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Meisterausbildung Meister werden: Was Sie wissen müssen

Wer das Ziel hat, Meister zu werden, den treibt vor allem eine Frage um: Was kommt da auf mich zu? Denn nicht nur das Lernen ist für die meisten eine Herausforderung. Bei vielen geht es auch um Zeit, Kosten und Finanzierung. Doch es lohnt sich. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Meisterausbildung.

Dieser Artikel ist Bestandteil der Themenpakete Betriebsübergabe und Nachfolge und Meister im Handwerk

Nach der Gesellenprüfung noch den Meistertitel zu machen, bringt viele Vorteile mit sich. In vielen Berufen ist der Meistertitel Voraussetzung, um sich selbstständig zu machen. Der Titel ist für jeden Betrieb ein gutes Aushängeschild. Für Handwerker, die keinen eigenen Betrieb gründen möchten, kann sich der Meister lohnen, um als Angestellter aufzusteigen. Wer den Meister macht, hält sich nicht zuletzt die Möglichkeit offen, später noch zu studieren.

Wieso also nicht? Allerdings machen sich viele um Kosten und Lernstress, die mit den Meisterkursen auf sie zukommen, Gedanken. "Generell soll sich nur der weiterbilden, der Lust dazu hat", sagt Dieter Schmid, Leiter der Abteilung Meisterprüfungswesen bei der Handwerkskammer Schwaben. Doch meistens lohnt es sich. Und nur wenige fallen durch die Prüfungen.

Wer darf die Weiterbildung zum Handwerksmeister absolvieren?

Um sich für die Meisterprüfung anmelden zu können, wird eine bestandene Gesellenprüfung vorausgesetzt. Wenn Handwerker den Meister im gleichen Beruf anstreben, können sie die Fortbildung zum Meister im Prinzip direkt an die Ausbildung anschließen. Möchte man einen fachfremden Meister machen, braucht man drei bis vier Jahre Berufserfahrung. Das hängt jeweils davon ab, wie lange die eigentliche Berufsausbildung dauert.

Mit Ausnahmegenehmigung und ausreichend Berufserfahrung können sich auch Personen, die keine Berufsausbildung abgeschlossen haben, für die Meisterprüfung anmelden. Viele Meisterausschüsse verlangen aber, zuvor als externer Prüfling die Gesellenprüfung abzulegen.

Zum Meister in vier Schritten: Wie läuft die Meisterfortbildung ab?

Die Meisterfortbildungen sind grundsätzlich in vier Prüfungsteile aufgeteilt:
  • praktischer Teil (I)
  • fachtheoretischer Teil (II)
  • betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Teil (III)
  • berufspädagogischer Teil (IV)
Am Ende jedes Teils findet die Prüfung statt. Es ist nicht verbindlich vorgegeben, in welcher Reihenfolge man die Prüfungsteile absolvieren muss.

Schmid rät allerdings dazu, mit Teil III zu beginnen und Teil IV anzuschließen, da sich die meisten Handwerker mit dem betriebswirtschaftlichen Teil am schwersten tun. Erst dann sollte man die Kurse I und II besuchen. Gerade das betriebswirtschaftliche Wissen aus Teil III ist für den fachtheoretischen Teil eine gute Grundlage.

Wer schon Fortbildungen wie die Ausbildereignungsprüfung gemacht hat oder bereits Techniker ist, kann sich einzelne Prüfungsteile auch anrechnen lassen.

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Vollzeit oder Teilzeit: Muss man für die Meisterausbildung den Job unterbrechen?

Die meisten Meisterschulen bieten sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkurse an. Während der Unterricht bei Vollzeitkursen wochenweise im Block stattfindet, sitzen Teilzeit-Meisterschüler meist Freitagnachmittag und Samstag in der Schule. Bei Teilzeitkursen ist es dafür möglich, nebenbei zu arbeiten. Zwar ist man mit Beruf und Weiterbildung doppelt belastet. Doch für viele, die sich den Verdienstausfall nicht leisten können, sind Teilzeitkurse eine gute Möglichkeit, die Fortbildung zum Meister trotzdem zu machen.

Viele Handwerkskammern oder Meisterschulen haben flexible Kurs-Angebote, so dass auch jemand, der eigentlich einen Teilzeitkurs macht, zwischendurch eine Woche Blockunterricht einschieben kann. Bei einigen Meisterschulen können Meisterschüler einzelne Kursteile auch Online absolvieren. Über die Angebote informiert die jeweilige Handwerkskammer.

In Deutschland gibt es weit über 3.000 Meisterschulen. Einige Kurse werden jedoch nur an bestimmten Orten angeboten. Eine Übersicht der Meisterschulen gibt es hier.

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Was kostet der Meistertitel?

Viele Handwerker lassen sich von den Kosten der Weiterbildung abschrecken. Die sind von Gewerk zu Gewerk unterschiedlich: günstigere Fortbildungen zum Meister wie die der Fleischer und Friseure kosten um die 4.000 Euro. Teurere, wie die zum Elektriker-Meister kosten rund 9.000 Euro. Je nachdem wo sich die nächstgelegene Meisterschule befindet, kommen dazu noch Fahrtkosten oder Unterkunftskosten.

Auch die Prüfungsgebühren, die die Handwerkskammern erheben, sind regional unterschiedlich und belaufen sich beispielsweise in Schwaben auf etwa 750 Euro; ab 2019 steigen sie auf etwa 850 Euro. Doch es lohnt sich: "Finanziell rechnet sich der Meister meist nach vier bis fünf Jahren. Das ist aber natürlich von der Branche und dem Arbeitgeber abhängig", erläutert Schmid.

Meister-Bafög und Meisterbonus: Welche finanzielle Förderung durch den Staat gibt es?

Wer mit den Kosten der Meisterausbildung alleine nicht fertig wird, kann Meister-Bafög beantragen. Der Staat bezuschusst die Ausbildung mit 40 Prozent. Der Rest ist ein Darlehen zu günstigen Konditionen bei der KfW-Bank, das zurückgezahlt werden muss. Die DHZ Online hat alle wichtigen Informationen zum Meister-Bafög für Sie zusammengestellt.

In vielen Bundesländern gibt es zusätzlich auch noch besondere Förderungen der erfolgreichen Fortbildung an sich – wie etwa in Bayern den Meisterbonus – oder Meistergründungsprämien. Hier können Sie Details zu diesen Zuschüssen und Förderprogrammen für Handwerksmeister nachlesen.>>>

Beim Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt es zudem ein Weiterbildungsstipendium für besonders gute Gesellen. Auch wenn es rechtlich möglich ist, direkt nach der Ausbildung den Meister anzuschließen, empfehlen die Weiterbildungsberater der Handwerkskammern jungen Gesellen, zunächst etwas Berufserfahrung zu sammeln.

"Je jünger die Prüflinge sind, desto weniger fachliches Wissen ist vorhanden. Die Erfahrung fehlt einfach", sagt Schmid. Das zeige sich dann vor allem an den Noten, mit denen sie die Meisterprüfungen abschließen. Und schon gar nicht sollten sich junge Handwerker von den Eltern dazu drängen lassen. Sie sind dann nicht mit dem Kopf bei der Sache und tun sich in den Kursen schwer. dhz

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