Jahrespressekonferenz BG Bau: Nur wenige Corona-Infektionen im Arbeitskontext

Weniger Arbeitsunfälle und tödlich verunglückte Beschäftigte sowie kaum Corona-Infektionen – und das trotz durchgehender Arbeit in Präsenz. Die BG Bau zieht eine positive Bilanz für 2021. Hautkrebs ist zudem nicht mehr die häufigste Berufskrankheit am Bau.

Die am häufigsten gemeldete Berufskrankheit 2021 war Lärmschwerhörigkeit. - © andrey gonchar – stock.adobe.com

Wer sich infolge seiner beruflichen Tätigkeit mit dem Coronavirus infiziert, kann dies unter Umständen als Berufskrankheit melden. Insgesamt sind in Deutschland 2021 mehr als 182.000 solcher Corona-Verdachtsanzeigen eingegangen. Nur 0,3 Prozent davon entfielen auf die Mitgliedsbetriebe der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau), wie diese bei ihrer Jahrespressekonferenz mitteilte. Die meisten der Anzeigen wurden demnach vom Reinigungsgewerbe gemeldet, welches auch in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen im Einsatz ist und ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der BG Bau fällt.

Auch von den bundesweit 38.255 gemeldeten Arbeitsunfällen zu Covid-19 waren nur 908 (zwei Prozent) der BG Bau zuzuordnen. Dabei gehörten sowohl die Bauwirtschaft als auch die baunahen Dienstleistungen zu den Bereichen, deren Beschäftigte trotz Lockdowns in Präsenz vor Ort arbeiteten.

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"Anstrengungen haben sich ausgezahlt"

"Der relativ geringe Anteil des Bau- und Reinigungsgewerbes am Coronageschehen zeigt, dass sich die Anstrengungen aller Beteiligten ausgezahlt haben. Unsere gemeinsamen Schutzmaßnahmen haben gewirkt", so Dirk Müller, amtierender Vorstandsvorsitzender der BG Bau. Nun gelte es, dieses entschlossene gemeinsame Handeln auch bei allen anderen Arbeitsschutzthemen weiter fortzusetzen, ergänzte sein Vorstandskollege Mathias Neuser.

Leichter Rückgang bei den Arbeitsunfällen in der Bauwirtschaft in 2021

Auch insgesamt zieht die Berufsgenossenschaft eine positive Bilanz für 2021. Die meldepflichtigen Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft und bei den baunahen Dienstleistungen sind im vergangenen Jahr um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Zahl der Unfälle sank um 445 auf 103.525. Mit 85 Todesfällen mussten 2021 zudem weniger Beschäftigte ihr Leben infolge eines Arbeitsunfalls lassen. Im Vorjahr war die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle noch drastisch auf 97 gestiegen – 27 mehr als 2019.

Die häufigste gemeldete Berufskrankheit 2021 war die Lärmschwerhörigkeit. Mit 2.882 Fällen löste sie den Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung (2.592) als Spitzenreiter ab. An dritter Stelle folgen Lendenwirbelsäulenerkrankungen mit 1.352 gemeldeten Verdachtsfällen.

BG Bau unterstützt finanziell bei Arbeitsschutzmaßnahmen

"Auch wenn die Zahl der Arbeitsunfälle und der tödlichen Arbeitsunfälle am Bau im Jahr 2021 leicht gesunken ist, ist das kein Grund zur Entwarnung", mahnt Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU. Absolut betrachtet seien die Zahlen noch immer zu hoch. "Wir müssen daher die Ursachen genau analysieren und unsere gemeinsamen Anstrengungen mit Unternehmen und Beschäftigten für wirksamen Arbeitsschutz weiter verstärken."

Betriebe, die in technische Schutzmaßnahmen investieren, könnten von der BG Bau Fördermittel erhalten. So würden unter anderem Seitenschutzvorrichtungen, Montage-Sicherungsgeländer für Gerüste oder Podest-Leitern und Ein-Personen-Gerüste mit Arbeitsschutzprämien bezuschusst. fre