Ökostrom EEG-Umlage soll erstmals sinken

Die EEG-Umlage wird Experten zufolge im kommenden Jahr zum ersten Mal sinken. Grund sei vor allem ein Milliardenüberschuss auf dem Umlagekonto.

Die Ökostrom-Förderung treibt die Stromkosten nach oben. Doch künftig soll sie sinken. - © Foto: Roland Weihrauch/dpa

In den vergangenen Jahren kannte der Strompreis nur eine Richtung: er stieg. Schuld daran war unter anderem die Umlage zur Finanzierung des Ökostromausbaus. Doch nach jahrelangem Anstieg wird die EEG-Umlage im kommenden Jahr nach Berechnungen von Experten erstmals sinken.

Auf Basis der bisher für die Umlage-Ermittlung angewandten Parameter errechneten das Öko-Institut und das Fachinstitut Agora Energiewende eine Umlage von netto 5,84 Cent je Kilowattstunde statt derzeit 6,24 Cent. Auch für 2016 wird mit einer geringeren Umlage als heute gerechnet - Grund sei vor allem ein Milliardenüberschuss auf dem Umlagekonto, hieß es.

EEG-Reform schon berücksichtigt

Die Zahlen preisen bereits die geplante Neuregelung bei den Industrie-Rabatten und der Ökostrom-Vergütung ein, sowie Annahmen der für die Umlageberechnung zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zur Ökostromproduktion und zur Preisentwicklung an der Strombörse. Die Verbraucher zahlen die Differenz zwischen dem für den Strom erzielten Preis und dem auf 20 Jahre garantierten Vergütungssatz.

Die Umlage für das nächste Jahr wird am 15. Oktober 2014 veröffentlicht. Der Grund für den Optimismus liegt aber nicht direkt in der geplanten Reform mit Förderkürzungen für Windstrom an Land. Sondern dank einer vielleicht zu hoch angesetzten Umlage in diesem Jahr ist das Umlage-Konto dick im Plus: 1,88 Milliarden Euro lautet der Stand.

Dabei ist der Ökostromanteil im ersten Quartal auf 27 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Branchenverbandes BDEW kletterte die Stromerzeugung von 35,7 auf 40,2 Milliarden Kilowattstunden. Windräder produzierten rund 19 Prozent mehr Strom, Solaranlagen fast 70 Prozent. dpa/dhz