Auf dem Bildungsgipfel in Berlin plädiert Bildungsministerin Stark-Watzinger für eine engere Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen. Handwerkspräsident Dittrich beklagt derweil zunehmende Lernrückstände bei Schulabgängern.

Mit einer Task-Force aus Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen will Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) die Zusammenarbeit im Bildungsbereich befördern. "Wir sehen an vielen Studien, dass unsere Bildungslandschaft in der Krise steckt", sagte sie am Rande eines von ihr einberufenen Bildungsgipfels in Berlin. Wenn es um wichtige Fragen wie den Digitalpakt oder um das von der Ampel geplante "Startchancen-Programm" für 4.000 Schulen gehe, sollten die verschiedenen Ebenen - insbesondere auch Bund und Kommunen - enger miteinander zusammenarbeiten, betonte sie.
KMK-Präsidentin befürwortet stärkere Allianz
Wie Stark-Watzinger weiter sagte, soll sich die Taskforce "Team Bildung" zeitnah konstituieren. Offen ist allerdings noch die genaue Arbeitsweise. Die aktuelle Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die Berliner Schulsenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD), befürwortete eine stärkere "Allianz" zwischen den Akteuren. Insbesondere nach der Corona-Krise gehe es jetzt darum, das Bestmögliche für Kinder und Jugendliche im ganzen Land zu finden, betonte sie. Dies gelte auch in Bezug auf die finanzielle Ausgestaltung des Digitalpaktes.
Offene Fragen beim Startchancen-Programm
Mit Blick auf das geplante Startchancen-Programm, bei dem insbesondere Schulen in Brennpunkten gefördert werden sollen, plädierte der Hamburger Schulsenator Thies Rabe (SPD) dafür, die Verteilung der Gelder nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel zu überdenken und das Geld vielmehr nach der Betroffenheit der Länder und Kommunen zu verteilen.
ZDH-Präsident Dittrich warnt vor Bildungslücke
Auch Handwerkspräsident Jörg Dittrich machte anlässlich des Gipfels auf die zunehmenden Lernrückstände bei Schülerinnen und Schülern nach der Corona-Krise aufmerksam. "Wir müssen verhindern, dass sich aus den umfassenden Lernlücken eine weitreichende Bildungslücke ergibt", warnte er. Jeder einzelne Jugendliche werde gebraucht, damit Handwerksbetriebe mit gut qualifizierten Fachkräften die Zukunftsaufgaben bewältigen könnten. Deutschland brauche eine Bildungswende, forderte er. Schulen müssten nicht nur die Ausbildungsreife, sondern auch eine Berufswahlkompetenz als Lernziele sicherstellen, betonte er.