Die Stimmung ist bestens im Elektrohandwerk. "Die E-Handwerke können voller Optimismus die Light+Building angehen" - das sagt Lothar Hellmann, Vizepräsident des Verbands ZVEH, auf der Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik. Doch die sinkende Zahl der Solarinstallationen trübt das Geschäft. Die Politik ist gefragt.

Die neue ZVEH-Frühjahrskonjunkturumfrage macht der Branche allen Grund zur Freude: 93,8 Prozent der befragten 4.978 Betriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage positiv: 53,5 Prozent stimmten mit gut, weitere 40,3 Prozent mit befriedigend. Damit wurde das ebenfalls schon erfreuliche Vorjahresergebnis (88,4 Prozent positive Einschätzung) sogar übertroffen.
Und auch für die Zukunft herrscht Zuversicht: 19,4 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage und fast drei Viertel (73,1 Prozent) gehen von einem gleichbleibenden Niveau aus. Im Vorjahr lagen die Werte bei 13,2 beziehungsweise 72,6 Prozent.
Trübsal bei Solarinstallation
Vor diesem Hintergrund fällt auch der leichte Umsatzrückgang kaum ins Gewicht. Die 55.945 Unternehmen der E-Handwerke erwirtschafteten 2013 rund 50,9 Milliarden Euro (2013: 53,7 Milliarden Euro). "Dass der Umsatz hinter dem Wert des Vorjahres zurückblieb, lag in erster Linie an den geänderten Förderkonditionen für die Photovoltaikanlagen", erläuterte ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi.
2013 hat sich der Zubau von Solaranlagen laut Jakobi um 7,5 auf 3,3 Gigawatt reduziert. Dieses für die E-Handwerke wichtige Geschäftsfeld sei daher deutlich weniger ertragreich gewesen. "Allerdings haben unsere Betriebe dies durch Aktivitäten in anderen Bereichen teilweise kompensieren können – ebenso wie die wetterbedingten Einbußen im ersten Quartal 2013, als Regen, Schnee und Minustemperaturen viele Auftragsabwicklungen unmöglich machten", so Jakobi.
Hellmann hob hervor, dass die Auftragsbücher der Betriebe nach wie vor voll sind. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Kunden den E-Handwerken vertrauen, da sie seit vielen Jahren ausgezeichnete Arbeit abliefern und wesentlich dazu beigetragen haben, dass „E-Handwerk made in Germany“ weltweit als anerkanntes Qualitätssiegel gilt – gerade bei der Verknüpfung von intelligenter Gebäudetechnik mit Energietechnologien.
Fragen an die Politik
Hellmann und Jakobi betonten jedoch, dass der politische Rahmen stimmen müsse, um den E-Handwerken auch künftig erfolgreiche Geschäfte zu ermöglichen. Dies gelte insbesondere für alle Entscheidungen rund um das Mammutprojekt Energiewende. „Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes darf beispielsweise nicht dazu führen, dass florierende Wirtschaftszweige, wie der Zubau von Energieerzeugungsanlagen für den Eigenverbrauch und die Installation moderner Speicherlösungen, beschnitten werden“, sagte Hellmann.
Jakobi hob hervor, dass für den Erfolg der Energiewende hochqualifizierte E-Handwerker benötigt werden. Um auch in Zukunft auf kompetente Fachkräfte für innovative Lösungen zurückgreifen zu können, müsse der Meisterbrief als Basis des dualen Ausbildungssystems in Deutschland erhalten bleiben. Mit Blick auf eine Initiative der EU-Kommission, die sich gegen den Meisterbrief richtet, sagte der ZVEH-Hauptgeschäftsführer: „Diese Pläne dürfen nicht Realität werden. Sonst wird sich das Problem des Fachkräftemangels weiter verschärfen.“
Alles zur Messe
Die Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik steht 2014 unter dem Leitthema "Explore Technology for Life – die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird“. Die Messe fokussiert damit den effizienten Umgang mit Energie. Durch den Einsatz innovativer, marktreifer Technologien könnte der Energieverbrauch sehr schnell drastisch reduziert werden. Diese Lösungen und Technologien sind auf der Light + Building zu finden.
Zur Light + Building haben sich 2.458 Aussteller – fast sieben Prozent mehr als 2012 – angemeldet. Die Messe belegt 245.000 Quadratmeter der verfügbaren Gesamtfläche – ein Plus von vier Prozent im Vergleich zur Vorveranstaltung. dhz