Rechtstipps 5 Tipps, die Unternehmen beachten müssen, bevor sie Fotos hochladen

Nur ein Klick kann richtig teuer werden. Damit das nicht passiert, gibt Markus Dinnes, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, fünf Tipps, die Unternehmen bei der Veröffentlichung von Fotos beachten sollten.

Justitia vor verschwommenem Hintergrand
Verletzungen der Bildrechte können juristische Konsequenzen nach sich ziehen. - © Studio_East - stock.adobe.com

Was müssen Unternehmen bei der Veröffentlichung von Fotos beachten?

Das Oberlandesgericht Brandenburg stärkte jüngst die Rechte von Handwerksbetrieben. Bauherren dürfen nicht mehr grundsätzlich die Veröffentlichung von Fotos mit Verweis auf ihre Persönlichkeitsrechte verbieten. Was Betriebe sonst noch bei der Veröffentlichung von Baustellenfotos und Co. beachten müssen, zeigen folgende Fragen und Antworten von Markus Dinnes, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht.

1. Was muss bei der Veröffentlichung von Fotos der eigenen Mitarbeiter und von Kunden beachtet werden?

Bei der Veröffentlichung von Fotos von Mitarbeitern und Kunden ist zwischen dem Recht am Foto und den Rechten der Personen zu unterscheiden, die auf dem Foto zu erkennen sind.

Die Rechte am Foto stehen nach dem Urheberrechtsgesetz dem jeweiligen Fotografen zu. Möchte ein Unternehmen die Fotos nutzen, muss der Fotograf die Nutzungsrechte für das Bild auf das Unternehmen übertragen. Da es hierüber häufig Streit gibt, empfiehlt sich, eine schriftliche Vereinbarung zu treffen, aus der hervorgeht, wie lange und für welche Medien das Foto benutzt werden darf.

Sofern auf dem Foto Mitarbeiter oder Kunden in einer Art und Weise abgebildet sind, dass sie von Dritten identifiziert werden können, etwa von Freunden, benötigt der Betrieb zu dem eine Einwilligung der betroffenen Personen.

Auch diese Einwilligung sollte möglichst schriftlich eingeholt werden und konkrete Angaben dazu enthalten, in welcher Form das Foto genutzt werden soll. Ohne eine solche Einwilligung liegt in der Regel ein Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild sowie ein Verstoß gegen das Datenschutzrecht vor.

2. Was muss bei der Veröffentlichung von Fotos von Auftragsarbeiten beachtet werden?

Eine generelle Aussage für den Umgang mit Auftragsarbeiten lässt sich nicht treffen. Hier kommt es zunächst darauf an, wo das entsprechende Foto gefertigt wird und was konkret darauf zu sehen ist.

Um es in Beispielen zu erklären: Habe ich bei dem Kunden ein neues Bad errichtet und möchte dies zu Werbezwecken fotografieren und diese Fotografie später verwenden, dann brauche ich die Erlaubnis des Kunden in seiner Wohnung oder Geschäftsräumen Fotografien vorzunehmen. Dagegen dürfte ich ein individuell hergestelltes Werkstück, wie einen geschreinerten Waschtisch, in den eigenen Betriebsräumlichkeiten ohne Zustimmung des Kunden fotografieren.

Schwierigkeiten könnten sich noch ergeben, wenn die konkrete Auftragsarbeit personenbezogene Daten enthält, etwa weil individuelle Vorgaben, wie Lichtbilder vom Kunden, mit eingearbeitet werden sollen. Das dürfte allerdings die Ausnahme sein.

3. Was muss bei der Veröffentlichung von Fotos von fremdem Eigentum beachtet werden?

Es gibt keine Vorschrift, die die Erstellung und Veröffentlichung von Fotos von fremdem Eigentum grundsätzlich untersagt. Allerdings können die konkreten Umstände die Erstellung und Veröffentlichung unzulässig machen. Beispielsweise ist das Anfertigen von Fotos auf fremden Grund und Boden aufgrund des dem Eigentümer oder Mieter zustehenden Hausrechts untersagt. Wenn Fotos angefertigt wurden, kann der Mieter oder Eigentümer die Verwendung dieser Fotos untersagen.

In Betracht kommen aber auch andere Vorschriften, wie etwa das Geschäftsgeheimnisgesetz. Wenn ein Foto von fremdem Eigentum Dinge zeigt, die gleichzeitig ein Geschäftsgeheimnis eines Dritten darstellen können, kann die Veröffentlichung dieser Fotos rechtswidrig sein.

Darüber hinaus kommen Datenschutzverstöße in Betracht, wenn das fremde Eigentum einen Personenbezug aufweist, weil ein Name einer natürlichen Person aufgedruckt ist oder aber eine konkrete Person darauf erkennbar ist.

4. Wann ist die Veröffentlichung von Fotos im Allgemeinen erlaubt?

Unproblematisch können Fotos veröffentlicht werden, die der Betriebsinhaber auf seinem eigenen Grundstück selbst angefertigt hat und die ausschließlich sein Eigentum und keine natürlichen Personen zeigen. Dies ist zum Beispiel regelmäßig bei Werkstücken vor Übergabe an den Kunden der Fall. Gleiches gilt für Fotos, die im öffentlichen Raum aufgenommen wurden und auf denen keine Personen individuell erkennbar sind. Beispielsweise darf man Gebäude von öffentlich zugänglichen Orten aus selbst dann fotografieren, wenn diese urheberrechtlich geschützt sind.

Nach dem Urheberrechtsgesetz erlöschen zudem Rechte am Foto 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Es gibt also inzwischen viele historische Aufnahmen, die von jedermann ohne Einholung einer Lizenz genutzt werden dürfen.

5. Wann ist die Veröffentlichung von Fotos im Allgemeinen verboten?

Generell sind Fotos problematisch auf denen natürliche Personen erkennbar sind. Das Recht am eigenen Bild und auch die datenschutzrechtlichen Vorschriften machen es außerhalb einer Nutzung im Pressebereich inzwischen notwendig, dass immer eine Einwilligung vorliegen muss, wenn ich entsprechende Fotos in meinem Geschäftsbetrieb, etwa zu Werbezwecken verwenden möchte.

Weiterhin gilt, dass ich Fotos nur dann verwenden und veröffentlichen darf, wenn ich ausreichende Nutzungsrechte zur Verwendung des Fotos besitze. Selbstverständlich darf ich nicht einfach ein Foto aus dem Internet von einer anderen Webseite für eigene Zwecke verwenden, ohne entsprechende Rechte eingeholt zu haben. Ein solches Verhalten hat regelmäßig eine kostenpflichtige Abmahnung und Schadensersatzforderung durch den Rechteinhaber zur Folge.