Institut der deutschen Wirtschaft Fachkräftemangel bedroht Energiewende

Für den Ausbau von Solar- und Windenergie fehlen laut einer aktuellen IW-Studie rund 216.000 Fachkräfte. Mangel herrscht demnach vor allem bei Elektrikern, Klimatechnikern und Informatikern.

Elektriker verlegt Kabel an Solaranlage.
Für den Ausbau von Solar- und Windenergie fehlen aktuell rund 17.000 Elektrik-Fachkräfte. - © rh2010 - stock.adobe.com

Der Fachkräftemangel gefährdet die Energiewende in Deutschland. Für den Ausbau der Solar- und Windenergie fehlen laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aktuell rund 216.000 Fachkräfte. Dies hat eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am IW ergeben, über die die Zeitungen der Funke Mediengruppe am 26. November berichteten.

Gebraucht werden laut Studie knapp 17.000 Elektrik-Fachkräfte, sie seien das "Nadelöhr der Energiewende". Zudem fehlen demnach 14.000 Experten in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) sowie etwa 13.600 Informatiker. Auch beim Nachwuchs sehe es mau aus. Gut 14.760 Ausbildungsplätze waren der Erhebung zufolge in den relevanten Berufen der Solar- und Windenergie 2021 nicht besetzt.

"Um die Energiewende nicht zu gefährden, muss die Fachkräftesicherung für alle Beteiligten von höchster Priorität sein", betonte Studienautorin Anika Jansen vom KOFA. Neben gezielten Imagekampagnen sollte frühzeitig das Interesse für Technik gefördert werden.

Im Handwerk fehlen über 250.000 Fachkräfte

Auch im Handwerk verschärft sich der Fachkräftemangel durch die zusätzlichen Aufgaben für den Klimaschutz deutlich. "Man muss kein Prophet sein, dass mit dem jetzigen Beschäftigtenstamm diese Transformationsaufgaben im Klimaschutz und der Energie- und Mobilitätswende nicht zu stemmen und zu erfüllen sein werden", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schon jetzt fehlten im Handwerk über 250.000 Fachkräfte, Tendenz steigend. Hinzu kämen rund 125.000 anstehende Betriebsübergaben allein in den kommenden fünf Jahren.

Damit wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk gewonnen werden könnten, bräuchte es ein Umdenken in Gesellschaft und Politik, fordert Wollseifer. "Wir brauchen eine Bildungswende hin zu mehr Wertschätzung und Anerkennung der beruflichen Bildung und der berufspraktischen Arbeit; wir brauchen die gesetzliche Verankerung und Festschreibung der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung." ew/dpa