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Wie man Meister-BAföG beantragt und wer es bekommt Meister-BAföG wird erhöht: Wichtige Fragen und Antworten

Das Meister-BAföG steigt ab 1. August 2016. Meisterschüler erhalten ab 1. August 2016 monatlich mehr Geld. Was sich beim Meister-Bafög genau ändert, wieviel man bekommt, wo man es beantragen kann und wie es steuerlich behandelt wird. Wichtige Fragen und Antworten zum Meister-Bafög im Überblick.

Handwerker, die Meister werden wollen, können sich freuen: Das Meister-BAföG wird angehoben. Die stattliche Unterstützung wird ab dem 1. August 2016 steigen. Die DHZ hat zusammengefasst, was Handwerker über das Meister-BAföG wissen müssen.

Das Meister-Bafög wird ab August 2016 steigen. Das hat der Bundestag beschlossen und - wie zuvor das Bundeskabinett - dem Gesetzesentwurf der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) zugestimmt. Im Bundestag votierten neben Union und SPD auch die Grünen für die Reform des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, die Linke enthielt sich der Stimme.

Mit der dritten Bafög-Novelle wird die Darlehensschuld nach der Ausbildung sinken. Monatlich können Meister-Schüler außerdem mit mehr Geld und höheren Zuschüssen rechnen.

Das ändert sich beim Meister-Bafög 

Ab dem 1. August wächst mit der Novelle für Geförderte in Vollzeitlehrgängen zum Meister, Fachwirt, Techniker oder Erzieher der Zuschussbetrag bei der Unterhaltsförderung von 238 auf 333 Euro.

Der restliche Förderbetrag bis zum monatlichen Budget von zukünftig 768 Euro steht als zinsgünstiges KfW-Darlehen zur Verfügung. Bei einem verheirateten Geförderten mit zwei Kindern ist der Schritt beim maximalen Zuschussbetrag von 448 Euro auf 711 Euro bei einem Budget von zukünftig 1.473 Euro noch größer (plus 59 Prozent).

Ein erfolgreicher Meister-Abschluss wird ab 2016 stärker als zuvor belohnt: 30 Prozent des Restdarlehens muss der Handwerker nicht zurückzahlen. Momentan liegt der "Erfolgsbonus" bei 25 Prozent.

245 Millionen Euro zusätzlich werden alleine in den nächsten vier Jahren eingesetzt. Gemessen an 2005 haben sich mit dieser Novelle die jährlich eingesetzten Mittel für das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz mehr als verdoppelt.

Bekommen Bachelor-Absolventen Meister-BAföG?

Mit der Novelle öffnet die Bundesregierung das Meister-BAföG auch für Bachelor-Absolventen. Auch Studienabbrecher, die in eine betriebliche Ausbildung gewechselt sind, können mit bestimmten Vorqualifikationen künftig Meister-BAföG erhalten.

Wenn von "Aufstiegsförderungsgesetz" die Rede ist, ist das Meister-Bafög gemeint. Es soll Handwerkerinnen und Handwerkern finanzielle Unterstützung während ihrer beruflichen Fortbildung bieten. Hier bekommen Sie Antworten auf die sechs wichtigsten Fragen rund um das Meister-Bafög.

Letzte Bafög-Anpassung 2010  

Zuletzt ist das Meister-Bafög 2010 um fünf Prozent erhöht worden. Für einen alleinstehenden Meisterschüler in Vollzeit ohne Kind bedeutet dies, dass er noch bis August 2016 697 Euro an Unterstützung zum Lebensunterhalt bekommt. Davon sind 238 Euro Zuschuss und 459 Euro Darlehen. Für Verheiratete steigt der Betrag auf 912 Euro (238 Euro Zuschuss und 674 Euro Darlehen), und für Verheiratete mit einem Kind gibt es 1122 Euro (343 Euro Zuschuss und 779 Euro Darlehen), wie es beim Statistischen Bundesamt heißt. Insgesamt gab es nach Informationen des Amtes im vergangenen Jahr 47.807 Meisterschüler im Handwerk. Davon absolvierten 24.727 eine Ausbildung in Vollzeit und 23.080 Schüler eine Teilzeitfortbildung.

Was ist das Meister-Bafög?

