24 Handwerksgewerke sind beteiligt, wenn es um die Umsetzung der energiepolitischen Ziele im Gebäudebereich geht. Sie alle sollen in Zukunft noch stärker zusammenarbeiten und ihre Kenntnisse zur energetischen Sanierung aufbessern. Auch die Ausbildung in den Bauhandwerken wird darauf ausgerichtet. Der deutsche Qualifizierungsfahrplan des EU-Projekts "BUILD UP Skills" steht.

24 Handwerksgewerke sind beteiligt, wenn es um die Umsetzung der energiepolitischen Ziele im Gebäudebereich geht. Sie alle sollen in Zukunft noch stärker zusammenarbeiten und ihre Kenntnisse zur energetischen Sanierung aufbessern. Auch die Ausbildung in den Bauhandwerken wird darauf ausgerichtet. Der deutsche Qualifizierungsfahrplan des EU-Projekts "BUILD UP Skills" steht.
Die Anforderungen an das energetische Bauen und Sanieren steigen stetig und wenn die Klimaziele der EU erreicht werden sollen, ist das auch dringend nötig. "Um die Energieziele zu erreichen, müssen insbesondere die energetischen Sanierungsaktivitäten deutlich gesteigert werden", meldete am Montag der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und verweist auf die große Beteiligung, die das Handwerk daran hat.
Qualifizierte Fachkräfte fehlen
So sind derzeit 24 Handwerksgewerke beteiligt, wenn es um die energetische Gebäudesanierung und die Umsetzung der energiepolitischen Ziele geht. In diesen Gewerken werden laut ZDH neben den Qualifikationen zum Handwerksmeister weitere rund 250 Weiterbildungsmaßnahmen angeboten – darunter auch der Gebäudeenergieberater (HWK).
In den vergangenen Jahren hat das Handwerk rund 25.000 dieser Experten qualifiziert. Doch trotzdem fehlen Fachkräfte. Zusätzlich rund 90.000 qualifizierte Fachkräfte sind in den für die energetische Sanierung relevanten Berufen erforderlich.
Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission die BUILD UP Skills-Initiative gestartet, um zu prüfen, ob und welche Defizite es bei den Qualifikationen und der Anzahl der Fachkräfte im Bausektor gibt. Den deutschen Qualifizierungsfahrplan haben ZDH-Vertreter nun vorgestellt.

"Die Ergebnisse zeigen, dass Deutschland bei der Qualifikation der am Bau Beschäftigten insgesamt gut aufgestellt ist. Gleichwohl dürfen wir uns darauf nicht ausruhen", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Da die Anforderungen an das energetische Bauen und Sanieren weiter steigen, sind gezielte Weiterbildungen und Neuerungen bei den Ausbildungsgängen nötig. Schwannecke nannte als Beispiel für die gestiegenen Anforderungen die Verpflichtung zum Bau von Nahe-Null-Energie-Häusern ab 2019 bzw.2021.
Ausbildungsordnungen werden verändert
Aus diesem Grund haben sich die Beteiligten an "BUILD UP Skills" für Deutschland auf folgenden nationalen Qualifizierungsfahrplan geeinigt:- Die "Schnittstellen zwischen den Gewerken", die an der energetischen Gebäudesanierung beteiligt sind, werden ausgebaut. Eine stärkere Abstimmung und Zusammenarbeit sind das Ziel.
- Daran anknüpfend wird die Anforderung, die Gebäude stärker als System zu betrachten und die einzelnen Sanierungsschritte stärker aufeinander abzustimmen, direkt in die Ausbildung der Lehrlinge im Bausektor einfließen. Neben der sukzessiven Anpassung von Ausbildungsordnungen wird es gezielte Fortbildungen geben. Zudem müssen die Ausbilder dafür sensibilisiert werden.
- Kleine Betriebe im Baubereich werden eine stärkere Unterstützung bei der Personalentwicklung bekommen.
- Eine bundesweite Datenbank für Fort- und Weiterbildungen zur energetischen Gebäudesanierung wird aufgebaut.
Die Energieziele der EU
Die Europäische Union hat sich ambitionierte energie- und klimapolitische Ziele gesetzt: Die so genannten "20-20-20-Ziele" verpflichten die EU-Mitgliedstaaten, bis 2020
- die Treibhausgasemissionen um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren,
- eine Energieeffizienzsteigerung in Richtung 20 Prozent anzustreben,
- einen Anteil von 20 Prozent erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch zu erreichen.