Handwerkerprodukt bei DHDL "Die Höhle der Löwen": Deal für den Arbeitsbock "Multibex"?

Ursprünglich wollte Montagebetrieb-Gründer Sebastian Radeck seinen Montagebock "Multibex" nie zum Verkauf auf den Markt bringen, doch dann präsentiert er ihn den Investoren in der Sendung "Die Höhle der Löwen". Warum seine Erfindung vielen Handwerkern die Arbeit erleichtern kann und ob es am Ende einen Deal für den Dortmunder gab.

Sebastian Radeck: Bei "Die Höhle der Löwen" stand der Dortmunder vor den "Löwen" Tijen Onaran, Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel, Nils Glagau und Tillman Schulz. - © RTL/Bernd-Michael Maurer

Für 150.000 Euro bot der Selbstständige Sebastian Radeck in der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" 25 Prozent seiner Firmenanteile an – vorgestellt hat er seinen multifunktionalen Arbeitsbock "Multibex". Ein Produkt, das vor allem Handwerker interessieren dürfte. Sein "Traum-Löwe" für eine Zusammenarbeit war Ralf Dümmel, dieser habe durchaus eine Affinität fürs Handwerk und auch die wichtigen Verbindungen in den Segmenten Fachhandel und Baumarkt. Der "Löwe" investierte 2018 bereits in den "Fugentorpedo" von Fliesenleger Bernd Müller.

Zunächst hatte Radeck allerdings nicht vor, seinen "Multibex" zu verkaufen. In erster Linie sollte der Montagebock ihm und seinen Mitarbeitern die tägliche Arbeit erleichtern. 2010 gründete der Dortmunder mit einem Freund ein Montagebetrieb für den Messe- und Ladenbau. Den ersten Kontakt zum Handwerk hatte Radeck schon als Kind: "Ich habe damals sehr viele handwerkliche Aufgaben mit meinem Großvater erledigt."

"Montageböcke sind sperrig und nervig"

Durch die verschiedenen Aufträge seines Montagebetriebs kommt Radeck viel in der Welt herum. Neben Deutschland hat er Kunden in China, Amerika, Spanien und Österreich. Doch egal wo – eines braucht er auf jeder Baustelle: Montageböcke und Arbeitstische. "Und eines ist auf jeder Baustelle eine absolute Katastrophe – Montageböcke und Arbeitstische", lacht der Selbstständige. Sie würden viel Platz im Montagefahrzeug wegnehmen, aber auch die Alternative, kniend auf dem Boden zu arbeiten, sei nicht ideal. "Deshalb haben wir uns oft aus dem Material vor Ort, also aus Paletten oder Platten, einen Arbeitstisch gebaut", erzählt Radeck. Doch auch das ginge auf den Rücken und die Kniegelenke.

Für Radeck war deshalb klar: "Ich will einen Montagebock, der zum einen Platz beim Transport spart und auf dem ich ergonomisch Material zusammenbauen, bearbeiten und montieren kann." So sei die Idee zum "Multibex" entstanden. In Zusammenarbeit mit seinen Partner-Schreinereien habe der Dortmunder an der Idee getüftelt und sie perfektioniert.

Doch bei den Montageeinsätzen wurde sein "Multibex" auch von anderen gesehen. "Wir wurden oft gefragt, was das für ein Arbeitsbock sei und wo man ihn kaufen könne", erzählt der 41-Jährige. So beschloss er, seine Erfindung nicht nur im eigenen Betrieb einzusetzen, sondern auch an andere Handwerker zu verkaufen.

"Multibex": Wichtige Daten im Überblick

"Vor allem die Möglichkeit des Zerlegens begeistert die meisten Kunden, egal ob im Profi- oder Hobbybereich", erklärt der Erfinder. Die beiden "Multibex"-Böcke gibt es paarweise für 179 Euro zu kaufen. Ein Bock besteht aus drei Teilen, die zusammengesteckt werden – alle sechs Teile zusammen haben ein Gesamtgewicht von knapp 15 Kilogramm. "Deshalb ist das System auch bei Frauen sehr beliebt", diese müssten nicht den gesamten Bock schleppen, sondern könnten die Teile einzeln tragen und hätten so kein Problem beim Transport. "Das Zusammenbauen ist innerhalb von 20 Sekunden möglich und die Einzelteile lassen sich leicht verstauen – egal ob im Fahrzeug, in der Werkstatt oder der Garage", erzählt Radeck.

Er sei selbst überrascht, aus welch unterschiedlichen Branchen er positive Rückmeldungen bekomme: "Egal ob Autowerkstätten, Metallbauer, Maler, Hobbyhandwerker oder Hausfrauen, alle können den Multibex benutzen." Auch das ergonomische Arbeiten sei ein großer Pluspunkt für seine Kunden: "Die Arbeitshöhe liegt standardmäßig 900 Millimeter und ist vierfach höhenverstellbar."

"Die Höhle der Löwen" als Sprungbrett für den "Multibex"?

"Löwe" Ralf Dümmel (r.) schaut sich den "Multibex" etwas genauer an. Er wäre der DHDL-Wunschpartner von Sebastian Radeck. - © RTL/Bernd-Michael Maurer

Seine Freunde und Familie haben Radeck motiviert, sich bei "Der Höhle der Löwen" zu bewerben. In der Sendung stellen Menschen ihre Erfindungen sieben Unternehmerinnen und Unternehmer vor und hoffen auf finanzielle Unterstützung.  Er selbst sei zunächst etwas skeptisch gewesen. Aber im zweiten Bewerbungsanlauf habe es dann geklappt: "Ich war sehr überrascht, wie so eine Produktion abläuft, sonst kannte ich das Fernsehen immer nur als Zuschauer". Die letzten Jahre habe er pro Jahr circa 150 Böcke verkauft, durch die Ausstrahlung erhofft er sich einen großen Anfragen-Ansturm. Davor hatte er den "Multibex" bereits auf seinem Instagram-Account beworben und dort verschiedene Funktionen seiner Erfindung gezeigt.

Nur fünf Tage vor dem Aufzeichnungstermin bekam der Selbstständige den Anruf, dass er dabei ist. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade auf einer Montage in Österreich. Trotz des Zeitstresses habe er sich sehr gefreut. Vor Ort sei die Nervosität natürlich gestiegen, "Ich hatte das große Glück, dass ich der letzte an diesem Drehtag war, dadurch war ich kaum mehr nervös, sondern einfach voller Freude und motiviert mein Baby präsentieren zu dürfen", erzählt er stolz.

DHDL: Kein Deal für den "Multibex"

Leider gab es am Ende keinen Deal für Radeck. An der Präsentation lag es aber nicht, hier waren sich die "Löwen" einig. "Sebastian, Du bist ein Wahnsinnsverkäufer", sagte Tillman Schulz und Dagmar Wöhrl ergänzte: "Eigentlich musst Du ins Telefernsehen." Einen Deal wollte sie allerdings nicht eingehen, weil ihr die nötige Handwerksaffinität fehlte. Auch mit Tijen Onaran, Nils Glagau und Tillman Schulz kam der Dortmunder nicht ins Geschäft. Sein favorisierter "Löwe" Ralf Dümmel schaute sich das Produkt zwar extra nochmal von Nahem an und testete die Stabilität. Doch auch er lehnte den Deal ab, drückte aber die Daumen für die Zukunft.

Die Wiederholung der Folge ist momentan kostenlos beim Anbieter "RTL+" zu sehen.