Das Meister-Bafög ist eine finanzielle Unterstützung, die der Staat während der Weiterbildung monatlich zahlt. 30,5 Prozent der Förderung gibt der Staat dabei als Zuschuss, die restlichen 69,5 Prozent bekommen Meisterschüler als günstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Kreditkonditionen sind gesetzlich festgelegt.

Wer wird gefördert? 

  • Personen  mit abgeschlossener Berufsausbildung, die keine Qualifikation besitzen, die der angestrebten Qualifikation mindestens gleichwertig ist
  • Bachelor-Absolventen: Meisterschüler, die bereits einen Bachelor haben, werden ab 2016 auch gefördert.

Beantragen können die staatliche Förderung Deutsche, EU-Bürger und Ausländer mit ständigem Wohnsitz in Deutschland und einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis. Auch Zuwanderer, die drei Jahre rechtmäßig in Deutschland leben und arbeiten haben Anspruch auf die finanzielle Unterstützung. Die Ausbildung wird dabei angerechnet.

Welche Weiterbildungen werden gefördert? 

Gefördert wird generell Aufstiegsfortbildung, also Weiterbildungen die über dem Niveau des Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfen- oder Berufsfachschulabschlusses liegen, mit der man einen höheren Berufsabschluss erreicht. Der Staat unterstützt also nicht nur die erste Weiterbildung. Vollzeitfortbildungen dürfen nicht länger als zwei Jahre dauern, Teilzeitfortbildungen nicht länger als vier Jahre. Bei Fortbildungen, die in mehrere unzusammenhängende Blöcke aufgeteilt sind so wie die Meisterkurse, kann man auch für die einzelnen Kursteile finanzielle Unterstützung beantragen.

Überblick: Diese Weiterbildungen werden gefördert

  • Aufstiegsfortbildung: Weiterbildungen, die über dem Niveau des Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfen- oder Berufsfachschulabschlusses liegen, mit der man einen höheren Berufsabschluss erreicht.
  • Vollzeitfortbildungen: Sie dürfen nicht länger als zwei Jahre dauern.
  • Teilzeitfortbildungen: Sie dürfen nicht länger als vier Jahre dauern.

Wie hoch ist das monatliche Meister-Bafög? 

  • Alleinstehende: 768,00 Euro
  • Alleinerziehende: 1.003,00 Euro
  • Einkommensunabhängiger Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende: 130 Euro
  • Verheiratete mit einem Kind: 1.238 Euro
  • Verheiratete mit zwei Kindern: 1.473 Euro

Wo und wann beantragt man die Förderung? 

In der Regel muss man das Meister-Bafög bei den kommunalen Ämtern für Ausbildungsförderung am ständigen Wohnsitz beantragen. Die Ämter entscheiden, wie hoch die Förderung ausfallen wird. Der Darlehensvertrag wird mit der KfW-Bank abgeschlossen.

Die staatliche Unterstützung sollte man rechtzeitig beantragen. Spätestens am letzten Unterrichtstag muss der Antrag aber dem zuständigen Amt vorliegen.

Wie läuft die Rückzahlung?

Der Kredit ist während des Zeitraums der Fortbildung und nach deren Abschluss zwei bis maximal sechs Jahre zins- und tilgungsfrei. Danach muss man das Geld innerhalb von 10 Jahren zurückzahlen. Die Raten richten sich nach dem Einkommen, betragen aber mindestens 128 Euro monatlich. Der Zinssatz liegt meist deutlich unter dem marktüblichen Niveau. Wer finanziell gut aufgestellt ist, kann das Darlehen auch vorzeitig in einer Summe zurückzahlen. sch

Wie viele Personen werden gefördert?

Die Zahl der Empfänger des "Meister-BAföG" ist 2014 weiter angestiegen. Insgesamt nahm die Zahl der Männer zu, während die der Frauen abnahm. Auch die beliebtesten Handwerksberufe lassen sich an den Daten erkennen.

Im Jahr 2014 ist die Zahl der Empfänger des "Meister-BAföG" im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhielten etwa 172.000 Personen Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG). Das ist ein Plus von 0,2 Prozent.

Weniger Frauen gefördert 

Dabei waren etwa zwei Drittel der geförderten Personen Männer. Die Zahl der Frauen sank im Vergleich zu 2013 um 0,7 Prozent auf knapp 55.000 ab. Bei den Männern war der gefragteste Abschluss der des Industriemeisters Metall. Bei den Frauen war es die staatlich geprüfte Erzieherin. Die beliebtesten Abschlüsse im Handwerk waren bei den Männern der Kraftfahrzeugtechnikermeister und bei den Frauen die Friseurmeisterin.

