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Klimapaket Energetische Gebäudesanierung: Wie das Handwerk profitiert

Die verbesserten Fördermöglichkeiten bei energetischen Gebäudesanierungen dürften dem Handwerk gute Geschäfte bescheren. Experten raten dazu, verschiedene Finanzierungsalternativen zu prüfen, bevor ein Auftrag angegangen wird.

Das Handwerk rechnet angesichts der verbesserten Fördermöglichkeiten mit deutlich mehr Geschäft bei Haussanierungen. "Ich gehe davon aus, dass die energetische Gebäudesanierung deutlich zunehmen wird", sagt Michael Zimmermann, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks mit Blick auf die erhöhten Förderzuschüsse im KfW-Gebäudesanierungsprogramm oder der steuerlichen Absetzbarkeit. Auch Udo Wirges, vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima, erwartet nicht zuletzt wegen der Austauschprämie für alte Ölheizungen über das Marktanreizprogramm mehr Sanierungsgeschäft.

Bevor Bauherren loslegen, sollten sie sich allerdings zuerst einmal einen Überblick über die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten und deren Voraussetzungen verschaffen und einen Fachhandwerker zu Rate ziehen. "Je nachdem kann bei einer neuen Heizung eine Bafa-Förderung finanziell attraktiver sein als der Steuerbonus", sagt Wirges. Wer etwa eine alte Ölheizung durch eine Heizung mit erneuerbaren Energien – wie einer Wärmepumpe oder eine Biomasse-Anlage – ersetze, könne mit einem Zuschuss von bis zu 45 Prozent der Investitionskosten rechnen. Dabei seien die anrechnungsfähigen förderfähigen Kosten auf maximal 50.000 Euro gedeckelt. Selbst für neue Heizungen, die keine Ölheizung ersetzten, gebe es Förderzuschüsse von bis zu 35 Prozent. Bei einer steuerlichen Förderung könnten dagegen nur maximal 20 Prozent der Investitionskosten bis maximal 40.000 Euro über drei Jahre von der Steuerschuld abgezogen werden.

Handwerk Nutznießer von Klimazielen

Hintergrund der veränderten Förderbedingungen sind die 2019 beschlossenen Klimaziele der Bundesregierung. In deren Folge wurde das Marktanreizprogramm "Wärme aus erneuerbaren Energien" verbessert. Außerdem wurde das KfW-Gebäudesanierungsprogramm erhöht. Daneben haben sich Bund und Länder auf die steuerliche Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen geeinigt, für die jetzt auch eine Rechtsverordnung vorliegt. Mit Blick auf das KfW-Gebäudesanierungsprogramm gelten ab dem 24. Januar 2020 höhere Tilgungs- und Investitionszuschüsse. Für Einzelmaßnahmen wie etwa das Dämmen des Daches gibt es etwa für Privatpersonen für Investitionen bis zu zwei Wohneinheiten einen Investitionszuschuss von 20 Prozent der förderfähigen Kosten von maximal 50.000 Euro, also maximal 10.000 Euro pro Wohneinheit. Dasselbe gilt für neue Fenster oder etwa den Einbau einer Lüftungsanlage. Um die Förderung zu bekommen, muss ein ausgewiesener Energieeffizienz-Experte eingebunden werden, der die Förderfähigkeit der Sanierung bestätigt. Die Maßnahme sollte erst dann umgesetzt werden, wenn der Zuschuss bewilligt wurde. Erhöht wurden auch die Tilgungszuschüsse – um 12,5 Prozentpunkte. Dies führt nach Angaben der KfW teilweise sogar zu negativen Effektivzinsen.

Bei selbstgenutztem Wohneigentum besteht alternativ die Möglichkeit , Investitionen in die energetische Gebäudesanierung von der Steuer abzusetzen. Förderfähig sind wie in den Programmen der Bafa und der KfW Einzelmaßnahmen wie die Wärmedämmung oder die Erneuerung von Fenstern und Außentüren oder die Heizungs-Erneuerung.

Förderungsstopp für Ölheizungen

Der Einbau einer neuen Öl- bzw. Ölbrennwertanlage wird aber nicht mehr gefördert, ist aber gleichwohl noch zulässig, versichert Udo Wirges vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Auch Kosten für einen zugelassenen Energieberater werden bis zu 50 Prozent gefördert. Pflicht ist die Einbeziehung eines Energieberaters aber nicht. Dagegen muss die Sanierung von einem Fachunternehmen ausgeführt werden, welches auch bestätigt, dass die Sanierung den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

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