Anstieg beim Meister-Bafög, mehr Lohn für Dachdecker und strengere Energiesparregeln für Bauherren – die wichtigsten Änderungen für Unternehmer und Privatleute im neuen Jahr.
Wie jedes Jahr ändern sich auch 2016 wieder etliche Dinge. Die DHZ gibt einen Überblick über die wichtigsten Änderungen für Handwerk und Privatleben.
1 Höheres Meister-Bafög
Das Meister-Bafög wird ab August 2016 steigen. Meisterschüler werden dann monatlich mehr Geld erhalten. Der Zuschussanteil beim Unterhaltsbeitrag wird von 30,5 auf 47 Prozent erhöht. Der Rest des Meister-Bafögs wird über ein Darlehen finanziert, das die Meisterschüler nach dem Abschluss zurückzahlen müssen. Auch beim Darlehensanteil werden sich die Bedingungen verbessern. Ein erfolgreicher Meisterabschluss wird ab 2016 stärker als zuvor belohnt: 30 Prozent des Restdarlehens muss der Handwerker nicht zurückzahlen. Momentan liegt der "Erfolgsbonus" bei 25 Prozent. Außerdem steigt der Basis-Förderbetrag des Meister-Bafögs von bisher 697 Euro auf 768 Euro monatlich.
Diese Weiterbildungen fördert das Meister-Bafög?
- Aufstiegsfortbildung: Weiterbildungen, die über dem Niveau des Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfen- oder Berufsfachschulabschlusses liegen,mit der man einen höheren Berufsabschluss erreicht.
- Vollzeitfortbildungen: Sie dürfen nicht länger als zwei Jahre dauern.
- Teilzeitfortbildungen: Sie dürfen nicht länger als vier Jahre dauern.
2 Anstieg beim Zusatzbeitrag: Krankenkassen werden teurer
Inzwischen haben die zehn größten gesetzlichen Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge für das komm ende Jahr bekannt gegeben. Für Millionen Versicherte heißt das, dass die Krankenversicherung ab Januar 2016 teurer wird. Denn die Krankenkassenbeiträge steigen zum Teil deutlich. Spitzenreiter ist die DAK mit satten 16,1 Prozent. Ein Anstieg um 0,6 Prozentpunkte.
IKK Classic hebt Beitragssatz deutlich an
Auch ein großer Krankenversicherer im Handwerk lässt die Kunden künftig tiefer in die Tasche greifen. Die IKK Classic hat ihren Beitragssatz auf glatte 16 Prozent angehoben. Gegenüber 2015 ist dies - wie bei der DAK - eine Steigerung um 0,6 Prozent. Im Vergleich der größten Krankenkassen heben damit die IKK Classic und die DAK die Beiträge am stärksten an. Ein Grund für die Anhebung sei die anzieh ende Kost endynamik aufgrund der beschlossenen Leistungsgesetzte, sagte IKK-Pressesprecher Michael Förstermann. Die IKK-Classic istmit 3,6 Millionen Versicherten die größte Innungskrankenkasse Deutschlands.
Mehr dazu: www.dhz.net/krankenkasse
3 Renten steigen deutlich
Rentner dürfen sich im neuen Jahr über mehr Geld freuen. Die Rentenbezüge sollen 2016 so stark steigen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Um mehr als vier Prozent könnten sich die Rentenbezüge Mitte komm enden Jahres erhöhen. "Die Rentenerhöhung erfolgt nicht nach willkürlichen Festlegungen, sondern entsprech end der gesetzlichen Rentenformel“, sagt Alexander Gunkel, der die Arbeitgeber im Bundesvorstand der Rentenversicherung vertritt. Die Rentner profitieren demnach vor allem von der guten Wirtschaftslagemit Rekordbeschäftigung, niedrigster Arbeitslosigkeit seit Jahrzehnten und Lohnplus.
Die endgültige Festlegung der Rentenzuschläge erfolgt im komm enden Frühjahr.
Allerdings müssen nach der Rentenerhöhung voraussichtlich bis zu 70.000 Ruheständler im komm enden Jahr erstmals Steuern zahlen. Die betroffenen Senioren rutschten durch die höhere Rente in die Steuerpflicht, weil ihre Einkünfte dann über dem steuerfreien Existenzminimum liegen.
Beispiel: So könnten die Renten steigen
Wer 1.000 Euro Rente bekommt, könnte – wenn die Prognosen so bleiben – ab 1. Juli 2016 rund 40 Euro mehr erhalten. Bei 1.400 Euro wären es knapp 56 Euro, bei 1.600 Euro gut 64 Euro mehr.
