelnde Gasreserven.
Auf Mindestmenge reduziert
Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, dass die Regierung bereits einen Krisenstab zur Sicherung der Energieversorgung eingesetzt habe. Demnach habe die Kürzung von Gaslieferungen seitens des russischen Energiekonzerns Gazprom den Engpass in Süddeutschland hervorgerufen. Die Liefermengen sollen 25 bis 30 Prozent unter dem üblichen Niveau liegen. Laut der "Wirtschaftswoche" habe der deutsche Verteiler Open Grid Europe den Weitertransport in Richtung Süddeutschland deshalb auf die vertraglich vereinbarte Mindestmenge reduziert. Daraufhin hätte die Gasversorgung Süddeutschland (GVS) seine Abnehmer trotz der anhaltenden Kältewelle "dringend" darum gebeten, "alle zur Reduzierung ihres Bezugs aus dem Netz zur Verfügung stehenden Maßnahmen anzuwenden".
Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EnBW, Hans-Peter Villis, bestätigte der Wirtschaftswoche, dass "die Sicherheitsreserven sich dem Ende zuneigen". Die Versorger müssten mächtig eingreifen, um Engpässe auszugleichen.
Engpässe in Bayern
Sollte sich der Erdgasmangel zuspitzen, könnte auch die Stabilität des Stromnetzes in Süddeutschland gefährdet sein. In den vergangenen Tagen mussten laut Welt am Sonntag bereits mehrere Erdgas-Kraftwerke heruntergefahren werden. Seit der Stilllegung von acht Atomkraftwerken im vergangenen Jahr fehlten aber vor allem in Bayern und Baden-Württemberg Kapazitäten, um dies auszugleichen. Das Wirtschaftsministerium versucht indes zu beruhigen: "Im Strommarkt wurden bisher noch keine Kunden einschränkende Maßnahmen ergriffen."
dhz/dapd