Pfeffer und Frost haben einen Deal bei "Die Höhle der Löwen" abgeschlossen. Wie die Idee zu dem Startup entstand und warum die Bäcker im Frühjahr Lebkuchen backen mussten, verrät Mitgründerin Elisabeth Prein im Interview.

Worum geht es bei Ihrem Produkt?
Elisabeth Prein: Allem voran steht der Gedanke, dass Geschenke persönliche Wertschätzung übermitteln und inspirieren sollen. Aber ein besonderes Geschenk zu finden ist für viele Menschen mit hohem Zeit- und Nervenaufwand verbunden.
Pfeffer & Frost ist eine Art Vorratskammer für nachhaltige Geschenkideen. Alle Produkte in unserem Shop sind für eine Vielzahl von Menschen passend, da sie stets mit Sinn, Geschmack und kritischem Blick auf den Umwelteinfluss von uns ausgewählt werden.
Nachhaltigkeit spiel auch eine große Rolle. Was genau ist nachhaltig an Ihrer Idee?
Begonnen hat alles mit dem Elisenlebkuchen aus Nürnberg.
Wir alle leben in Nürnberg und hören daher zur Weihnachtszeit von entfernt lebenden Verwandten und Freunden sehr oft den Wunsch nach Elisenlebkuchen. Ein Kulturbotschafter, voller fantastischer Zutaten (Haselnüsse, Mandel, getrocknete Früchte und Gewürze). Am liebsten essen und verschenken wir ihn, wenn er frisch aus dem Ofen einer Familienbäckerei kommt.
Doch wie er zumeist verpackt wird, machte uns schon immer wenig Freude: In der stets gleichen Blechdose mit Nürnberger Kupferstich und Einmal-Plastikfolie. Tatsächlich werden jedes Jahr schätzungsweise 300 Mio. Lebkuchenverpackungen aus Plastik produziert, das nur einmal verwendet wird.
Das wollten wir ändern! So entstand die Idee gemeinsam mit 2 lokalen Partnerbäckereien, den Elisen in Papierdosen zu verpacken: alle Dosen sind wiederverwendbar, aber auch recyclebar und werden jedes Jahr aufs Neue von internationalen Illustratoren und Illustratorinnen mit zeitlosen Motiven und fantasievollen Charakteren gestalten. Zur Weihnachtszeit und darüber hinaus, verdrehen sie jedem Kunden den Kopf.
Damit unsere Lebkuchen lange frisch und saftig bleiben verpacken wir sie, statt in Plastik, in einer kompostierbaren Bio-Folie (aus Zellulose und Maisstärke).
Und mit unserem Anspruch sind wir nicht allein. So finden sich im Pfeffer & Frost Geschenkeshop mittlerweile sorgfältig kuratierte Geschenkideen befreundeter, nachhaltig agierender Start-Ups und Unternehmen.
Was uns besonders freut: Viele Firmen entscheiden sich mittlerweile für unsere Elisenlebkuchen in der gebrandeten Papierdose oder andere nachhaltige Geschenkideen aus unserem Shop. Es werden viel weniger unkreative Kugelschreiber und USB Sticks verschenkt.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
In seiner Schulzeit war Jannik bereits mit dem Sohn einer fränkischen Bäckerei befreundet, die in der Weihnachtszeit sehr leckere Original-Elisenlebkuchen herstellt. Jahre später, während des Informatikstudiums hat Jannik dann Tilman kennengelernt und eines Abends kam ihnen die “Schnapsidee”, dass man genau diesen handwerklich hergestellten Elisen viel moderner verpacken könnte.
Janniks Schwester hat beiden dann das Grafikstudio einer guten Freundin empfohlen und so kamen Jannik und Tilman zu Johannes und mir. Gemeinsam – also zu viert – haben wir dann aus der ersten Idee eine nachhaltige Strategie, das farbenfrohe Brand Design und eine plastikfreie Verpackung entwickelt. Einige Gespräche folgten und schnell waren wir uns einig, der Elisenlebkuchen muss nicht nur moderner, sondern auch nachhaltiger verpackt werden.
Warum sind Sie zu DHDL gegangen?
Im Winter letzten Jahres bekamen wir eine E-Mail von der Produktionsfirma mit der Frage, ob wir Lust hätten, uns für einen Auftritt in der Sendung zu bewerben. Wir hatten daran noch gar nicht gedacht, waren aber sofort Feuer und Flamme für die Idee. Jeder weiß, dass "Die Höhle der Löwen" jungen Start-Ups mit innovativen Geschäftsideen eine große Plattform bieten kann.
Pfeffer & Frost wächst organisch und ganz in Ruhe. Aber natürlich ist der Weihnachtsgeschenkemarkt auch hart umkämpft und so planen wir jedes Jahr eine größere Werbekooperation, die unseren Kundenkreis erweitert. Letztes Jahr hat uns die Platzierung unseres neuen veganen Elisenlebkuchen im Adventsome-Kalender stark gepuscht. Dieses Jahr ist der Aufwand, aber hoffentlich auch der Effekt, eine ganze Nummer größer. Es ist risky, aber auch eine Riesenchance, viele Menschen für handwerklich und nachhaltig produzierte Produkte zu begeistern.
Wie haben Sie sich vorbereitet?
Da gab es, wie bei jedem Weihnachtsmarkt oder anderem Event, einiges zu tun. Zuerst einmal mussten Mitten im Frühjahr unsere Bäcker die Öfen anwerfen und die traditionellen, sowie veganen Lebkuchen für die Präsentation in der Sendung zu backen. Nachher sollte selbstverständlich jeder der Löwen und Löwinnen beide Rezepturen kosten dürfen.
