Im dritten Jahr seit ihrem Start kann die Imagekampagne des deutschen Handwerks auf einige Erfolge verweisen. Vor allem Jugendliche nehmen das Handwerk immer positiver wahr. Beim Thema Karriere im Handwerk sind sie aber weiter skeptisch.

Handwerk kommt an: Die Öffentlichkeit in Deutschland nimmt den Wirtschaftsbereich immer stärker wahr. Das besagt eine neue Forsa-Umfrage, die regelmäßig im Zuge der Imagekampagne des deutschen Handwerks durchgeführt wird und die der "Deutschen Handwerks Zeitung" vorliegt.
In der Umfrage aus dem Frühjahr 2012 sagten 63 Prozent der Befragten, dass sie in letzer Zeit vom Handwerk gehört oder gelesen hätten. Im vergangenen Jahr waren das erst 57 Prozent. Die Imagekampagne läuft seit Anfang 2010 und soll das Erscheinungsbild des Handwerks in der Öffentlichkeit weiter verbessern.
Jugendliche kennen die Motive
Vor allem Jugendliche haben das Handwerk immer stärker im Blick. 54 Prozent der 14- bis 18-Jährigen haben das Handwerk zuletzt wahrgenommen, und damit deutlich mehr als im Vorjahr (40 Prozent). Zu dieser Steigerung haben laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sowohl die Großplakate der Imagekampagne beigetragen als auch die stärkere Konzentration auf jugendaffine Online-Formate („Simon“) in 2011.
"Diese erhöhte Aufmerksamkeit ist kein Zufall, sondern eine direkte Folge der Kampagne, wie sich an der Bekanntheit des Logos und der Zustimmung zum Claim der Kampagne zeigt", heißt es beim ZDH. Fast alle Altersgruppen – allen voran die Jüngeren – haben das Motiv im Blick: „Ich habe das Motiv schon gesehen“ sagen 46 Prozent der 14- bis 18-Jährigen (2011: 29 Prozent) und 49 Prozent der 19- bis 29-Jährigen (2011: 32 Prozent). Nur bei den Älteren ab 45 Jahren habe die Bekanntheit des Logos leicht abgenommen.
Ansehen des Handwerks wächst
In qualitativer Hinsicht wuchs seit der letzten Befragung 2011 das soziale Ansehen des Handwerks in der Gesamtbevölkerung weiter. Vor allem die Handwerker würden sich vor dem Hintergrund der Kampagne selbstbewusster wahrnehmen, heißt es. 58 Prozent von ihnen schätzen das soziale Ansehen des Handwerks als „eher hoch“ ein - im Vergleich zu 53 Prozent in 2011.
Insbesondere bei den Jugendlichen kommen mittlerweile - mit leichtem Verzögerungseffekt im Vergleich zur Gesamtöffentlichkeit - die Kernbotschaften der ersten Kampagnenphasen besser an. Der Anteil der Gesamtbevölkerung, der die Bedeutung des Handwerks für die Wirtschaft als „sehr groß“ einschätzt, stieg immerhin noch von 39 auf 43 Prozent; das bedeutet, die „Wirtschaftsmacht“ etabliert sich auf hohem Niveau.
Die Jugendlichern sehen das Handwerk positiver. 55 Prozent der Jugendlichen sehen das Handwerk als „zukunftsorieniert“, 53 Prozent als innovativ und mit modernster Technik ausgestattet. Selbst der Anteil derjenigen, die dem Handwerk die „Erfindung neuer Produkte“ zutraut, ist um die Hälfte von 24 auf 36 Prozent gestiegen.
Karriere im Handwerk?
Hinsichtlich Karriere und Selbstverwirklichung bestehen aber weiterhin die größten Unterschiede zwischen dem, was die Jugendlichen vom Beruf erwarten, und dem, was sie im Handwerk gewährleistet sehen. Bei der Fortführung der Kampagne sollen deshalb laut ZDH die Chancen für die eigene Karriere, eine gute Ausbildung als Basis für berufliche Flexibilität sowie die „Greifbarkeit“ der Berufe im Handwerk eine wichtige Rolle spielen. Dazu wurden bereits für das laufende Jahr einige neue Werbeformen erfunden.
Auch die "Deutsche Handwerks Zeitung" hat kürzlich mit der neuen Online-Rubrik "Azubi" eine Plattform gegründet, wo sich viel Wissenswertes für Jugendliche finden lässt, die ins Handwerk gehen wollen.
Befragt wurden für die Studie 1.557 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zwischen 14 und 69 Jahren. In der Stichprobe enthalten sind 89 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sowie 126 junge Erwachsene zwischen 19 und 29 Jahren. Erhebungszeitraum war der 21. März bis 20. April 2012. dhz