Neue Beine, neue Perspektive. Frank Purk ist Beinprothesenspezialist. Er schenkt seinen Kunden neue Standfestigkeit, aber auch neue Zuversicht. Seit über zwei Jahrzehnten baut er Beine für Menschen, die eins oder auch zwei verloren haben. Und geht dabei auch auf ganz spezielle Design-Wünsche ein.

Es begann mit einer simplen Idee. "Ein Bekannter brachte mich darauf. Orthopädietechnik – das könnte etwas für dich sein", erinnert sich Frank Purk. Er wollte einen Beruf, der feines handwerkliches Geschick erfordert, und nahm kurzerhand ein Praktikum an. "Ich wusste sofort: Das ist es", sagt er heute. Es war für ihn die perfekte Kombination aus Kreativität und Handwerk.
Seitdem ist Purk Prothesenbauer aus Überzeugung. Seine Werkstatt in Hamburg ist weit mehr als nur ein technischer Betrieb. Hier entstehen Unikate, die seinen Kunden mehr als nur Mobilität zurückgeben.
Ein Handwerk im Wandel
Das Handwerk hat sich über die Jahre stark verändert, und Purk hat diesen Wandel hautnah miterlebt. "Früher haben wir Prothesen mit Holz und Leder gebaut, fast wie zu Meister Eders Zeiten", schmunzelt er. Heute stehen ihm modernste Materialien und Technologien zur Verfügung. 3D-Druck, sensorische Prothesen, die ein Gefühl für den Boden vermitteln. Was früher unvorstellbar war, gehört heute zum Alltag.
Aber Technik ist nicht alles, betont Purk. "Was die beste Prothese wirklich ausmacht, ist das Handwerk dahinter." Jede Anpassung ist Maßarbeit, die oft Wochen dauert und viel Fingerspitzengefühl verlangt. "Ein gutes Kniegelenk ist wichtig, aber es muss auch perfekt sitzen – und das kriegst du nur durch Erfahrung hin."
Prothesen mit Persönlichkeit
Frank Purks Prothesen sind anders – und das sieht man ihnen an. Sie sind bunt, kreativ und manchmal fast schon wie kleine Kunstwerke. "Ob ein pinkes Bein mit Comic-Design oder ein Fuß in Tarnfarben – ich will, dass meine Kunden stolz sind auf ihre Prothese", sagt Purk. Das Design sei manchmal genau das, was jemand braucht, um sich wieder als ganzer Menschen zu fühlen.
Diese Kreativität und Individualität unterscheiden Purks Werkstatt von anderen. Und die Kunden lieben es. "Wenn ein kleines Mädchen hier steht und ihre pinke Prothese mit Elsa darauf trägt, dann weiß ich: Ich habe alles richtig gemacht", erzählt er.
Der Mensch im Mittelpunkt
Eine Prothese zu bauen bedeutet für Frank Purk auch, Teil eines sehr persönlichen Weges zu werden. "Viele meiner Kunden haben gerade erst ein Bein verloren", erklärt er. "Das ist nicht leicht. Meine Aufgabe ist es, ihnen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben." Dieser Prozess dauert oft Monate. Die Kunden kommen regelmäßig zum Nachjustieren. Manchmal über Jahre hinweg. Da wachse man mit den Leuten zusammen, wie Purk meint. "Ich werde manchmal fast zum Freund."
Fachkräftemangel und die Zukunft des Handwerks
Purk sieht sich auch mit den Herausforderungen des Handwerks konfrontiert. Der Fachkräftemangel ist im Handwerk allgegenwärtig. "Es ist schwierig, junge Leute für das Handwerk zu begeistern", sagt er. "Und wenn jemand Interesse hat, merkt er oft schnell, dass die Verdienstmöglichkeiten nicht rosig sind." Purk ist überzeugt. Es muss sich etwas ändern, damit das Handwerk eine Zukunft hat.
Für ihn selbst ist der Beruf seine Leidenschaft. Doch er weiß auch, dass er seine Werkstatt modern und attraktiv gestalten muss, um junge Menschen anzuziehen. "Die Technik entwickelt sich weiter, und es gibt spannende Möglichkeiten – aber ohne Menschen, die das Handwerk beherrschen, bringt das alles nichts."
Das Handwerk ist das Verbindungsstück
Frank Purk sieht in neuer Technik eine Chance, aber er weiß auch, dass es letztlich das handwerkliche Geschick ist, das den Unterschied macht. "Ob ich ein Hightech-Kniegelenk einbaue oder ein Standardmodell – am Ende geht es darum, dass sich der Kunde gut fühlt und sicher gehen kann."
Seine Zukunftsvision? "Ich möchte noch lange Prothesen bauen – und dabei das Beste aus Tradition und Innovation verbinden." Das Handwerk sei für ihn das Herzstück. Alles andere nur das Werkzeug.