Während die Bäcker gebacken haben, füllten wir fleißig Fragebögen aus und drehten erste Kurzvideos über uns, unsere Start-Up Geschichte und unsere Mission. Bei der Produktionsfirma wollte man damit schon mal einen ersten Eindruck von uns gewinnen. Nun können wir mit Stolz sagen: Nicht nur Pfeffer & Frost Elisenlebkuchen, sondern auch die Gründerinnen und Gründer machen ganz schön was her.
Dann kam der wichtigste Teil – der Pitch musste geschrieben werden. Hierfür haben sich alle vier Gründerinnen und Gründer zusammengesetzt und die wichtigsten Argumente für Handwerk, bewussten Konsum und nachhaltige Verpackungen zusammengetragen. Das alles haben wir mit Hilfe der TV-Profis in eine lustige Form gebracht und sogar mit einer kleinen Challenge für die Löwinnen und Löwen versehen.
Natürlich gilt es im Voraus, alle Investorinnen und Investoren genau unter die Lupe zu nehmen und zu besprechen, welcher Löwe oder welche Löwin uns am stärksten unterstützen könnte.
Dann ging es Anfang März ans Set-Design. Gemeinsam mit der Produktionsfirma haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir unsere Lebkuchen und Zutaten am besten für die Sendung in Szene setzen. Wir waren überglücklich so ein großartiges Set für das Weihnachtsspecial zu bekommen.
Im März war es dann endlich soweit und wir durften nach Köln zur Aufzeichnung fahren. Lebkuchen eingepackt, Hotel gebucht und los ging’s in Die Höhle der Löwen.
In den folgenden Monaten nach der Aufzeichnung haben wir viel mit unseren Bäckereien und Verpackungs- und Logistikpartnern gesprochen, Kredite aufgenommen und so viele traditionelle und vegane Lebkuchen in umweltfreundlicher Verpackung produziert, wie möglich war.
Und ganz essenziell: Tilman und Jannik haben den Webshop für die vielen Zugriffe fit gemacht.
Beschreiben Sie Ihre Erfahrung beim Dreh? Wie haben die Löwen reagiert?
Den ganzen Drehtag blieb es sehr spannend, die Löweninnen und Löwen haben wir wirklich erst beim Eintreten durch die Settür kennengelernt.
Wir waren zu Beginn schon etwas aufgeregt, da wir nicht wussten, welche Fragen genau kommen würden und wie kritisch es werden könnte. Aber alle fünf Löwinnen und Löwen haben uns sehr wohlwollend und freundlich willkommen geheißen. Alle haben uns aufmerksam zugehört und sofort erfasst, dass wir den Lebkuchen- und Geschenkemarkt nachhaltiger machen.
Man weiß aus vorangegangenen Episoden, dass alle Löwen und Löwinnen zu jedem Schabernack bereit sind und so überraschte es uns auch nicht, dass sie mit Ausblick auf frisches Naschwerk, sogar ein Weihnachtslied mit uns angestimmt haben.
Beim Verkosten der Elisenlebkuchen haben wir sehr viel „hmmm“ und „lecker“ gehört. Besonders spannend war für uns der Vergleich von traditionellen und veganen Lebkuchen (ohne Ei, ohne Honig), den wir mit wehenden Fahnen bestanden haben. Niemand konnte einen Unterschied in Geschmack oder Form erkennen. Das hat uns besonders gefreut, da wir den veganen Elisen erst letztes Jahr mit unserer Partnerbäckerei entwickelt haben und in diesem Segment gerne stark wachsen wollen.
Als dann einer nach dem anderen, natürlich aus soliden Gründen, ein Investment ablehnte wurde es uns schon langsam ein bisschen mulmig. Doch als Dagmar ihre Liebe zum Lebkuchen gestand und uns einen Deal anbot war die Freude natürlich um so größer, auch wenn wir mehr Anteile abgeben mussten als ursprünglich geplant.
Wie ging es für Sie nach der Sendung weiter?
Der Deal und die Einbindung in das Familienunternehmen von Dagmar Wöhrl bedeutet für uns einen Sparringspartner zu haben, den wir jeder Zeit anrufen und um eine Meinung oder einen Kontakt bitten können. So sind wir im Sommer auch an unser erstes gemeinsames Büro gekommen. Zuvor hatten Hannes und ich, wie auch Tilman und Jannik ein eigenes Büro. Nun sind wir endlich zusammengerückt und können uns viel schneller absprechen.
Ein Highlight war die Einladung auf das Sommerfest des Familienunternehmens. Eine einzigartige Möglichkeit sich mit den anderen Start-ups der Investmentgruppe auszutauschen. Viele haben uns ganz frei von ihren Erfahrungen bei der Ausstrahlung berichtet und wir konnten hilfreiche Maßnahmen für die Vorbereitung der Sendung ableiten. Einzelprodukte oder Pakete anbieten? Wie lange bleiben die Kunden auf der Seite? Und welches Bestellaufkommen (Minimum und Maximum) ist eigentlich möglich?
Jannik und Chrissi haben sich auf LinkedIn in die Kundenakquise gestützt und dort viele Interessenten für unseren Geschenke- und Grußkartenservice finden können. So konnten wir dieses Jahr bereits erste Lebkuchendosen mit Firmenlogos individualisieren und haben besonders glückliches Feedback zu den gebrandeten Dosen bekommen.
Seit August haben wir außerdem eine weitere Mitarbeiterin (Michelle) für SEO und Product Sourcing, um schon im Frühjahr weitere nachhaltige Geschenkideen in den Shop aufnehmen zu können. Geburtstage, Muttertag und Ostern können kommen.