Förderprogramme für Klimaschutzmaßnahmen Energie sparen im Betrieb: Hier gibt's Zuschüsse

Von sparsamen Maschinen über eine energieeffiziente Beleuchtung bis hin zum klimaneutralen Betrieb: Viele Klimaschutzmaßnahmen werden mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Krediten gefördert. Das ist zu beachten, wenn man die Förderungen beantragen möchte.

Illustration: Mann mit Glühbirnenkopf. Thema Nachhaltigkeit.
Allerhand Ideen für einen klimafreundlicheren Betrieb? Eine professionelle Energieberatung kann dabei helfen, die Stellschrauben auszumachen, die wirklich verbesserungsbedürftig sind. - © Aliaksandra - stock.adobe.com

Der Klimaschutz ist zuletzt nicht nur aufgrund der Sorge um den Klimawandel in den Fokus gerückt. Die Energiekrise im letzten Jahr hat viele Handwerksbetriebe belastet. Eine im ersten Quartal 2022 durchgeführte Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) zeigte, dass der Energiekostenanteil am Umsatz der Betriebe in den vergangenen fünf Jahren auf mehr als zehn Prozent gestiegen ist. Für viele der mehr als 7.900 befragten Handwerksbetriebe war das ein Anlass für Veränderungen. Jeder zweite Betrieb gab in der Befragung an, in den vergangenen fünf Jahren Maßnahmen umgesetzt zu haben, um den eigenen Energieverbrauch zu senken – oder diese innerhalb der nächsten fünf Jahre planen.

Angebot an Förderprogrammen überfordert Handwerker

Finanzielle Unterstützung in diesem Bereich gibt es reichlich. Das beginnt bei der Energieberatung und geht über zu Maßnahmen für energieeffiziente Gebäude, Anlagen, Maschinen und Prozesse, umfasst die Themen klimafreundliche Mobilität und Klimaneutralität im gesamten Handwerksbetrieb. Daneben gibt es Anreize für Handwerker, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Wer seine Mitarbeiter etwa rund um die Wärmepumpen-Installation schult, kann Zuschüsse erhalten.

Was aus der bunten Auswahl an Förderungen resultiert, ist meist jedoch Überforderung – auch das zeigt die ZDH-Umfrage. 33 Prozent der Betriebe gaben an, dass die große Zahl an Programmen der verschiedenen staatlichen Ebenen es ihnen schwer macht, die Übersicht zu behalten. So gibt es nicht nur bundesweite und landesweite Förderungen, auch viele Kommunen bieten Zuschüsse. Und das ist nicht alles, was zur Verwirrung beiträgt. Konditionen ändern sich häufig, gerade gestartete Unterstützungen fallen wieder weg. Ein aktuelles Beispiel ist eine Förderung für Privatpersonen: Das KfW-Programm "Solarstrom für Elektroautos" war bereits einen Tag nach Start ausgeschöpft.

Der erste Schritt

Sven Börjesson, Leiter des Umwelt- und Transferzentrums an der Handwerkskammer zu Leipzig, weiß, dass dieser "Förderdschungel" überfordern kann. Sein Rat für Chefs und Chefinnen: "Überlegen Sie sich zuerst, welche Maßnahmen Sie ergreifen wollen und schauen Sie dann erst, welche Förderungen es in diesem Bereich gibt." Dabei sei es schlau, sich Unterstützung zu holen – etwa durch einen Berater der Handwerkskammer. "Diese Leistung ist für Mitgliedsbetriebe kostenfrei abgedeckt", sagt Börjesson. Eine Beratung sei empfehlenswert, denn beim Thema Energieeffizienz seien viele Nebenaspekte zu beachten. "So kann es zum Beispiel sein, dass ein Betrieb sich eine effizientere Spülmaschine zulegen möchte, aber noch nicht darüber nachgedacht hat, ob diese auch mit Warmwasser aus einer Abwärmenutzung betrieben werden kann. Oder aber ein Handwerker möchte das Dach seiner Firma sanieren und vergisst, dass in einigen Jahren auch die Wände gedämmt werden müssen. Hierfür müssen am Dach jedoch die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden", gibt der Beauftragte für Innovation und Technologie zwei Beispiele.