Mehr dazu: www.dhz.net/rente
4 Verschärfung der EnEV
Der 1. Januar 2016 ist auch ein wichtiges Datum für alle Bauherren. An diesem Tag verschärft sich die Energieeinsparverordnung (EnEV). "Sie schreibt vor, dass Wohngebäude, die ab dem 1. Januar gebaut werden, einen um 25 Prozent niedrigeren Primärenergiebedarf pro Jahr haben müssen als bisher“, sagt Jürgen Stock, Referatsleiter im Bundesbauministerium. "Außerdem muss der Wärmeschutz der Gebäudehülle bei Neubauten dann um circa 20 Prozent verbessertwerden.“ Betroffen sind alle Bauherren, die ihren Bauantrag ab dem neuen Jahr einreichen.
Außerdem wird das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren“ erweitert. Der Einbau neuer Heizungen lohnt sich dann noch mehr. Für Bauherren, die ihr Haus energieeffizient sanieren, stehen 2016 in dem Förderpaket 165 Millionen Euro zur Verfügung.
Mehr dazu: www.dhz.net/enev
5 Reform des Vergaberechts
Fristgerecht zum Frühjahr 2016 tritt die Reform des Vergaberechts in Kraft. Der Bundesrat hat dem vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Gesetz zugestimmt. Zuvor hatte bereits der Bundestag grünes Licht gegeben. Die Vergabe öffentlicher Aufträge soll nach Aussage der Bundesregierung dadurch moderner, einfacher und anw enderfreundlicherwerden.
Durch die Vergaberechtsreform werden drei neue EU-Richtlinien über die Vergabe von öffentlichen Aufträgen und Konzessionen umgesetzt. Dabei soll die bisher komplexe Struktur des deutschen Vergaberechts vereinfacht werden .

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), zeigt sich weitgeh end zufriedenmit dem Reformbeschluss: "Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts haben sich Bundestag und Bundesrat zu den Prinzipien der mittelstandsgerechten Vergabe bekannt. Für das Handwerk ist insbesondere die Regelung zum Vorrang der Fach- und Teillosvergabe wichtig."
Mehr dazu: www.dhz.net/vergaberecht
6 Dachdecker: Mindestlohn steigt
Dachdecker bekommen künftig mehr Lohn. Eine entsprech ende Mindestlohnverordnung für die Branche hat die Bundesregierung gebilligt. Damit bekommen Dachdecker 2016 bundesweit mindestens 12,05 Euro in der Stunde. Die neue Lohnuntergrenze liegt damit künftig um 20 Cent höher als zuvor. Ab Januar 2017 steigt der Stundenlohn nochmals um 20 Cent auf 12,25 Euro. Neu ist auch: Dachdecker, die in Betrieben anderer Baubranchen arbeiten, haben ebenfalls Anspruch auf den Mindestlohn.
Mehr dazu: www.dhz.net/dachdecker
7 Kindergeld nur nochmit Steuer-ID
Das Kindergeld steigt im komm enden Jahr um zwei Euro pro Kind. Wer es beziehen will, muss ab 2016 aber eindeutig identifizierbar sein. Deshalb benötigen die Familienkassen dafür die Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) des Kindergeldbeziehers sowie der Kinder. Falls die Angaben bei der zuständigen Kasse nicht vorliegen, werden Eltern im Laufe des Jahres angeschrieben. Das Kindergeld zahlt die Familienkasse jedoch weiterhin, auch wenn die Daten erst später im Jahr schriftlich nachgereichtwerden.
Mehr dazu: www.dhz.net/kindergeld
8 Zuschuss Rußpartikelfilter
Mit 260 Euro bezuschusst der Bund die Nachrüstung alter Dieselfahrzeugemit Rußpartikelfiltern. Nun wird die Ende des Jahres auslauf ende Förderung auch 2016 fortgesetzt. Von den ursprünglich bereitgestellten 30 Millionen Euro an Fördermitteln seien bislang lediglich 6,39 Millionen Euro abgerufen worden, teilt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit. Die Mittel reichen laut des Ministeriums für die Nachrüstung von 111.000 Autos.
Mehr dazu: www.dhz.net/russfilter
9 Neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Ab Januar ist der Mustervordruck der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die der Arzt kranken Beschäftigten ausstellt, neu. Dieser besteht dann aus einem vierteiligen, gelben Formular aus selbstdurchschreib endem Papier. Es umfasst je eine Ausfertigung für die Krankenkasse, den Arbeitgeber, den Versicherten sowie den Arzt.

10 Post erhöht Portopreise
Die Deutsche Post erhöht zum vierten Mal in Folge die Preise. Zum Jahreswechsel kostet das Briefporto für einen Standardbrief statt bisher 62 Cent künftig 70 Cent– ein Aufschlag von 13 Prozent. Knapp 20 Prozent mehr werden ab 2016 für Zusatzleistungen wie der Einwurf eines Einschreibens fällig. Auch internationale Briefs endungen werden teurer. Eine Postkarte beispielsweise kostet künftig 90 statt wie bisher 80 Cent. Laut der Post liegt der Preis für Standardbriefe im europäischen Mittelfeld.
