Netzentgelte Bundesnetzagentur verschärft Ausnahmebedingungen für Unternehmen

Die Bundesnetzagentur will künftig weniger Unternehmen bei den Netzentgelten für ihren Strom entlasten. Da die Stromkosten immer stärker steigen und Verbraucher und kleine Betriebe durch die Ausnahmeregelungen für energieintensive Großunternehmen mehr Kosten tragen müssen, verschärft die Behörde nun die Bedingungen.

Ausbau, Unterhalt und Wartung des Stromnetzes bezahlen die Energieverbraucher über den Strompreis mit, doch die Ausnahmeregelungen für die Industrie belasten nur die Haushalte und kleinen Betriebe. Die Bundesnetzagentur geht deshalb dagegen vor. - © Foto: dapd

Neben den Sonderregelungen bei der EEG-Umlage sind im Zusammenhang mit den steigenden Energiekosten auch die Ausnahmen für energieintensive Unternehmen bei den Netzentgelten in die Kritik geraten. Auch sie sorgen dafür, dass die Belastungen nicht bei allen Verbrauchern gleichmäßig steigen. Doch nun geht die Bundesnetzagentur gegen die Ausnahmebedingungen vor und schränkt sie ein.

Drittel der Anträge könnte hinfällig werden

Von Januar an sollen um bis zu 80 Prozent reduzierte Kosten nur noch solchen Betrieben zuteilwerden, die eine Stromabnahme von mehr als 100 Kilowatt von den Hauptzeiten des Stromverbrauchs in Randzeiten verlagern. Damit würde nur dann ein reduziertes Netzentgelt gewährt, wenn tatsächlich maßgeblich zur Entlastung des Netzes beigetragen wird. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Ein Sprecher der Bundesnetzagentur bestätigte am Dienstagabend auf Anfrage, dass die Bonner Behörde die Änderung an diesem Mittwoch in ihrem Amtsblatt veröffentlicht.

Fachleute gehen laut Zeitung davon aus, dass damit rund ein Drittel der Anträge auf Befreiung oder Kostenreduzierung künftig hinfällig wird. Das gelte aber nicht für Betriebe, die bereits über einen Bescheid verfügen. Für sie gelte eine Übergangsfrist bis Anfang 2015. Die Zahl der Anträge auf Befreiung von den Netzentgelten war voriges und dieses Jahr sprunghaft gestiegen.

Nach jüngsten Angaben der Netzbetreiber spart die deutsche Industrie im kommenden Jahr voraussichtlich mehr als 805 Millionen Euro Netzkosten für ihren Strom - fast doppelt so viel wie im laufenden Jahr. Das Netzentgelt, das für die Nutzung der Stromnetze bezahlt werden muss, ist ein wesentlicher Bestandteil des Strompreises. dhz/dpa/dapd