Professionelle Beratung oft Vorgabe für Erhalt der Mittel

In vielen Förderprogrammen ist die Prüfung durch einen Energieeffizienzberater ohnehin Vorgabe, um die Finanzmittel zu erhalten. Es gibt aber auch eigens Programme, in denen die professionelle Energieberatung bezuschusst wird. Ein Beispiel ist die "Bundesförderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme." Und wer noch gar keine Idee hat, kann die Angebote der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE) nutzen. Dabei handelt es sich um ein Förderprojekt des Bundeswirtschafts- und des Bundesumweltministeriums, das vom ZDH begleitet wird und dem ein Netzwerk von zahlreichen Handwerkskammern, -verbänden und Innungen angehört. Ob Bäcker, Tischler oder Friseur – Handwerker finden auf der Website kostenlose, auf ihr Gewerk ausgerichtete Angebote, über die sie die eigenen "Energieräuber" ausmachen können. Dazu zählt zum Beispiel das E-Tool (www.energie-tool.de). Damit können Betriebe systematisch ihre Energiekosten erfassen, den Verbrauch von Maschinen und Fuhrpark festhalten und ihre CO₂-Emissionen auswerten. Auf diese Daten aufbauend können sich die Betriebe für eine kostenlose Effizienzberatung an die Experten der MIE wenden: "Wir gehen in die Betriebe rein und schauen gemeinsam mit ihnen, wo es beim Energieverbrauch klemmt", sagt Börjession, Mitverantwortlicher der Initiative.

Hilfreiche Links

  • Die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz bietet eine Übersicht aktueller Förderungen des Bundes, der Länder und der EU: www.foerderdatenbank.de
  • Auf der Website der MIE gibt es einen Überblick über die zuständigen Landesbanken und prinzipielle Hinweise und Empfehlungen zum Umgang mit Fördermittelprogrammen: www.dhz.net/mie
  • Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat einen hilfreichen "Förderwegweiser Energieeffizienz" auch für Unternehmen entwickelt: www.energiewechsel.de
  • Einen Energieeffizienz-Experten aus der Region finden Handwerksbetriebe hier: www.energie-effizienz-experten.de

Attraktive Förderungen für Handwerker

Bei der Wahl des Förderprogramms kommt es zwar stark auf die jeweilige Klimaschutzmaßnahme an. Laut Börjesson gibt es trotzdem einige Förderungen, auf die Handwerker einen Blick werfen sollten. Dazu zählt zum Beispiel die "Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft". In Modul 1 des Förderprogramms werden sogenannte Querschnittstechnologien gefördert. Dazu zählen etwa energieeffiziente elektrische Motoren, Pumpen, Ventilatoren und Druckluftanlagen. "Will eine Tischlerei ihre Absauganlage erneuern, kann sie diese Förderung in Anspruch nehmen", gibt Börjesson ein Beispiel. Ebenfalls interessant: Modul 2 (Prozesswärme aus erneuerbaren Energien) und Modul 4 (Anlagen und Prozessen optimieren).

Seit dem 1. Mai gibt es zudem das Modul 6, das sich speziell an Klein- und Kleinstunternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitenden richtet. Darüber möglich ist etwa der Austausch eines normalen Gabelstaplers durch einen elektrisch betriebenen. Bäckereien, Wäschereien, Brauereien oder Betriebe der Metallverarbeitung können die Förderung beantragen, wenn sie Anlagen wie Öfen, Waschmaschinen, Maische- und Gärbehälter oder Galvanikanlagen auf elektrischen Strom umrüsten wollen.

Geht es um die Sanierung des Firmengebäudes, bietet sich die "Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen" an. Gefördert werden etwa Maßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik oder der Heizungsanlage, die die Energieeffizienz im Nichtwohngebäude verbessern. "Hier ist zum Beispiel noch eine Fördermöglichkeit für die Umstellung von Beleuchtung mit dabei", so Börjessons Tipp. Oder soll stattdessen eine Kälte- und Klimaanlage eingebaut werden? Einen nicht rückzahlbaren Zuschuss für bestimmte Geräte mit sogenannten natürlichen Kältemitteln gibt es über die Förderung "Kälte- und Klimaanlagen" des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Weitere Informationen

Eine (nicht ­vollständige) Auswahl bundesweiter Klimaschutz-Förderprogramme finden Sie in dem ­untenstehenden Download (PDF-Datei). Bitte beachten Sie, dass sich die genannten Konditionen jederzeit ändern, Förderungen wegfallen und neue Programme hinzukommen können.

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