Datenschutz Facebook setzt neue Richtlinien gegen Mitglieder durch

Das bisher so erfolgsverwöhnte Netzwerk Facebook hat es in diesen Tage nicht einfach. Nach dem holprigen Börsenstart sind viele Mitglieder nun über die neuen Datenschutzrichtlinien empört, die Facebook gegen die Mehrheit bei einer Online-Abstimmung durchsetzt.

Transparenter und eindeutiger sollen die neuen Datenschutzrichtlinien von Facebook werden und sich damit natürlich zum Vorteil für die etwa 900 Millionen Mitglieder auswirken. Das versprechen die Verantwortlichen des sozialen Netzwerks um den Vorstandsvorsitzenden Mark Zuckerberg und übergehen für ihre Pläne das Votum ihrer Mitglieder in einer Online-Umfrage zu dem Thema.  

Diese hatten sich ganz eindeutig gegen die neuen Richtlinien ausgesprochen. Von den rund 350.000 Teilnehmern votierten nicht einmal 50.000 für die Reform. Die schwache Beteiligung an der Umfrage nutzte jedoch den Regularien von Facebook. So fließt die Meinung der Community erst bei einer Beteiligung von 30 Prozent der weltweiten Community ein. Damit hätten sich rund 300 Millionen Menschen an der Umfrage beteiligen müssen, um beim Datenschutz mitentscheiden zu dürfen.

Grenzenlos speichern

Eine zentrale Änderung sieht vor, dass Facebook die Daten seiner Nutzer künftig länger speichern wird. Das Unternehmen setzt sich dabei selbst keine Grenze und erklärt, es werde die Daten solange einbehalten, wie es erforderlich sei. Konkret könnten Nutzer künftig vergeblich die Löschung ihrer Daten fordern, wenn etwa ein Unternehmen die gesammelten Informationen noch für seine Dienstleistungen auf Facebook verwendet.

Zudem plant Facebook die Daten seiner Kunden künftig für eine gezielte Werbeansprache zu nutzen. So könnten zum Beispiel bei einem Mitglied, dass bei seinen Hobbies „Autos“ angibt, künftig Werbebanner von Mercedes, Ford und anderen Herstellern im Browser eingeblendet werden.

Weiterhin plant Facebook künftig jedem Mitglied eine individuelle Facebook-Email-Adresse zuzuweisen, auch wenn ein Nutzer diese gar nicht beantragt hat. Über die E-Mail-Adresse könnte Facebook dann zum Beispiel neue Nachrichten zu seinen Serviceangeboten versenden.

Die Änderungen im Überblick finden Sie unter facebook.com sg