Private Bauherren kennen sich oft nicht mit Energieeffizienz aus. Hilfe bieten Handwerker, die sich zum Energieberater weitergebildet haben. Worauf man bei der Suche nach einem Experten achten sollte.

Einige Handwerker sind als Gebäudeenergieberater tätig. Ein kompaktes Faktenblatt des RKW Kompetenzzentrums hilft Energieberatern dabei, ihren Kunden Nutzen und Qualität ihrer Arbeit näher zu bringen. Bauherren helfen die Informationen bei der Suche nach dem passenden Berater.
Warum ist eine Energieberatung sinnvoll?
Beim Hausbau müssen viele Aspekte berücksichtigt werden: Technologien, Materialien, Verordnungen und Förderprogramme. Eine Energieberatung ist sinnvoll, weil ein privater Bauherr nicht all diese Aspekte im Auge behalten kann.
Ein Energieberater hat jeden Tag mit diesen Themen zu tun. Er ist auf dem aktuellen Stand der Technik, kennt die Vorschriften und die Förderprogramme.
Woran erkenne ich einen guten Energieberater?
Der Begriff "Energieberater" ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Deshalb sollten private Bauherren gründlich nach einem erfahrenen Fachmann suchen.
Ein guter Energieberater kommt aus einem Bauberuf und hat eine anerkannte Weiterbildung zum Energieberater absolviert, zum Beispiel bei der Handwerkskammer. Diese Experten sollten einschlägige Referenzen haben, gut vernetzt und in mehreren Datenbanken gelistet sein. Außerdem sollte sich ein kompetenter Energieberater regelmäßig weiterbilden und sich mit den Förderprogrammen auskennen.
Was macht ein Energieberater?
1. Er erstellt Energieausweise für Wohngebäude
Seit 2014 müssen Energieausweise bei jeder Neuvermietung oder beim Verkauf einer Wohnung vom Eigentümer vorgelegt werden. Gebäudeeigentümer können Energieausweise zwar auch mit einem Internetformular erstellen, diese haben dann jedoch nur eine geringe Aussagekraft. Um einen bedarfsorientierten Energieausweis zu erstellen, muss das Haus vor Ort betrachtet werden.
2. Er erstellt ein Energiegutachten
Ein Energiegutachten stellt den energetischen Ist-Zustand der Gebäude dar und beinhaltet verschiedene Varianten für Energie-Einsparmaßnahmen. Unter bestimmten Voraussetzungen wird diese Energieberatung vom Bund bezuschusst.
3. Er berät zu Fördermitteln für Neubau und Gebäudesanierung
Bund und Länder haben ein großes Budget für die Fördermittel zur energetischen Gebäudesanierung. Der Energieberater kann hierzu Auskunft geben. Bei einer KfW-Förderung muss er außerdem nach Abschluss des Bauprojektes den hohen energetischen Gebäudestandard bestätigen.
4. Er begleitet den Bau des Gebäudes
Auf Wunsch des Bauherren kann der Energieberater während der Bauphase die Qualität der Ausführung begleiten. Auch diese Maßnahme kann finanziell gefördert werden.
Was kostet eine Energieberatung?
Für das Geschäftsfeld Energieberatung gibt es keine Gebührenordnung. Laut einer Umfrage der Zeitschrift "Gebäudeenergieberatung", verlangen die meisten Energieberater zwischen 60 und 80 Euro pro Stunde.
Welche Fördermittel gibt es?
Die Energieberatung wird vom Bund und teilweise auch von den Ländern und Kommunen finanziell unterstützt. In Bremen können beispielsweise über die Hälfte der Kosten für einen Energieberatungsbericht erstattet werden. Ein Rechenbeispiel ist im Flyer beschrieben.
Wo findet man den richtigen Energieberater?
Für die Suche nach einem guten Energieberater gibt es mehrere Internetdatenbanken. In dieser Datenbank des Bundes werden über 10.000 Spezialisten geführt. Auch diese Liste der RKW Kompetenzzentrums hilft bei der Suche. Neben der formalen Qualifikation sollte man aber auch auf Referenzen und persönlichen Empfehlungen achten. jb