Wohnungsnot Chaos und Corona: Keine 300.000 neuen Wohnungen 2021

Im letzten Jahr wurden sehr viel weniger Wohnungen fertiggestellt als das Bauministerium angestrebt hatte. Was die Gründe hierfür sind.

Wohnungsbau
Im Jahr 2020 konnten erstmals mehr als 300.000 Wohnungen gebaut werden, doch dieser Trend setzte sich nicht fort. - © Wimbledon

Die Zahl der neugebauten Wohnungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr wieder unter die Marke von 300.000 gesunken. Mit 293.393 fertiggestellten Einheiten wurde das Ziel der Politik von jährlich 400.000 neuen Wohnungen klar verfehlt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Zahl um 4,2 Prozent unter Vorjahresniveau.

Corona, Fachkräftemangel und Förderchaos

Laut Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ist das Ergebnis nicht zuletzt Folge der Corona-Pandemie. Gestörte Lieferketten, Rohstoffknappheit, aber auch Zurückhaltung bei den privaten Bauherren angesichts ungewisser Zukunftsaussichten und Förderbedingungen spielen demnach eine Rolle.

"Der Rückgang der Baufertigstellungen bei gleichzeitiger starker Zunahme des Bauüberhangs deuten auf angebotsseitige Störungen hin, die Unternehmen und Bauherren daran hindern, ihre Vorhaben zeitnah zu realisieren", erklärt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Verbands.

Welche politischen Schritte nötig sind

Um mehr Stabilität im Wohnungsmarkt zu erzeugen, brauche es solide und dauerhafte Rahmenbedingungen anstelle des Förderchaos, das zuletzt zu beobachten gewesen sei. "Und wir brauchen vor allem eine auskömmliche Förderung der von der Bundesregierung intendierten neuen energetischen Standards. Zudem müssen wir über eine eigene Rohstoffpolitik und Freihandelszonen sprechen, die uns bei solchen Krisen unempfindlicher machen." Ansonsten werde der Wohnungsbau weiter rückgängig sein und auch in diesem Jahr deutlich unter die 300.000 Marke fallen, so Pakleppa.

Ein weiteres Hindernis sei der Fachkräftemangel, wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bereits mehrfach betonte: "Viele Vorhaben der neuen Bundesregierung besonders im Klima- und Umweltschutz und im Wohnungsbau sind mit dem aktuellen Stamm an Beschäftigten im Handwerk nicht zu schaffen." dpa/aul