Öfen und Kamine bereiten Sorgen Feinstaubbelastung könnte wegen Energiewende steigen

Die Feinstaubbelastung in Deutschland ist 2012 leicht zurückgegangen. Ausgerechnet die Energiewende könnte die Feinstaubbelastung aber wieder ansteigen lassen. Grund sind die vielen Heizungsanlagen und Kamine, die immer häufiger in Häusern zu finden sind. Laut dem Umweltbundesamt ist es deshalb wichtig, sauber zu heizen. Das geht aber nur, wenn die Anlagen regelmäßig von Fachleuten gewartet werden.

Das Umweltbundesamt befüchtet, dass die Feinstaubbelastung wegen der vielen Heizungsanlagen ansteigen könnte. - © Ingo Bartussek/Fotolia

Stickstoffdioxid und Feinstaub beeinträchtigen nach wie vor die Luftqualität in Deutschland. Das belegen vorläufige Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes für das Jahr 2012.

Beim Stickstoffdioxid blieb die Belastung gegenüber den Vorjahren unverändert hoch. Die mittleren Konzentrationen von Feinstaub lagen im vergangenen Jahr auf dem Niveau des Jahres 2008 und damit deutlich unter dem der vorangegangenen drei Jahre.

Vor allem in Städten und Ballungsräumen werden in direkter Nähe zu Straßen die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid noch zu häufig überschritten.

Noch immer verringert die Feinstaubbelastung in Mitteleuropa die durchschnittliche Lebenserwartung um fast ein halbes Jahr. Vor allem Feinstaub und Stickstoffoxide müssen laut dem UBA weiter verringert werden.

Höhere Feinstaubbelastung wegen Kaminöfen

Sie entstehen aus Autoabgasen aber auch bei Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten, vor allem aber bei der Energie- und Wärmeerzeugung. Die zunehmende Zahl von Kaminöfen trage mittlerweile nachweislich zur Feinstaubbelastung während der Wintermonate bei.

UBA-Präsident Flasbarth: "Die Entwicklung weg von der Fernwärme hin zu mehr dezentralen Kleinfeuerungsanlagen in Haushalt und Gewerbe darf nicht zu einer höheren Staubbelastung führen, als sie durch heutige Großkraftwerke erfolgt. Hier hat Deutschland mit verschärften Regeln für Kleinfeuerungsanlagen einen wichtigen Schritt getan."

Das Umweltbundesamt rät deshalb, Anlagen regelmäßig durch Fachleute warten zu lassen. Dann werden Klima und Gesundheit nicht unnötig belastet.

Weiterer Handlungsbedarf besteht laut der UBA da, wo die Atemluft vieler Menschen mit Feinstaub und Stickstoffdioxid belastet ist: in den Städten und Ballungsräumen.

Dort würden sich die Verkehrsemissionen durch Umweltzonen reduzieren lassen. Das Umweltbundesamt argumentiert: Werden sie mit wenigen Ausnahmeregeln und konsequent mit Stufe 3 umgesetzt, die nur eine Einfahrt mit grüner Plakette erlaubt, wirken sie sich nachweislich positiv auf die Luftqualität aus.

Das Umweltbundesamt hat zum Thema Heizen mit Holz eine Broschüre herausgegeben. rh