44 Prozent der Geförderten nahmen an einer Vollzeitfortbildung teil, 56 Prozent an einer Fortbildung in Teilzeit. Die Zahl der Geförderten in Vollzeit stieg gegenüber 2013 um 3,9 Prozent - die der in Teilzeitweiterbildungen sank hingegen um 2,4 Prozent.

Wie viel Euro stellt der Staat bereit?

An Förderleistungen standen 2014 insgesamt 587 Millionen Euro bereit. Das entsprach einem Plus von 0,2 Prozent zum Vorjahr. Für die Finanzierung von Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wurden 81 Millionen Euro ausgezahlt. 100 Millionen entfielen auf den Lebensunterhalt, 8 Millionen auf den Kindererhöhungsbetrag und 1 Million auf die Kinderbetreuung.

Das AFBG wird von Bund und Ländern gemeinsam finanziert und soll berufliche Fortbildungen wie Meisterkurse oder andere Lehrgänge attraktiv machen. Durch ein zweites Änderungsgesetz wurden verschiedene Verbesserungen am seit 1996 bestehenden AFBG vorgenommen. Dazu gehört etwa, dass bei Bestehen der Abschlussprüfung ein Erlass von 25 Prozent auf die Lehrgangsgebühren gewährt wird. Im vergangenen Jahr haben 30.000 Personen von dieser Regelung profitiert. Seit der Einführung des Meister-Bafögs vor rund 20 Jahren profitierten 1,7 Millionen Handwerker von der Finanzspritze.

So wird das Meister-BAföG steuerlich behandelt

Handwerker, die einen Meisterkurs absolvieren, können sich ab dem 1. August 2016 über höhere Zuschüsse und Darlehen beim so genannten Meister-BAföG freuen. Doch wie ist das Meister-BAföG eigentlich in der Einkommensteuererklärung zu behandeln?

Die erhaltenen Zahlungen aus dem Meister-BAföG müssen in der Einkommensteuererklärung an keiner Stelle eingetragen werden. Die Zahlungen sind nämlich nach § 3 Nr. 11 EStG in voller Höhe von der Einkommensteuer befreit und unterliegen auch nicht dem Progressionsvorbehalt nach § 32d EStG.

Interessant wird es steuerlich für Meister allerdings, wenn das BAföG-Darlehen nach absolvierter Meisterprüfung zurückgezahlt werden muss. Bei verzinslichen Darlehen ist bei der Rückzahlung zwischen dem Zins- und Tilgungsanteil zu unterscheiden. Den Zinsanteil dürfen Sie steuerlich als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit abziehen. Machen Sie sich direkt nach der Meisterprüfung mit einem Handwerksbetrieb selbständig, ist der Zinsanteil als Betriebsausgabe vom Gewinn abzuziehen.

Der Tilgungsanteil ist steuerlich nicht absetzbar. Haben Sie also ein unverzinsliches Darlehen erhalten, können Sie dafür keine steuersparenden Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehen.

Übernahme der Kosten für Meisterkurs durch Arbeitgeber 

Anstatt des BAföG können Sie auch mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass er die Kosten für den Meisterkurs finanziell übernimmt. Die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber ist unter bestimmten Umständen steuerfrei. Da die Rechnung für den Meisterkurs auf Ihren Namen läuft, ist Voraussetzung für die Steuerfreiheit, dass die Übernahme dieser Fortbildungskosten vor Abschluss des Vertrags zum Meisterkurs vom Arbeitgeber schriftlich zugesagt wird. dhz

Steuertipp

Übernimmt Ihr Arbeitgeber die Kosten für den Meisterkurs, wird er Sie jedoch in einer gesonderten Vereinbarung dazu verpflichten, dass Sie mindestens drei bis fünf Jahre weiter in seinem Betrieb arbeiten oder bei vorzeitiger Kündigung die übernommenen Kosten anteilig zurückzahlen müssen. Käme es zu einer anteiligen Zurückzahlung, dürften Sie diese als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit steuerlich geltend machen.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

Weitere Informationen gibt es beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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jessie

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