Mehr dazu: www.dhz.net/porto
Das sind die neuen Preise ab Januar - National
| Artikel | Preis neu | Preis alt |
|---|---|---|
| Standardbrief (bis 20 Gramm) | 0,70 € | 0,62 € |
| Einschreiben | 2,50 € | 2,15 € |
| Einschreiben Einwurf | 2,15 € | 1,80€ |
| Eigenhändig | 2,15 € | 1,80€ |
| Rückschein | 2,15 € | 1,80€ |
| Wert National | 4,30 € | 3,95 € |
11 Bürokratieentlastungsgesetz tritt in Kraft
Zum 1. Januar tritt das Bürokratieentlastungsgesetz in Kraft. Dieses Entlastungspaket enthält Maßnahmen, die vor allem Existenzgründern, dem Mittelstand und Unternehmen in der Wachstumsphase zugutekommen sollen.
"Das Entlastungspaket enthält viele Maßnahmen, die schnell und spürbar Existenzgründern, Mittelstand sowie Unternehmen in der Wachstumsphase zugutekommen. Wir wollen sie von entbehrlichen Berichts-, Melde- und Informationspflichten entlasten", sagt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Nach den Berechnungen der Bundesregierung wird die Wirtschaft durch das neue Bürokratieentlastungsgesetzt um rund 750 Millionen Euro pro Jahr entlastet.
Mehr dazu: www.dhz.net/buerokratie
12 SHK-Handwerk - Fördergeld für den Heizungs-Check
Die Durchführung des Heizungs-Checks in Ein- und Zweifamilienhäusern wird ab dem neuen Jahrmit bis zu 80 Euro als anteilige Förderung bezuschusst.
So erhalten SHK-Handwerker die Förderung für den Heizungs-Check
- Den Förderantrag für den Heizungs-Check soll der SHK-Handwerkerdurch eine möglichst einfache Online-Meldung per Smartphone erledigen können.
- In dem Online-Verfahren werden die erforderlichen Anlagedaten und eine Unterschrift des Kunden an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) übermittelt.
- Die Bafa-Förderung soll daraufhin an den Fachbetrieb gezahlt werden.
Mehr dazu: www.dhz.net/heizung
13 Mehr Geld für Prävention
Ab dem neuen Jahr müssen Versicherer mehr Geld für gesundheitsfördernde Maßnahmen ihrer Kunden bezahlen. So verlangt es das Präventionsgesetz. Gerade kleine und mittlere Betriebe sollen künftig stärker von gesundheitsfördernden Maßnahmen profitieren. Hierzu sollen die Krankenkassen in den Betrieben den Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen unterstützen. Ab 2016 sollen Versicherer für die entsprech enden Maßnahmen laut Gesetz die doppelte Summe ausgeben als bislang. Anstatt wie bisher noch 3,17 Euro, sieben Euro pro Jahr und pro Versichertem.
Mehr dazu: www.dhz.net/praevention

14 Sepa-Frist läuft ab
Am 1. Februar 2016 haben Kontonummer und Bankleitzahl endgültig ausgedient. Dann endet die Übergangsfrist für die Umstellung auf das Sepa-Verfahren. Auch Verbraucher dürfen künftig für Überweisungen nur noch IBAN und BIC verw enden. Die Deutsche Bundesbank zweifelt wenige Wochen vor dem endgültigen Abschied von der bekannten Kontonummer samt Bankleitzahl (BLZ) jedoch an einer komplett reibungsfreien Umstellung. Zwar hätten sich die allermeisten Bürger längst an die 22 Zeichen lange IBAN ("International Bank Account Number“) gewöhnt. „Aber eine kleine Minderheit hält immer noch an der alten Kontonummer fest“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.
Mehr dazu: www.dhz.net/sepa
15 Viele Betriebe stellen auf Windows 10 um
Windows 10 hat im Gegensatz zum Vorgänger Windows 8 viel Kritikerlob erhalten. Auch der Praxistest der Deutschen Handwerks Zeitung zeigt die Verbesserungen.
Nach Angaben von Microsoft läuft Windows 10 bereits auf mehr als 110 Millionen Geräten weltweit, darunter sind mittlerweile 12 Millionen Unternehmensrechner und mobile Geräte im professionellen Einsatz.
Ein weiterer Grund für die Betriebe auf Windows 10 umzustellen: Ab 12. Januar 2016 wird Microsoft für ältere Versionen seines Internet Explorers den Support einstellen. Danach wird nur noch die Version 11 auf den Betriebssystemenmit Sicherheitsupdates versorgt. end
Mehr dazu: www.dhz.net/windows10
